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Spahn will Reihentests in Heimen und Kliniken

Bildbeschreibung: Jens Spahn im Deutschen Bundestag
Foto: kk | © 2020 EU-Schwerbehinderung

Der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kündigte Reihentest in Heimen und Kliniken an. „Mein Ziel ist es, noch im Mai eine Verordnung vorzulegen, die präventive Reihentests in Krankenhäusern und Pflegeheimen ermöglicht“, sagte er der Welt. „Wenn Patienten und Bewohner aufgenommen oder verlegt werden, sollten Sars-CoV-2-Tests die Regel sein.“, so Spahn weiter.

Das Spahn mit dem Vorhaben nicht alleine dar steht, wird mit einer Forderung in Hamburg deutlich. "Patienten sollen jetzt vor Aufnahme in Kliniken und Heime getestet werden", heißt es im Hamburger Abendblatt, jedoch ist man sich in Hamburg noch nicht einig, wer das finanzieren soll. Da könnte die Verordnung von Spahn, dem Hamburger Senat entgegen kommen. Andere Bundesländer testen bereits auf eigene Kosten.

Sollte es in einer Einrichtung zu einer Infektion kommen, sollen sowohl das Personal als auch alle Bewohner und Patienten vorsorglich einen Abstrich bekommen. Das soll dann auch für symptomlose Kontaktpersonen von Infizierten gelten, die bisher nur mit Symptome wie Fieber und Husten, auf Kosten der Krankenkasse getestet werden. Die Krankenkassen hatten sich bisher dagegen gewehrt, auch bei symptomfreien Personen die Kosten für den Test zu übernehmen.

„Die Krankenhäuser fordern das Bundesministerium für Gesundheit auf, in die Rechtsverordnung die Mitarbeiter der Kliniken als gefährdete Gruppe aufzunehmen. Wir reden hier von einer klassischen Aufgabe der Pandemiebekämpfung. Niederschwellige Tests sind zentrale Voraussetzung für die Eindämmung der Epidemie und die Wiederaufnahme der Regelversorgung. Denn Transparenz steigert das Vertrauen der Patienten in die Sicherheit in den Kliniken“, erklärte Dr. Gerald Gaß, Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft.

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Zur Ankündigung des Gesundheitsministers, präventive Reihentests in Heimen und Kliniken zu ermöglichen, erklärt Katrin Göring-Eckardt, Fraktionsvorsitzende der Grünen:

„Um die Ausbreitung des Virus stärker einzugrenzen, hätte die Bundesregierung schon vor Wochen gezielte und präventive Tests stärker hochfahren müssen. Die bisherigen Regeln von Bund und Ländern greifen viel zu kurz. Andere Länder machen uns längst vor, wie der Kampf gegen Corona mit massivem Testen unterstützt werden kann. Wir haben daher selbst einen Vorschlag für ein bundesweit einheitliches Kontrollsystem mit fünf Corona-Warnstufen und verbindlichen Testpflichten auf den Tisch gelegt. Die Bundesregierung muss die verlorene Zeit jetzt wieder gutmachen. Die vielen Hürden, die es bei der Umsetzung noch gibt, zeigen: Gesundheitsminister Spahn und sein Ministerium dürfen nicht nur Überschriften liefern, sondern müssen sich jetzt richtig reinhängen, damit mehr Tests nicht nur angekündigt, sondern auch bezahlt und umgesetzt werden. Allein die dafür nötige Verordnung wird zeitlich erneut mit zwei bis drei Wochen zu Buche schlagen. Die Probleme mit den Tests machen auch das Dilemma der Krisenpolitik überdeutlich: Beim gegenseitigen Überbietungswettbewerb hat man rasche Öffnungen beschlossen, ohne die dafür nötigen Voraussetzungen zu schaffen. Statt vorausschauend Politik zu machen, muss jetzt hektisch repariert und nachgebessert werden."

Die Deutschen Krankenhausgesellschaft stellte dar: Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts gab es seit Beginn der Corona-Krise knapp 12.000 positive Tests unter den Beschäftigten von Krankenhäusern, ärztlichen Praxen, Dialyseeinrichtungen und Rettungsdiensten. 11.500 von ihnen sind schon wieder genesen. Diese Zahlen zeigen einerseits, dass natürlich auch die Beschäftigten im Gesundheitswesen von Infektionen betroffen sind. Andererseits sind sie aber bei mehr als einer Million Krankenhausbeschäftigten relativ selten. Einzelne Kliniken konnten mit einer Vielzahl an Tests nachweisen, dass rund 0,5 Prozent der Mitarbeiter akut infiziert waren. Niemand ist heute in der Lage eine Aussage darüber zu treffen, ob und wie sich die Infektionsraten der Beschäftigten im Gesundheitswesen von denen anderer Bevölkerungsgruppen unterscheiden. „Um noch mehr Transparenz zu schaffen und damit auch Patienten mehr Sicherheit zu geben, muss die Testung in diesem Bereich weiter ausgebaut werden. Es ist positiv, dass die Testung der Patienten nun geregelt ist, auch wenn wir erwarten, dass die Krankenkassen hier ihre zögerliche Haltung bei der Finanzierung aufgeben. Wir fordern, dass alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in direktem Patienten-Kontakt sind, einmal pro Woche getestet werden. Die Tests der Mitarbeiter sind Maßnahmen des Infektionsschutzes und dienen der Aufrechterhaltung des geordneten Krankenhausbetriebs. Die Kosten der Tests mögen auf den ersten Blick hoch sein. Allerdings können sie mit dazu beitragen, weitere wirtschaftliche Lockdowns zu verhindern. Vor diesem Hintergrund sind die Kosten geradezu marginal“, so Gaß.

Autor: kk / © EU-Schwerbehinderung



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