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Medikamentenmangel : Gehen Jens Spahn die Medikamente aus?

Bildbeschreibung : Auf dem Bild sind Medikamente, auf einen Haufen geschüttet, zu sehen.
Foto : © 2019 EU-Schwerbehinderung

Zur Zeit ist es ein Bericht der Augsburger Zeitung, der hinsichtlich des Medikamentenmangels in Deutschland für Aufruhr sorgt, dabei spiegelt der Artikel nicht einmal die ganze Wahrheit wieder. Seitens des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG), gab es zu dem Thema bereits einen Kommentar, den Jens Spahn reTweetet (ähnlich wie das Teilen auf Facebook) in dem es heißt: „Patienten erwarten zu Recht, dass sie dringend notwendige Medikamente unverzüglich bekommen. Das ist momentan leider zu häufig nicht der Fall.“. Das seitens des BMG erst jetzt eine Reaktion kommt, ist kaum nachvollziehbar, denn die Problematik ist nicht neu. Wie viele Medikamente von den Lieferengpässen betroffen sind, das scheint noch immer nicht eindeutig zu sein. Laut Augsburger Zeitung sollen es 180 Medikamente sein, an anderen Stellen liest man aber schon Zahlen, die zwischen 200 - 300 liegen.

Mathias Arnold, Vizepräsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, äußerte sich im Deutschlandfunk wie folgt: "Vor allem betroffen sind Schmerzmittel, der Wirkstoff Ibuprofen ist hier ganz besonders zu nennen, aber auch Blutdrucksenker, vielleicht der Name Valsartan ist ja immer noch in Erinnerung, Medikamente, die die Magensäure blockieren, aber auch Antidepressiva und Schilddrüsenmedikamente teilweise.". Die langfristigen Folgen solcher Engpässe ist ziemlich unklar. Zur Zeit müssen die Menschen auf Alternativ- Produkte zurückgreifen, deren therapeutische Wirksamkeit anders ausgeprägt sein könnte. Ob sich damit langfristig Risiken für die Menschen ergeben, wird sicherlich noch niemand sagen können. Als Ursache für die Lieferengpässe, wird oft die Produktion der Medikamente, in Fernost angegeben. Kommt es dort im Produktionsverfahren zu Stillständen oder kommt es wegen Verunreinigungen zu Arzneimittel- Rückrufen, hat das meist sofort Auswirkungen in der Verfügbarkeit der Medikamente.

Problematisch wird es jedoch, wenn ein Patient nicht in der Lage ist, auf ein Ersatzpräparat zurück zu greifen. Die Gründe dafür können vielschichtig sein. Angefangen von Unverträglichkeiten bei Wirkstoffen, Schluckbeschwerden oder im Extremfall sogar Wechselwirkungen. 

Das Paul-Ehrlich-Institut hat zudem eine Liste von Impfstoffen veröffentlicht, die ebenfalls von den Lieferengpässen betroffen sind. Auf der Liste fallen Impfstoffe gegen Hepatitis-B, Herpes-Zoster und Masern- Mumps- Röteln auf. Ein Impfstoff steht dort sogar im Lieferstatus "offen", wo also nicht bekannt ist, wann dieser wieder lieferbar ist: Diphtherie-, Tetanus- und Pertussis, ein Kombiimpfstoff. (externer Link: Liste PEI). Gerade unter den Aspekt der Masern-Impfpflicht die März 2020 kommen soll, kann sich der Mangel zur Einhaltung solcher Gesetze, negativ auswirken.

Jens Spahn möchte den ganzen mit einem 5 Punkteplan entgegenwirken:

1. Verpflichtung für Pharmaunternehmen und Großhändler, Lagerbestände und Lieferengpässe an eine zentrale Stelle zu melden. 
2. Spahn will Vorgaben für Lagerbestände machen
3. In Notfällen will Spahn den Verkauf von Medikamenten zulassen, die nicht in deutscher Sprache ausgezeichnet sind.
4. Apothekern die Möglichkeit geben, auch andere als die verschriebenen Arzneimittel zu verkaufen, wenn das verschriebene Produkt nach 24 Stunden nicht verfügbar ist.
5. Ein Beirat, soll zukünftig die Versorgungslage in Deutschland im Blick behalten.

Genau diese fünf Punkte sorgen schon wieder für erneute Kritik. Matthias Arnold gegenüber dem Deutschlandfunk: "Ich glaube, das ist kein groß zielführender Weg, weil man kann sowas machen, aber auch eine Reserve ist immer dann schnell aufgebraucht, und das führt dann auch nur zu Hortungsmaßnahmen, was ja auch den Markt nicht rettet, sondern wenn, muss das Übel an der Wurzel angepackt werden. Reserven machen Sinn bei ganz kritischen Medikamenten, in Krankenhäusern ist das eventuell vorstellbar, nur denke ich, dass das langfristig keine Lösung des Problems darstellen wird."

Die aktuelle Liste kann direkt beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte unter folgendem Link http://lieferengpass.bfarm.de/ords/f?p=30274:2:609130577714::NO::: herunter geladen werden.

Frontal 21 hat das Thema "Engpass in der Apotheke: Wenn Medikamente knapp werden" in einem Beitrag aufgegriffen:

Autor: Redaktion / © EU-Schwerbehinderung



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