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Coronavirus (Covid-19) für Medizinisches Personal braucht es in der Intensivmedizin praktikable Quarantäne-Regelungen

Bildbeschreibung: Mehrere Ärzte in einem Kreis.
Foto: © National Cancer Institute

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hatte wegen des Coronavirus (Covid19) für medizinisches Personal Quarantäneempfehlungen ausgesprochen, dieses sind jedoch auf massive Kritik gestoßen. Die Deutsche Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN), hat gesagt es würde „zu einem Kollaps der Gesundheitsversorgung durch Krankenhäuser und Arztpraxen führen.“

Die Empfehlungen vom RKI werden kritisiert von der Fachgesellschaft. Die Empfehlung sind: Zur häuslichen Qua­ran­täne gelte schließlich nur für diejenigen, die engen (≤ 2 Meter) ungeschützten Kontakt zu einem bestä­tigten COVID-19-Fall im Rahmen der Pflege oder medizinischen Untersuchung gehabt hätten.

Das DGIIN hält diese Regelung als „nicht praktikabel“. So heißt es in der Pressemitteilung des DGIIN:

Mitarbeitende in der Notfallaufnahme kämen beispielweise im Laufe eines Arbeitstages mit einem großen Personenkreis des übrigen dort tätigen medizinischem Fachpersonal in Kontakt. Dies ist auch dann der Fall, wenn eine COVID-19 Erkrankung bei einem Mitarbeiter (oder auch Patienten) noch nicht erkannt und diagnostiziert ist. Kommt es dann zu einer nachgewiesenen Infektion mit SARS-CoV-2 und nachfolgender COVID-19 Erkrankung müssten laut aktuellen Empfehlungen des RKI alle Kontaktpersonen ebenfalls in Quarantänestellung.

„Kommt es dann zu einer nachgewiesenen Infektion mit SARS-CoV-2 und nachfolgender COVID-19-Erkrankung müssten laut aktuellen Empfehlungen des RKI alle Kontaktper­so­nen ebenfalls in Quarantäne“, so die Fachgesellschaft. „Ein solcher Ausfall kann aufgrund der ohnehin schon dünnen Personaldecke nicht kompensiert werden“, gibt Stefan John, Präsident der DGIIN, zu bedenken.

Vor diesem Hintergrund hat es in der jüngsten Vergangenheit Abweichungen von der Empfehlung des RKI gegeben. In Abstimmung mit den lokalen Gesundheitsbehörden haben sich Krankenhäuser nicht nur der Maximalversorgung für ein anderes Vorgehen entschieden, um die Sicherheit der zum Teil kritisch erkrankten Patienten durch Ausfall von ganzen Belegschaften nicht zu gefährden. „Solche Abweichungen können zur Verunsicherung der Bevölkerung und des medizinischen Personals beitragen. Wir brauchen daher andere, praxistaugliche und gut umsetzbare Regelungen als die bisher bestehenden. Nur so können zukünftige Abweichungen verhindert werden“, sagt der Experte, der auch Leiter des Funktionsbereichs Intensivmedizin am Klinikum Nürnberg ist. Die DGIIN fordert daher eine Änderung der Regelungen für medizinisches Personal, das engen, ungeschützten Kontakt (≤2 Meter) zu einem bestätigten COVID-19-Fall im Rahmen der Pflege oder medizinischen Untersuchung hatte. Dafür bietet die Fachgesellschaft ihre Zusammenarbeit mit dem RKI an. Asymptomatische Kontaktpersonen sollten unter klar geregeltem Schutz und Überwachungsmaßnahmen weiterhin an der Patientenversorgung teilnehmen können.

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Vorschlag für neue Handlungsempfehlungen

Doch: „Solche Abweichungen können zur Verunsicherung der Bevölkerung und des medi­zi­nischen Personals beitragen“, erklärte John, der am Klinikum Nürnberg den Funktions­bereich Intensivmedizin leitet.

Die DGIIN schlägt daher folgende Handlungsempfehlungen vor:

Asymptomatisches medizinisches Personal der Kategorie I des RKI muss nach Kon­takt mit einer SARS-CoV-2-positiven Person unverzüglich auf SARS-CoV-2 getestet werden. Bei fehlenden Symptomen oder sonstigen Zeichen einer Infektion kann die betreffende Person zunächst weiter bis zum endgültigen negativen Testergebnis arbeiten.

Die Kontaktperson muss bei der weiteren Arbeit jedoch einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Weiterhin sollte zweimal pro Tag Fieber gemessen und ein Gesundheitstagebuch geführt werden mit einer Dokumentation des allgemeinen Befindens.

Die Kontaktpersonen werden außerdem gebeten, auch im häuslichen Umfeld Hy­gie­nemaßnahmen einzuhalten und auf den Besuch von größeren öffentlichen Ver­anstaltungen zu verzichten.

Zudem muss alle zwei bis drei Tage ein Test der Person auf das Virus erfolgen.

Sobald das Virus bei einer Kontaktperson nachgewiesen werde, müsse natürlich eine häusliche Quarantänestellung erfolgen, betonte John. Und dies gelte auch für Kontakt­personen, die plötzlich Symptome zeigten.

Der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sieht nach eigenen Einschätzungen Deutschland gegen das Coronavirus medizinisch besser aufgestellt als andere europäische Länder.

In den Deutschen Krankenhäuser gebe es 28 000 Intensivplätze, davon seien 25 000 mit Beatmungsmöglichkeiten ausgerüstet, sagte Spahn gestern nach Angaben von Teilnehmern in der Sitzung der Unionsfraktion im Bundestag. Dieses sei mehr als in anderen EU-Ländern.

Ein Anteil von ein bis drei Prozent der Infizierten müsse auf einer Intensivstation behandelt werden, so Spahn und davon müsse ein Teil wiederum beatmet werden. Der Bundesgesundheitsminister hatte zudem unterstrichen das irgendwann der Punkt erreicht werde, an dem das Gesundheitssystem seine Ressourcen konzentrieren müsse.

Autor: md / © EU-Schwerbehinderung



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