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Brandbrief an Kanzlerkandidaten aus der Pflege: Bündnis fordert raschen Krisengipfel

Bildbeschreibung: Eine Mann mit Mundmaske.
Foto: © Holger Langmaier

Ein breites Bündnis aus Wohlfahrtsverbände, Gewerkschaften und Wissenschaftler fordern nach der Bundestagswahl, in einem Brandbrief an die Kanzlerkandidaten, schnell einen Pflegegipfel. Das berichtete der Evangelische Pressedienst (epd). Drei Anliegen müssten angegangen werden, sobald die Regierung gebildet sei. Unterstützung der häuslichen Pflege, Neupositionierung der professionellen Pflege sowie eine faire Verteilung der finanziellen Belastung, zitierte die „Augsburger Allgemeine“ (Montag) aus dem Schreiben. Dabei seien die Initiatoren des Brandbriefes, die Diakonie, der DGB und die Krankenkasse DAK, in Sorge, „dass sich die künftige Regierung auf dem Wenigen ausruht, was in der laufenden Legislaturperiode umgesetzt wurde“.

Es sei zwar die schwarz-rote Regierung nicht komplett untätig gewesen, sagte die Diakonie-Vorständin Maria Loheide der Zeitung und betont dabei, dass „eine kleine Reparatur hier und ein bisschen Kosmetik dort haben aber längst nicht ausgereicht, die Brisanz aus dem Thema Pflege zu nehmen.“

Zudem sei die Personalsituation immer noch heftig angespannt. „Der Druck auf die Beschäftigten ist enorm groß“. Auch sei der Grund dafür nicht schlechte Bezahlung, sondern die ständige Unterbesetzung, so Loheide. Riesengroß seien der Stress und körperliche Belastung, hierbei komme die fehlende Planbarkeit hinzu. Damit beginne ein Teufelskreis: Der Druck führe dazu, dass die Mitarbeitenden aus dem Beruf fliehen und sich eine andere Arbeit suchen, was den Personalmangel weiter verschärfe.

Zur Forderung eines Bündnisses aus Gewerkschaften, Wohlfahrtsverbänden und Wissenschaftler*innen nach einem Pflegegipfel nach der Bundestagswahl erklärt Kordula Schulz-Asche, (Grünen) Sprecherin für Pflege- und Altenpolitik:

„Die Bundesregierung hat in den letzten Monaten versucht, ihre Versäumnisse der letzten Jahre auszugleichen. Das hektische Handeln ist den Herausforderungen, vor denen wir in der Pflegepolitik stehen, allerdings nicht gerecht geworden. Es reicht nicht, die Geschwindigkeit zu erhöhen, ohne die Richtung zu verändern.

Die Bundestagswahl ist eine Richtungswahl. Die Menschen, die Pflege brauchen oder erbringen, wollen einen echten Aufbruch und kein Weiter-so. Wir haben einen umfassenden Reformvorschlag vorgelegt. Die Menschen brauchen vor Ort mehr Unterstützung durch eine pflegerische Infrastruktur und hochqualifiziertes Pflegefachpersonal wie Community Health Nursing. Das ist in anderen Ländern schon längst gang und gäbe. Deutschland darf kein Pflege-Entwicklungsland sein. Die nächste Bundesregierung muss die Probleme in der Pflege endlich anpacken, damit der Pflegenotstand nicht weiter zur Pflegekatastrophe wird. Dazu wollen wir alle Kräfte der Gesellschaft bündeln. Wir müssen mehr tun, um Menschen für die Arbeit in der Pflege zu gewinnen, aber auch Arbeitsbedingungen sicherstellen, das ganze Berufsleben in der Pflege tätig sein zu können. Unser Ziel ist es, dass alle Menschen die Unterstützung und Pflege bekommen, die sie brauchen. Es wird Zeit für eine Pflegereform, die diesen Namen tatsächlich verdient.“

Autor: md / © EU-Schwerbehinderung



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