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Klarheiten zum E-Rezept und es gibt Ausnahmen

Bildbeschreibung: Smartphone mit einen Rezept
Foto: kk | © 2020 EU-Schwerbehinderung

Ab 2022 wird das elektronische Rezept (E-Rezept) für verschreibungspflichtige Arzneimittel flächendeckend eingeführt. Dazu fand am 07.05.2020 die 1. Lesung des Entwurfs des Patientendaten-Schutz-Gesetzes (PDSG) im Deutschen Bundestag statt. Der Gesetzentwurf befindet sich somit im parlamentarischen Verfahren.

Das E-Rezept könnte problematisch werden, denn nicht jeder Mensch verfügt über ein geeignetes Smartphone. In einigen Haushalten ist nicht einmal ein Internetanschluss verfügbar, da die dort lebenden Personen entweder in einem der Internetlöcher leben, oder sich Internet finanziell nicht leisten können. Andere Menschen sind auf Grund Ihres Alters oder wegen einer Behinderung, nicht in der Lage ich mit neuen Technologien auseinander zu setzen.

Wie genau das E-Rezept seitens des Bundesgesundheitsministeriums geplant ist, stellte das Bundesgesundheitsministerium gegenüber EU-Schwerbehinderung, wie folgt dar: Für das E-Rezept wird es eine App geben, mit der der Versicherte auf das E-Rezept über sein Smartphone zugreifen kann. Der Patient kann das Rezept über diese App in einer Apotheke seiner Wahl einlösen. Das kann eine Apotheke vor Ort oder eine Online-Apotheke sein. Die App wird Teil der sicheren Telematikinfrastruktur. Dies bedeutet jedoch nicht, dass der Patient das Rezept über die App einlösen muss. Das E-Rezept wird vielmehr in zwei verschiedenen Ausprägungen für die Versicherten verfügbar sein. Versicherte können zum einen über die E-Rezept-App darauf zugreifen und das E-Rezept entweder einer Apotheke zuweisen oder in einer Apotheke den Zugangscode über einen 2-D-Code präsentieren. Alternativ können die Versicherten einen ausgedruckten 2-D-Code in der Arztpraxis erhalten und diesen in der Apotheke vorzeigen. Die zweite Alternative bietet sich insbesondere für die Versicherten an, die über kein geeignetes Smartphone verfügen oder dieses nicht für die Einlösung von E-Rezepten verwenden wollen. Technisch betrachtet ist das E-Rezept selbst zwar auch in dieser Variante grundsätzlich elektronisch, weil es von der Apotheke elektronisch verarbeitet wird. Aber praktisch haben die Versicherten ein Wahlrecht, ob Sie das E-Rezept mittels des Ausdrucks in Papierform oder per App einlösen möchten. Bei beiden Varianten werden die eigentlichen Rezeptinformationen sicher, qualifiziert elektronisch signiert und vollständig digital von der Arztpraxis über den Versicherten zur Apotheke übertragen.

Aber wie sieht es bei einem Hausbesuch des behandelnden Arzt aus, der beispielsweise kein Internet hat?

Ausnahmen von der Verpflichtung bestehen, wenn die elektronische Erstellung oder die elektronische Übermittlung der Verordnungen aus technischen Gründen nicht möglich ist. Hierzu zählen etwa die Verordnung von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln im Rahmen von ärztlichen Hausbesuchen, oder auch die Einzelfälle, in denen die elektronische Erstellung einer Verordnung aufgrund technischer Probleme in der Arztpraxis oder im Krankenhaus nicht möglich ist oder die für die elektronische Übermittlung der Verordnung erforderlichen Komponenten und Dienste der Telematikinfrastruktur technisch nicht zur Verfügung stehen. In diesen Ausnahmefällen ist bei der Erstellung von Verordnungen von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln ersatzweise auf das hierzu bisher vorgesehene Papierverfahren zurückzugreifen. Die Arzneimittelversorgung der Versicherten ist in jedem Fall sicherzustellen.

Gegenwind zum E-Rezept kam bereits am 15. Mai vom Bundesrat. Anders als im Entwurf sollen die Patienten auch nach 2022 die Möglichkeit haben, sich für ein Papierrezept zu entscheiden, so der Bundesrat (wir berichteten) in einer am 15. Mai beschlossenen Stellungnahme.

Autor: kk / © EU-Schwerbehinderung



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