EU-Schwerbehinderung

Das Online-Nachrichtenmagazin.
Politik, Soziales, Behinderung, Rente
und vieles mehr .... Kritisch, sachlich und offen. Pflege-news Nachrichtendienst zur Behindertenpolitik, Behinderung, Schwerbehinderung, Nachrichten

DEKV: Abschlüsse in der Pflegeausbildung stärken

Bildbeschreibung: Ein Mädchen mit einer Mundmaske.
Foto: © Gustavo Fring

Gut ausgebildete Pflegekräfte sind wichtig, denn jede:r kann erkranken oder pflegebedürftig werden. Voraussetzung für eine Tätigkeit in diesem systemrelevanten Beruf ist eine qualifizierte Ausbildung. Mit der seit 2020 modernisierten Pflegeausbildung wurde die Ausbildung zukunftsfähig neu gestaltet: Sie führt die Ausbildungen in der Altenpflege, Gesundheits- und Krankenpflege und Gesundheits- und Kinderkrankenpflege in der gemeinsamen Ausbildung zur Pflegefachfrau/zum Pflegefachmann zusammen. Zudem sind primärqualifizierende Pflegestudiengänge eingeführt worden.

Damit sollen Pflegende für die Beschäftigung in allen Versorgungsbereichen qualifiziert vorbereitet und eine neue Weiterbildungskultur für Pflege in den Krankenhäusern etabliert werden. Fakt ist aber auch: Je nach Region beenden bis zu 25 Prozent der angehenden Pflegefachpersonen ihre Ausbildung nicht. "Ziel der evangelischen Krankenhäuser, von denen mehr als 80 Prozent in den Gesundheits-, Pflege- und Sozialberufen ausbilden, ist es, den Anteil derjenigen deutlich zu senken, die ihre Ausbildung wechseln oder vorzeitig beenden", betont Christoph Radbruch, Vorsitzender des DEKV. Wie das gelingen kann, stand im Mittelpunkt des Parlamentarischen Frühstücks "Pflegeausbildung - durchhalten lohnt!" des DEKV anlässlich der bundesweiten Aktionswoche "Take care! Zur Attraktivität sozialer Berufe".

Um diesen Inhalt anzusehen,
akzeptieren Sie bitte alle Cookies

Praxisanleitung stärken

Mit der Einführung der generalistischen Ausbildung ist die Gruppe der Auszubildenden heterogener geworden: Altersstruktur, Leistungsniveau und kultureller Hintergrund unterscheiden sich heute stärker als früher. Die Altersspanne beispielsweise reicht von 15 bis 55 Jahre. Zudem ist der Anteil der ausländischen Auszubildenden in den Gesundheits- und Pflegeberufen von 6,5 Prozent im Jahr 2010 auf 16,6 Prozent im Jahr 2019 angestiegen. Auf diese Veränderungen müssen Praxisanleiter:innen eingehen können, um die Auszubildenden dort abzuholen, wo sie stehen und herausfordernde oder belastende Situationen in der praktischen Ausbildung aufzuarbeiten. Im Rahmen der dreijährigen Ausbildung sind 2.500 Praxisstunden vorgesehen, zehn Prozent davon als Praxisanleitung. Um den aktuellen Herausforderungen gerecht zu werden, muss der Anteil der Praxisanleitung auf 20 Prozent (500 Stunden) erhöht werden. Die hinzugewonnenen 250 Stunden sollen flexibel einsetzbar sein und Praxisanleiter:innen ermöglichen, Gespräche flexibel, alters- und leistungsgerecht zu gestalten. Sie bieten zudem die Möglichkeit, betreuungsintensive Auszubildende zu fördern und ermöglichen es, sensibel und adäquat auf die kulturelle Vielfalt unter den Auszubildenden einzugehen. Konsens der Diskussionspartner:innen war es, dass eine gute und umfassende Praxisanleitung ein wichtiger Baustein für eine qualifizierte Ausbildung ist und wesentlich zu dem Ziel beiträgt, Ausbildungsabschlüsse zu stärken.

Berufsorientierung und Praxiseinblick intensivieren

Die Erwartungen an eine Tätigkeit in der Pflege sind vielfältig. Umso wichtiger ist es, vor der Entscheidung für oder gegen eine Ausbildung einen umfassenden Einblick in den Berufsalltag zu erhalten. Das unterstreichen auch die Erfahrungen der ausbildenden Krankenhäuser und der Pflegeschulen: Die meisten Ausbildungswechsel oder -abbrüche erfolgen in der Probezeit oder den ersten eineinhalb Ausbildungsjahren. Daher sind Berufsorientierungstage, Praktika oder auch die längeren Praxiseinblicke in Form eines Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) wertvolle Erfahrungen, um eine fundierte und individuell passende Entscheidung zu treffen. Dies gilt umso mehr, wenn Praktika fachlich betreut und anschließend gemeinsam reflektiert werden. Daher müssen die Möglichkeiten, vor der Entscheidung für eine Ausbildung in der Pflege Einblicke in die berufliche Praxis zu erhalten, erweitert und in ihrer zeitlichen Dauer flexibler gestaltet werden, beispielsweise in Form eines halb- oder vierteljährlichen FSJs.

Pflegeassistenz und Pflegehelfer bundeseinheitlich regeln

Einen niederschwelligen Einstieg in das Berufsfeld Pflege bietet die Ausbildung zur Pflegehelferin beziehungsweise zum Pflegehelfer oder zur Pflege(fach)assistenz. Seit 2003 sind diese Berufe nicht mehr bundeseinheitlich geregelt, sondern unterliegen der Zuständigkeit der Länder. Die Entwicklungsmöglichkeiten in einem Berufsfeld sind ein wichtiges Kriterium bei der Entscheidung für eine Ausbildung. Daher ist in den Pflegeberufen ein durchgängiges Qualifikationsmodell, das sich am europäischen beziehungsweise deutschen Qualifikationsrahmen orientiert, wichtig. Um dieses zu etablieren und eine Durchlässigkeit von der Assistenzqualifikation bis zur Promotion zu erreichen, ist eine bundesweit einheitliche generalistische Regelung der Ausbildung zur Pflegehelferin oder zum Pflegehelfer beziehungsweise zur Pflegeassistenz eine notwendige Voraussetzung. Nur so sind lebenslanges Lernen und attraktive Karrieren im Berufsfeld möglich.

Organisation der Pflegeausbildung flexibilisieren

Alter und Lebenslagen der Auszubildenden sind heute oft heterogen und Lebenswege nicht immer geradlinig. Daher gewinnen flexible Ausbildungsformen an Bedeutung, um den unterschiedlichen Lebenssituationen gerecht zu werden. Die Praxis zeigt schon heute, dass Modelle wie eine Teilzeitausbildung mit verlängerter Ausbildungszeit gut angenommen werden. Das zeigt: Es müssen die Grundlagen für eine weitere Flexibilisierung beispielsweise in Form von Abendschule oder Ausbildungen mit flexibler Zeit- und Urlaubsgestaltung geschaffen werden. Zudem muss eine Unterbrechung der Ausbildung innerhalb der maximalen Ausbildungsdauer von fünf Jahren möglich sein. Neben einer flexiblen Ausbildungsorganisation benötigen die Auszubildenden je nach persönlichem und familiärem Hintergrund weitere Unterstützung, beispielsweise eine seelsorgerische oder sozialpsychologische Betreuung. Daher sollte das in einigen Bundesländern an allgemeinbildenden Schulen etablierte Modell der Schulsozialarbeit auf die Pflegeschulen ausgeweitet und regelhaft finanziert werden.

Entwicklung und Aufstiege in der Pflege konsequent fördern

Wie geht es nach der Ausbildung weiter? Diese Frage nach der beruflichen Perspektive stellt sich spätestens im dritten Ausbildungsjahr. Für Arbeitgeber bietet sie die Chance, Auszubildende über eine Weiterbildungskultur zu binden. Diese muss die gewünschten Perspektiven und die Vielfalt der Pflegekarrieren, beispielsweise in Form von Fachweiterbildungen, Fortbildung in der Praxisanleitung, zur Stationsleitung oder einem Pflegestudium, bereits während der Ausbildung aufzeigen. Auch hier sind flexibel gestaltete Angebote wichtig, um auf die Lebenssituationen der Teilnehmer:innen einzugehen. Durch die Einführung der generalistischen Pflegeausbildung müssen sowohl die geltenden Fort- und Weiterbildungsordnungen als auch die personellen Anforderungen der Qualitätsrichtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) so überarbeitet werden, dass sie generalistisch anschlussfähig sind.

Rahmenbedingungen in der Pflege verbessern

Gute Rahmenbedingungen in der Pflege fangen in der Ausbildung an: Auszubildende brauchen verlässliche Strukturen, um ihre Fähigkeiten und Kompetenzen zu entwickeln. Daher darf der Fachkräftemangel Ausbildungszeiten nicht negativ beeinflussen. Das bedeutet, Krankenhäuser müssen ein ausbildungssensibles Ausfallmanagement etablieren, um personellen Engpässen zu begegnen. Darüber hinaus brauchen Auszubildende eine emphatische Begleitung durch die Praxisanleiter:innen sowie bei Bedarf unterstützende seelsorgerische sowie soziale Angebote. Für den langfristigen Verbleib im Beruf sind Erfahrungen der Selbstwirksamkeit und eine eigenverantwortliche Tätigkeit wichtig. Eine aktive Einbindung der Pflegefachkräfte in die Abläufe und Organisation der Stationen erhöht die Selbstwirksamkeit und die Wertschätzung für das eigene Tun. Die in der neuen Pflegeausbildung verankerten vorbehaltenen Tätigkeiten unterstreichen die Qualifikation und Eigenverantwortlichkeit der Pflege. Für eine interprofessionelle Teamarbeit aller pflegerischen, therapeutischen und medizinischen Professionen müssen diese vorbehaltenen Tätigkeiten (Erhebung und Feststellung des individuellen Pflegebedarfs, Organisation, Gestaltung und Steuerung des Pflegeprozesses sowie Analyse, Evaluation, Sicherung und Entwicklung der Qualität der Pflege) gestärkt und vom Gesetzgeber konkretisiert werden.

Newsletter

Post von der Redaktion EU-Schwerbehinderung

Kostenlos per E-Mail in Ihrem Posteingang

Newsletter bestellen

{mobile}

Abonnieren Sie unseren Newsletter*

* Mit den Abonnoment des Newsletters, akzeptieren Sie unsere Datenschutzrichtlinie

Abonnieren sie uns auf Google-News

{/mobile}

"Pflege ist ein attraktives und zukunftsorientiertes Berufsfeld. Die OECD bezeichnet die Gesundheits- und Sozialdienstleistungen als Boombranche der nächsten Jahrzehnte. Für diese Entwicklung brauchen wir qualifizierte Beschäftigte in der Pflege und eine gute und umfassende Ausbildung ist dafür eine Grundlage. Deshalb müssen Politik, Krankenhäuser, Pflegeschulen und die Gesellschaft als Ganzes zusammen daran arbeiten, die Ausbildung und das Berufsbild Pflege attraktiv zu gestalten. Als evangelische Krankenhäuser setzen wir uns dafür ein, die Ausbildungsabschlüsse in der Pflege zu stärken. Was dazu notwendig ist, haben wir in einem Sechs-Punkte-Plan zur Stärkung von Abschlüssen in der Pflegeausbildung zusammengefasst", erklärt Radbruch.

Autor: DEKV / © EU-Schwerbehinderung



Pflege

Aktuelles

weitere Nachrichten

Kurznachrichten

Pflegereform bietet keine Lösung für die zentralen Probleme in der Pflege

Bildbeschreibung: Eine Frau mit einer Mundmaske.
Foto: © cc0 / EU-Schwerbehinderung

Der Gesundheitsausschuss des Bundestags hat am Mittwoch die Pflegereform gebilligt. Die Parlamentsnachrichten teilen dazu mit: Mit der Mehrheit der Koalitionsfraktionen von Union und SPD hat der Gesundheitsausschuss des Bundestages den Entwurf für ein Gesetz zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung (GVWG) (19/26822) gebilligt.

Neben Regelungen zur medizinischen Versorgung gehört auch eine Pflegereform zu dem Entwurf. Die Opposition monierte am Mittwoch im Ausschuss, dass die Pflegereform kurzfristig in den Entwurf integriert worden sei und weit hinter den Erfordernissen zurückbleibe. Die Oppositionsfraktionen votierten gegen den Gesetzentwurf.

Um diesen Inhalt anzusehen,
akzeptieren Sie bitte alle Cookies

Die Neuregelungen in der Pflege sollen dazu beitragen, Pflegekräfte besser zu bezahlen und zugleich Pflegebedürftige und ihre Angehörigen zu entlasten. Die Koalition will dazu den Beitragszuschlag für Kinderlose in der gesetzlichen Pflegeversicherung um 0,1 Punkte auf 0,35 Prozent anheben. Auch soll sich der Bund ab 2022 jährlich mit einer Milliarde Euro an den Aufwendungen der sozialen Pflegeversicherung beteiligen.

Ferner sollen ab September 2022 Versorgungsverträge für Pflegeeinrichtungen an eine tarifliche Entlohnung gekoppelt werden. Um vollstationär versorgte Pflegebedürftige finanziell zu entlasten, soll ihr Eigenanteil schrittweise verringert werden.

Die Reform beinhaltet für 2022 auch einen ergänzenden Bundeszuschuss an die GKV in Höhe von sieben Milliarden Euro, um einen Anstieg der Zusatzbeiträge zu verhindern.

Mit den Regelungen im ursprünglichen GVWG will die Bundesregierung Qualität und Transparenz in der medizinischen Versorgung verbessern. Der Entwurf sieht Vorgaben für den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA), mehr Rechte für Krankenversicherte sowie Reformen in Krankenhäusern und Hospizen vor.

Zur Beschluss der Pflegereform im Gesundheitsausschuss des Bundestags erklärt Kordula Schulz-Asche (Grünen), Sprecherin für Alten- und Pflegepolitik:

Newsletter

Post von der Redaktion EU-Schwerbehinderung

Kostenlos per E-Mail in Ihrem Posteingang

Newsletter bestellen

{mobile}

Abonnieren Sie unseren Newsletter*

* Mit den Abonnoment des Newsletters, akzeptieren Sie unsere Datenschutzrichtlinie

Abonnieren sie uns auf Google-News

{/mobile}

Die Bundesregierung enttäuscht mit ihren Vorschlägen, weil sie halbherzig sind. Wer weder die Voraussetzungen für eine gute Pflege schafft noch eine nachhaltige und generationengerechte Finanzierung von Pflege sicherstellt, versagt an den zentralen Herausforderungen des demografischen Wandels. Zum Ende der Legislaturperiode wird deutlich, dass diese Bundesregierung ihre Versprechen nicht einhalten kann.

Die Vorschläge sind Anhängsel eines Aller-Welt-Gesetzes, aber nicht die überfällige Pflegereform. Es ist bitter, dass die fundamentalen Probleme der Pflegeversicherung ungelöst bleiben. Für viele pflegebedürftige Menschen, ihre Angehörigen und die Pflegekräfte ist die Grenze des Zumutbaren längst erreicht. Die jetzige Bundesregierung hinterlässt der zukünftigen Bundesregierung damit ein explosives Erbe in der Pflegepolitik.

Autor: md / © EU-Schwerbehinderung



Pflege

Aktuelles

weitere Nachrichten

Kurznachrichten

Bundestag hat über die Pflegereform abgestimmt

Bildbeschreibung: Der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn.
Foto: © kk / EU-Schwerbehinderung

Der Bundestag hat heute am Freitag den Entwurf der Bundesregierung zur Pflegereform „Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung“ zugestimmt. Das Gesetz ist im Bundesrat nicht zustimmungspflichtig. Es tritt in seinen wesentlichen Teilen nach der Verkündung in Kraft. Drucksache: 19/26822, 19/28005 . Die FDP hatte zu dem Entwurf einen Entschließungsantrag eingebracht (19/30564), der ablehnt wurde. Vorab wurde in zweiter Lesung über einen Änderungsantrag der Grünen (19/30563) abgestimmt.

Tarifbezahlung für Pflegekräfte und zugleich Entlastung für Pflegebedürftige bei den Eigenanteilen - dafür sorgt das Gesetz zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung (Gesundheitsversorgungsweiterentwicklungsgesetz – GVWG).

Um diesen Inhalt anzusehen,
akzeptieren Sie bitte alle Cookies

Ein zusätzlicher Bundeszuschuss an die GKV stabilisiert den Zusatzbeitragssatz im kommenden Jahr. Für die Krankenhäuser wird eine Qualitätsoffensive eingeleitet und Versicherte profitieren von verbesserten Leistungen.

Der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) beginnt die Debatte: Er eröffnet die Rede mit den Worten „Ein starker Staat gibt Sicherheit“ und ein starker Sozialstaat gibt Sicherheit in dieser Krise, so der Minister. Weiter sagt er der Staat „gibt Sicherheit in der persönlichen Gesundheitskrise bei Pflegebedürftigkeit, aber auch bei Krankheit und er gibt uns eben Sicherheit in der nationalen Gesundheitskrise in dieser Pandemie. Dabei macht er darauf aufmerksam, dass sich unser Pflegesystem als sehr Leistungsfähig, robust und verlässig darstellt in der Corona-Pandemie. Der Gesundheitsminister bedankt sich bei allen 5 Millionen Menschen, die jeden Tag mit helfen das wir so gut durch die Krise kommen.

„Das zeigt eben auch im Brennglas, wo wir noch besser werden können, das ist im Bereich von Gesundheit, wie im Bereich von Pflege.“ Eine Lehre sei, dass sich die Bürger und Bürgerinnen eine Gesundheitsversorgung in der Nähe wünschen, die flächendeckend ist, aber auch von guter Qualität," so Spahn. Das Gesetz würde genau diese Punkte aufgreifen, so etwa die Einführung von Personalbemessungsgrenzen für die Krankenhäuser. „Wir verbessern die Qualität in den Krankenhäusern.“ Auch werde der Patientenschutz verbessert, so der Minister. Spahn kommt auf den Bereich Pflege und spricht von besseren Arbeitsbedingungen und einer besseren Bezahlung „gerade auch in der Langzeitpflege und Altenpflege, weil auch das gerade die Attraktivität eines Berufes bestimmt.“ Ja danke sagen, einmal Klatschen, Pflegeprämien, dieses ist wichtig, aber es reicht eben nicht. Es geht darum das wir strukturell, dauerhaft zu einer Bezahlung kommen nach Tarif für alle Pflegeeinrichtungen ambulante, wie stationär die mit der Pflegeversicherung abrechnen. Das ist für 100.000 beschäftigte in der Pflege in Deutschland in Euro und Cent ein echter Unterschied jeden Monat und deswegen ist ein starkes wichtiges Signal,“ betonte Spahn.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn teilt zu GVWG mit:

  • „Mit höheren Löhnen, mehr Kompetenzen und mehr Kolleginnen und Kollegen machen wir den Pflegeberuf attraktiver. Gleichzeitig entlasten wir Pflegebedürftige und ihre Familien in Pflegeheim künftig neben dem nach Pflegegrad differenzierten Leistungsbetrag einen Zuschlag. Er steigt mit der Dauer der Pflege: Im ersten Jahr trägt die Pflegekasse 5 % des pflegebedingten Eigenanteils, im zweiten Jahr 25 %, im dritten Jahr 45 % und danach 70 %.
  • In der ambulanten Pflege werden die Sachleistungsbeträge um 5 % erhöht, um auch dort den steigenden Vergütungen Rechnung zu tragen.
  • Pflegefachkräfte erhalten mehr Entscheidungsbefugnisse bei der Auswahl des richtigen Hilfsmittels und Pflegehilfsmittels im Sinne der Pflegebedürftigen. Außerdem sollen die Fachkräfte eigenständige Entscheidungen in der häuslichen Krankenpflege treffen dürfen.
  • Es werden gesetzlich starke Anreize für den Ausbau der Kurzzeitpflege gesetzt. Um die Pflegebedürftigen nicht zu belasten, wird der Leistungsbetrag der Pflegeversicherung zur Kurzzeitpflege zudem um 10% angehoben. Außerdem wird ein neuer Anspruch auf eine bis zu zehntägige Übergangspflege im Krankenhaus eingeführt. Sie kann genutzt werden, falls im Anschluss an eine Krankenhausversorgung eine Pflege im eigenen Haushalt oder einer Kurzzeitpflege nicht sichergestellt werden kann.
  • Zur Finanzierung der Pflegeversicherung wird ab dem Jahr 2022 ein Bundeszuschuss in Höhe von 1 Mrd. Euro pro Jahr einführt. Zudem steigt der Beitragszuschlag für Kinderlose um 0,1 Prozentpunkte.
  • In Pflegeheimen wird künftig ein bundeseinheitlicher Personalschlüssel gelten: Mit einem neuen Personalbemessungsverfahren wird anhand der jeweiligen Bewohnerstruktur für jedes Heim der Personalbedarf berechnet. Bereits seit 1. Januar 2021 können die Pflegeheime vor diesem Hintergrund 20.000 zusätzliche Pflegehilfskräfte einstellen. Ab 1. Juli 2023 werden bundeseinheitliche Personalanhaltszahlen vorgegeben, die die Einstellung von weiterem Personal ermöglichen.
  • Die Gesetzlichen Krankenkassen erhalten 2022 einen zusätzlichen Bundeszuschuss in Höhe von 7 Milliarden Euro. Das ist nötig, um den Zusatzbeitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung auch 2022 stabil bei 1,3 Prozent zu halten. Damit leistet die GKV ihren Beitrag zur Einhaltung der Sozialgarantie der Bundesregierung, den Gesamtsozialversicherungsbeitrag auch 2022 unter 40 Prozent zu halten.
  • Milliardenhöhe. Das Gesetz sorgt außerdem für mehr Vernetzung, Qualität und Transparenz in der Versorgung. So stärken wir unser Gesundheitssystem – damit es auch in Zukunft zu den besten zählt.“

Anja Piel, DGB-Vorstandsmitglied, sagte vorab am Freitag in Berlin mit Blick auf die bevorstehende 2./3. Lesung des Gesundheitsversorgungsweiterentwicklungsgesetzes:

„Kurz vor Ende der Wahlperiode versucht Spahn neben vielen Verteidigungsgefechten mit seinem Pflege-Reförmchen noch Boden gut zu machen. Im Spahnschen Trippelschritt ist aber keine Strukturreform der Pflegeversicherung zu schaffen. Das hilft niemandem – weder den Pflegebedürftigen noch den Angehörigen und schon erst gar nicht den Beschäftigten in der Altenpflege. Weder wird das Armutsrisiko Pflegebedürftigkeit begrenzt, noch garantiert, dass alle Pflegebeschäftigten mehr Geld erhalten werden.

Der Minister verspielt die letzte Chance, die Pflegeversicherung zukunftsfest zu machen, obwohl das fest versprochen war. Die wenigen Verbesserungen werden nicht reichen, um für die anstehende Bundestagswahl das Gesicht zu wahren, dafür ist das Deckbett sichtbar zu kurz.

Die dringend notwendigen Entlastungen bleiben für die nächste Bundesregierung liegen, eine echte Pflegereform steht somit weiter aus. Dabei droht die massive Unterfinanzierung der Pflegeversicherung bei gleichzeitiger Überforderung der pflegebedürftigen Menschen akut schon 2022.

Der DGB fordert, die Eigenanteile in der Pflege kurzfristig zu deckeln und in einem zweiten Schritt eine Pflegebürgerversicherung für alle einzuführen, die sämtliche pflegerischen Kosten übernimmt.“

Gesetzentwurf der Bundesregierung

Mit vielen gesetzlichen Änderungen will die Bundesregierung die Qualität und Transparenz in der medizinischen Versorgung verbessern. Dabei sieht der Gesetzentwurf neue Vorgaben für den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) und mehr Rechte für Krankenversicherte vor sowie Reformen in Krankenhäusern und Hospizen. Es sollen für den G-BA Befugnisse und Fristen präzisiert werden. Es sollen ersetzt werden die Qualitätsverträge der bisherigen Qualitätszu- und -abschläge. In Zukunft sollen in Krankenhäuser klinische Sektionen zur Qualitätssicherung über einen Zuschlag refinanziert werden. Zudem sollen einrichtungsbezogene Vergleiche in der ambulanten und stationären Versorgung sowie von Rehabilitationseinrichtungen der gesetzlichen Krankenversicherung veröffentlicht werden.

Es sollen die Versicherten an mehreren Stellen entlastet werden. Es soll der Anspruch auf eine Zweitmeinung auf weitere planbare Eingriffe, die der G-BA festlegt, erweitert werden. Außerdem werden Vorsorgeleistungen in anerkannten Kurorten von einer Ermessens- in eine Pflichtregelung umgewandelt. So wird für Patienten mit starkem Übergewicht (Adipositas) ein strukturiertes Behandlungsprogramm (DMP) eingeführt.

Koalitionsvorschläge zur Pflegereform

Zudem haben die CDU/CSU und SPD im Gesundheitsausschuss Änderungsanträge zum Regierungsentwurf eingebracht, zum Inhalt für eine Pflegereform. Dabei sollen die Neuregelungen dazu beitragen, Pflegekräfte besser zu bezahlen und die Pflegebedürftige und ihre Angehörigen zu entlasten. Dazu will die Koalition will den Beitragszuschlag für Kinderlose ab dem vollendeten 23. Lebensjahr in der gesetzlichen Pflegeversicherung von 0,25 Prozent des Bruttogehalts um 0,1 Punkte auf 0,35 Prozent anheben. Außerdem soll sich der Bund ab 2022 jährlich mit einer Milliarde Euro an den Aufwendungen der sozialen Pflegeversicherung beteiligen.

Zudem sei geplant, dass ab September 2022 Versorgungsverträge nur noch mit Pflegeeinrichtungen abgeschlossen sein, die nach Tarifverträgen oder tarifähnlich bezahlen. Mit Pflegeeinrichtungen, die nicht an Tarifverträge oder kirchliche Arbeitsrechtsregelungen gebunden sind, dürfen Versorgungsverträge nur noch abgeschlossen werden, wenn diese ihre Pflegekräfte nicht untertariflich bezahlen.

Geringerer Eigenanteil an der Pflegevergütung

Um Pflegebedürftige nicht finanziell zu überfordern, die vollständig stationär versorgt werden, soll ihr Eigenanteil an der Pflegevergütung schrittweise verringert werden. Danach soll der Eigenanteil bei den Pflegekosten sich in den Pflegegraden 2 bis 5 im ersten Jahr sich um 5 Prozent reduzieren, im zweiten Jahr im Heim um 25 Prozent, im dritten Jahr um 50 Prozent und ab dem vierten Jahr dauerhaft um 75 Prozent.

Newsletter

Post von der Redaktion EU-Schwerbehinderung

Kostenlos per E-Mail in Ihrem Posteingang

Newsletter bestellen

{mobile}

Abonnieren Sie unseren Newsletter*

* Mit den Abonnoment des Newsletters, akzeptieren Sie unsere Datenschutzrichtlinie

Abonnieren sie uns auf Google-News

{/mobile}

Zudem sei geplant ein neuer Anspruch auf Übergangspflege im Krankenhaus. Dabei sei die Voraussetzung, dass nach einer Krankenhausbehandlung erforderliche Leistungen der häuslichen Krankenpflege, der Kurzzeitpflege, der medizinischen Rehabilitation oder weitere Pflegeleistungen nur unter erheblichem Aufwand sichergestellt werden können.

Mehr Verantwortung für qualifizierte Pflegefachkräfte

Pflegefachkräfte sollen zudem mehr Verantwortung bekommen und dabei innerhalb eines vertragsärztlich festgestellten Verordnungsrahmens für Leistungen der häuslichen Krankenpflege selbst über die erforderliche Dauer und Häufigkeit der Maßnahmen bestimmen können. Eine Rahmenvorgaben soll hierzu der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) erarbeiten.

Autor: md / © EU-Schwerbehinderung



Coronavirus

Aktuelles

weitere Nachrichten

Kurznachrichten

SoVD fordert „Echte Pflegereform“

Bildbeschreibung: Eine Pflegerin im Krankenhaus.
Foto: © FH Münster/Anne Holtkötter

Die Corona-Pandemie hat einmal mehr gnadenlos offengelegt, dass eine umfangreiche Pflegereform dringend notwendig und längst überfällig ist. Passiert ist aus Sicht des Sozialverband Deutschland (SoVD) in dieser Legislaturperiode viel zu wenig. Am heutigen Freitag entscheidet der Bundestag ein letztes Mal über Regelungen zur pflegerischen Versorgung. „Was die Bundesregierung auf den letzten Metern durch die Gremien peitscht, hat den Namen Pflegereform nicht verdient“, kritisiert SoVD-Präsident Adolf Bauer. Und er fügt hinzu: „Wenigstens werden die finanziell besonders belasteten Langzeitpflegebedürftigen in den Heimen künftig mit Zuschüssen erheblich entlastet. Dafür haben wir uns bis zum Schluss eingesetzt.“

Abgehakt ist das Thema damit ganz und gar nicht. „Die Pflegekosten werden weiter steigen und es bleibt ein pflegebedingtes Armutsrisiko. Daran ändern auch die getroffenen Regelungen wenig. Denn als Teilkostenversicherung mit begrenzten Zuschüssen je Pflegegrad tragen die Pflegebedürftigen jede Kostensteigerung zu 100 Prozent selbst“, erklärt der SoVD-Präsident. „Jetzt kommt es auf die neue Bundesregierung an. Pflegebedürftige Menschen müssen zwingend spürbar finanziell entlastet werden.“

Um diesen Inhalt anzusehen,
akzeptieren Sie bitte alle Cookies

Die FH Münster teilt mit: Die Corona-Pandemie hat uns mit Schrecken vor Augen geführt, welche dramatischen Folgen der vielfach beschworene „Pflegenotstand“ haben kann. Zu den Spitzenzeiten der Corona-Wellen wurden die Kapazitäten in den Intensivstationen eng. Und zwar nicht etwa durch zu wenig freie Betten − tatsächlich lag es schlichtweg am nicht ausreichend vorhandenen Pflegepersonal.

Und mehr Pflegefachkräfte zu gewinnen, braucht es neben besserer Arbeitsbedingungen auch deutlich mehr Pflegepädagog*innen, die den stark nachgefragten Fachkräften eine kompetente Ausbildung anbieten können. Einen Beitrag hierzu leisten Absolvent*innen des Masterstudiengangs Bildung im Gesundheitswesen − Berufliche Fachrichtung Pflege am Fachbereich Gesundheit der FH Münster. Eine Bewerbung ist noch bis zum 15. August möglich. Alle Informationen zum Studiengang finden sich unter fhms.eu/Master-BIG.

Durch den Masterabschluss werden die Absolvent*innen dazu befähigt, Pflegefachkräfte in der generalistischen Ausbildung zu unterrichten. Zur Zielgruppe gehören Pflegepädagog*innen mit einem Bachelor- oder Diplomabschluss.

Aber auch Bewerber*innen ohne einschlägigen pflegepädagogischen Hochschulabschluss können sich bewerben, wenn sie über einen pflegewissenschaftlichen Bachelorabschluss verfügen. Mit einem nur zweisemestrigen Brückenstudium zum Master erwerben sie quasi als Quereinstieg die notwendigen pädagogischen Vorkenntnisse. Anschließend ist der Masterstudienplatz dann sicher. „Was unseren Studiengang auszeichnet, ist die enge Verknüpfung von Theorie und Praxis. Die Aneignung der erforderlichen Kompetenzen erfolgt praxisnah und fallbezogen in disziplinären aber auch interdisziplinären Handlungsfeldern“, erklärt Studiengangsleiterin Prof. Dr. Nadin Dütthorn.

Newsletter

Post von der Redaktion EU-Schwerbehinderung

Kostenlos per E-Mail in Ihrem Posteingang

Newsletter bestellen

{mobile}

Abonnieren Sie unseren Newsletter*

* Mit den Abonnoment des Newsletters, akzeptieren Sie unsere Datenschutzrichtlinie

Abonnieren sie uns auf Google-News

{/mobile}

Die gesellschaftliche Relevanz des Studienprogramms wird auch dadurch unterstrichen, dass das Land NRW der FH Münster drei weitere Professuren für dieses Studienangebot zugewiesen hat. „Ich freue mich, dass nach längeren Gesprächen der Hochschulvertrag zwischen der FH Münster und dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW zustande gekommen ist. Nun können wir insgesamt 55 Studienplätze in diesem Masterbereich anbieten“, erklärt Prof. Dr. Rüdiger Ostermann, Dekan des Fachbereichs Gesundheit.

Autor: md / © EU-Schwerbehinderung



Pflege

Aktuelles

weitere Nachrichten

Kurznachrichten

Pflegekräfte: hohe Anforderungen durch, jedoch wenig Einfluss auf die Arbeitszeit

Bildbeschreibung: Krankenschwester und da vor ein rein retuschierter Virus als grafische Darstellung.
Foto: © Mohamed Hassan

Beschäftigte in der Pflege arbeiten deutlich häufiger nachts und an Wochenenden und befinden sich häufiger in Rufbereitschaft als andere Beschäftige. Zudem haben Beschäftigte in der Alten- und Krankenpflege einen geringeren Einfluss auf ihre Arbeitszeit. Dabei weist dieser Bereich eine deutlich höhere Teilzeitquote aus. Dies sind Ergebnisse einer Analyse von Daten der Arbeitszeitbefragung 2019, die die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) jetzt im baua: Fakten "Hohe Anforderungen, wenig Ressourcen: Arbeitszeiten in der Alten- und Krankenpflege" veröffentlicht hat.

Nicht erst seit der Corona-Pandemie sehen sich Beschäftigte im Pflegebereich besonders hohen Anforderungen im Arbeitsalltag ausgesetzt. Neben körperlichen und psychischen Arbeitsanforderung spielt auch die Arbeitszeit eine wichtige Rolle für die Gesundheit und das Stresserleben von Beschäftigten. Auf Grundlage der BAuA-Arbeitszeitbefragung 2019 wurden die arbeitszeitlichen Anforderungen von abhängig Beschäftigten in der Alten- und Krankenpflege mit den Anforderungen von Beschäftigten in anderen Berufen verglichen. Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede.

Um diesen Inhalt anzusehen,
akzeptieren Sie bitte alle Cookies

So arbeitet über die Hälfte der Beschäftigten in der Alten- (57 %) und Krankenpflege (59 %) regelmäßig zu atypischen Zeiten vor 7 Uhr oder nach 19 Uhr. In anderen Berufen beträgt die Quote 19 Prozent. Zudem ist in den Pflegeberufen die Arbeit an Wochenenden deutlich stärker verbreitet. Das gilt auch für die Rufbereitschaft, die in der Altenpflege mit 20 Prozent um 5 Prozentpunkte höher liegt als in der Krankenpflege. Bei anderen Berufen liegt sie bei 6 Prozent.

In den Pflegeberufen gibt es Ausnahmeregelungen, die eine Verkürzung der Mindestruhezeit von 11 Stunden ermöglichen. Tatsächlich berichtet etwa jede zweite Krankenpflegekraft und etwa jede vierte Altenpflegekraft mindestens einmal im Monat eine verkürzte Ruhezeit zu haben. Kranken- und Altenpflegekräfte haben darüber hinaus vergleichsweise wenig Einfluss auf die Gestaltung ihrer Arbeitszeit. So können beispielsweise mehr als die Hälfte aller Krankenpflegekräfte und fast zwei Drittel der Altenpflegekräfte kaum Einfluss auf den Zeitpunkt ihrer Pausen nehmen.

Insgesamt arbeiten Pflegekräfte durchschnittlich häufiger zu atypischen Zeiten und haben weniger Möglichkeiten, die Arbeitszeit nach ihren Bedürfnissen flexibel zu gestalten als Beschäftigte in anderen Berufen. Damit fehlt ihnen eine wichtige Ressource, um die hohen körperlichen und psychischen Anforderungen ihres Berufs zu bewältigen. Verlässliche Arbeitszeiten und Rücksichtnahme auf persönliche Belange bei der Schichtplangestaltung können hier Entlastung bringen.

Newsletter

Post von der Redaktion EU-Schwerbehinderung

Kostenlos per E-Mail in Ihrem Posteingang

Newsletter bestellen

{mobile}

Abonnieren Sie unseren Newsletter*

* Mit den Abonnoment des Newsletters, akzeptieren Sie unsere Datenschutzrichtlinie

Abonnieren sie uns auf Google-News

{/mobile}

baua: Fakten "Hohe Anforderungen, wenig Ressourcen: Arbeitszeiten in der Alten- und Krankenpflege" sowie Tipps für eine gute Schichtplangestaltung in der Pflege gibt es im Internetangebot der BAuA unter www.baua.de/Arbeitszeitgestaltung-Pflege.

Autor: md / © EU-Schwerbehinderung



Allgemeines

Aktuelles

weitere Nachrichten

Kurznachrichten

Pflegereform braucht parlamentarischen Feinschliff

Bildbeschreibung: Eine Frau mit einem Mundschutz.
Foto: © cc0 / EU-Schwerbehinderung

„Es tut sich doch noch was in der Pflegepolitik, und das ist sehr zu begrüßen,“ so Caritas-Präsident Peter Neher anlässlich der Anhörung im Bundestag zu Reformvorhaben in der Pflege. “Das ist insbesondere nach den Erfahrungen der Pandemie bitter nötig.“

Tariftreue absolut notwendig

Um diesen Inhalt anzusehen,
akzeptieren Sie bitte alle Cookies

"Es ist sehr gut, dass Träger von Pflegeeinrichtungen sich zukünftig bei der Bezahlung ihrer Mitarbeitenden - auch wenn sie selbst keinen Tarifvertrag abgeschlossen haben - an einem geltenden Tarifvertrag oder den Arbeitsbedingungen der Kirchen orientieren müssen. Damit wird ergänzend zum Pflegemindestlohn ein dringend notwendiges, wirksames Instrument geschaffen, um faire Löhne in der Pflege zu sichern," so Neher.

Bei der geplanten Ausgestaltung der Begrenzung der Kosten für die Pflegebedürftigen sieht der Deutsche Caritasverband Nachbesserungsbedarf im parlamentarischen Verfahren."So sehr wir das Prinzip einer Deckelung der Eigenanteile begrüßen, haben wir doch Zweifel an der konkreten Ausgestaltung," so der Caritas-Präsident. Die Caritas macht sich schon lange für eine einfach kalkulierbare Regelung stark, die verhindert, dass die z.B. durch Tarifsteigerungen entstehenden Zusatzlasten allein von den Pflegebedürftigen oder ihren Ehepartnern getragen werden müssen. Die Caritas befürwortet, dass diese Deckelung nach sechs Monaten in einer Einrichtung greift.

Fragezeichen bei der Finanzierung

"Die Finanzierung der vorgeschlagenen Reformschritte ist auf Kante genäht - um es freundlich zu sagen. Wir werden als Gesellschaft nicht umhin kommen, uns über grundlegende Fragen Gedanken zu machen: Zu welchem Preis ist gute Pflege zu haben und wer soll dafür zahlen? Das wird eine Aufgabe für die nächste Legislaturperiode," so Neher. Unbeantwortet bleibt im vorliegenden Reformentwurf auch die Frage nach Standards für Live-In-Kräfte, die Menschen zuhause pflegen. "Und es fehlen Verbesserungen für die pflegenden Angehörigen. Das ist bitter," so Neher weiter.

Newsletter

Post von der Redaktion EU-Schwerbehinderung

Kostenlos per E-Mail in Ihrem Posteingang

Newsletter bestellen

{mobile}

Abonnieren Sie unseren Newsletter*

* Mit den Abonnoment des Newsletters, akzeptieren Sie unsere Datenschutzrichtlinie

Abonnieren sie uns auf Google-News

{/mobile}

Reha-Einrichtungen unter die Arme greifen

In seiner Stellungnahme zum Gesetzvorhaben moniert der Deutsche Caritasverband auch das Auslaufen des Corona-Schutzschirms für die Reha- und Vorsorgeeinrichtungen zum 15. Juni 2021. "Reha- und Vorsorgeeinrichtungen werden mitnichten ab Mitte Juni wieder normal arbeiten und ihre vollen Einnahmen generieren können," so der Caritas-Präsident. "Sie brauchen dringend einige Monate lang weiter Unterstützung, wenn wir sicher gehen wollen, dass es sie auch 2022 noch gibt. Und es muss sie unbedingt geben, denn für viele Patienten*innen und Familien waren die vergangenen Monate hart, sie sind auf die Hilfe der Reha-Einrichtungen und der Mutter-Vater-Kind-Einrichtungen dringend angewiesen."

Autor: dm / © EU-Schwerbehinderung



Pflege

Aktuelles

weitere Nachrichten

Kurznachrichten

Pflegebedürftigkeit darf nicht zu Altersarmut führen

Bildbeschreibung: Eine Seniorin mit einer jünger Frau.
Foto: © cottonbro

Der Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages hat sich am Montag im Rahmen einer Öffentlichen Anhörung mit Anträgen der Großen Koalition zu Verbesserungen in der Pflege beschäftigt. Die angestrebten Änderungen sollen im Rahmen des Gesundheits-Versorgungs-Weiterentwicklungs-Gesetzes (GVWG) noch in dieser Legislaturperiode verabschiedet werden.

Die Johanniter-Unfall-Hilfe begrüßt die Initiative, einige wichtige Punkte der angedachten Pflegereform mit dem GVWG umzusetzen. Jörg Lüssem, Mitglied des Bundesvorstands der Johanniter-Unfall-Hilfe, unterstreicht insbesondere die Bedeutung der Bindung von Versorgungsverträgen an Tarifverträge bzw. kirchliche Arbeitsregelungen: "Mit der Bindung an Tarifverträge wird sichergestellt, dass alle Pflegekräfte eine angemessene und leistungsgerechte Entlohnung erhalten.

Um diesen Inhalt anzusehen,
akzeptieren Sie bitte alle Cookies

Die Johanniter-Unfall-Hilfe hat mit dem "AVR DWBO Anlage Johanniter" starke Arbeitsrechtsregelungen, die ein faires Gehalt auf hohem Niveau sichern. Auch die zukünftige Verordnungskompetenzen im Rahmen der Häuslichen Krankenpflege sowie der Hilfsmittelversorgung sind ein guter Beitrag zur Erhöhung der Attraktivität des Berufsbildes."

Zudem federe die Erhöhung des ambulanten Budgets für die Erbringung von Pflegeleistungen durch zugelassene Pflegeeinrichtungen sowie des Kurzzeitpflegebudgets zumindest ein Teil der aus der Tarifbindung entstehenden finanziellen Mehrbelastung für die Pflegebedürftigen ab.

Newsletter

Post von der Redaktion EU-Schwerbehinderung

Kostenlos per E-Mail in Ihrem Posteingang

Newsletter bestellen

{mobile}

Abonnieren Sie unseren Newsletter*

* Mit den Abonnoment des Newsletters, akzeptieren Sie unsere Datenschutzrichtlinie

Abonnieren sie uns auf Google-News

{/mobile}

Auch wenn nun einige Punkte mit dem GVWG verbessert werden, fehle das ganzheitliche Konzept für die Zukunft der Pflegeversicherung. "Die Einbringung einiger weniger Änderungen in ein bereits laufendes Gesetzgebungsverfahren wird der Wichtigkeit des Themas Pflege nicht gerecht. Wir brauchen ein langfristig tragfähiges und generationengerechtes Pflegesystem, das für beide Seiten finanzierbar sein muss. Beitragszahler dürfen nicht über Gebühr belastet werden und gleichzeitig müssen die Leistungen der Pflegeversicherung so gestaltet sein, dass Pflegebedürftigkeit kein Risiko für Altersarmut ist", so Lüssem weiter.

Autor: kk / © EU-Schwerbehinderung



Allgemeines

Aktuelles

weitere Nachrichten

Kurznachrichten

Aus, Fort- und Weiterbildungen der Pflegeberufe müssen angepasst werden

Bildbeschreibung: Mehrere Schüler die zusammen sich Unterhalten.
Foto: © Alexis Brown

Das Klima verändert sich. Dies wirkt sich unmittelbar auf die Gesundheit der Menschen aus und kann dazu führen, dass gesundheitliche Probleme entstehen oder sich verschärfen. Die AOK teilt mit: Das zeigen die Ergebnisse des Versorgungs-Reports "Klima und Gesundheit". Dazu sagt Martin Litsch, Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes:

"Klimaschutz ist Gesundheitsschutz. Wir müssen alle mehr dafür tun, die gesundheitlichen Auswirkungen schädlicher Umwelteinflüsse zu reduzieren. Denn Klimaschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Als Gesundheitskasse sind wir besonders motiviert und machen uns deshalb auf den Weg." Ein erster, sehr wesentlicher Schritt bestehe darin, das eigene Handeln dahingehend auszurichten und Transparenz zu schaffen.

Um diesen Inhalt anzusehen,
akzeptieren Sie bitte alle Cookies

Anlässlich der Veröffentlichung des Versorgungs-Reports „Klima und Gesundheit“ des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) sagt Franz Wagner, Präsident des Deutschen Pflegerats e.V. (DPR):

„Die Aufrechterhaltung eines intakten Klimas und Ökosystems und der Gesundheitsschutz gehören unabdingbar zusammen. Sie müssen oberste Priorität in allen gesellschaftlichen Bereichen haben. Die durch den Klimawandel hervorgerufenen gesundheitlichen Probleme müssen bereits heute beachtet und durch kluges Handeln vermieden bzw. gelindert werden.

Als Pflegefachpersonen haben wir eine entscheidende Verantwortung für uns und für die uns anvertrauten Menschen. Der Schutz vor gesundheitlichen Beeinträchtigungen und die Information sowie das Eintreten für die Gesunderhaltung sind unabdingbar mit unserer Profession und unserem Berufsverständnis verbunden.

Nicht von der Hand zu weisende Forschungsergebnisse und vor allem unsere Umwelt selbst mahnen uns eindeutig, dass gehandelt werden muss. Jeder von uns ist gefragt, was er für den Klimaschutz tun kann. Zudem müssen die Entscheider in der Politik und aller Institutionen in Deutschland deutlich aktiver werden. Die Bundespolitik scheint so langsam die Brisanz des Themas verstanden zu haben. Auch wenn sie nach wie vor nur in Trippelschritten anstatt in den notwendigen 7-Meilen-Stiefeln unterwegs ist.

Um den Klimawandel noch aufhalten zu können, ist es aber auch an uns, aktiv zu werden. Wir tragen eine große Verantwortung für uns und die kommenden Generationen.

Newsletter

Post von der Redaktion EU-Schwerbehinderung

Kostenlos per E-Mail in Ihrem Posteingang

Newsletter bestellen

{mobile}

Abonnieren Sie unseren Newsletter*

* Mit den Abonnoment des Newsletters, akzeptieren Sie unsere Datenschutzrichtlinie

Abonnieren sie uns auf Google-News

{/mobile}

Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesundheit und die Lebensqualität der Menschen sind deutlicher hervorzuheben. Fakt ist: Klimaverschlechterungen führen zu Gesundheitsbeeinträchtigungen und damit auch zu mehr Personal in allen Gesundheitsberufen. Personal, welches wir bereits heute händeringend suchen. Mit Blick auf den Gesundheitsschutz muss dieses besser ausgebildet werden. Das Thema Klimawandel, seine Ursachen und Auswirkungen sowie was getan werden kann, muss mit in die Aus-, Fort- und Weiterbildung der beruflich Pflegenden aufgenommen werden.“

Autor: md / © EU-Schwerbehinderung



Allgemeines

Aktuelles

weitere Nachrichten

Kurznachrichten

Pflegereform: Wer Leistungen übernimmt, muss auch Haftung tragen

Bildbeschreibung: Eine Frau mit einer Mundmaske.
Foto: © Anna Shvets

Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. Andreas Gassen, spricht sich gegen die von der Regierungskoalition geplanten verbindlichen Modellvorhaben zur Übertragung von ärztlichen Tätigkeiten auf Pflegefachkräfte aus. Dies war Thema einer öffentlichen Anhörung am Montag im Gesundheitsausschuss des Bundestags.

Der KBV-Chef pocht dabei vor allem auf eine klare Regelung der Haftungsfrage für die handelnden Personen. "Sollten ärztliche Leistungen substituiert werden, muss sowohl die berufsrechtliche als auch die wirtschaftliche Verantwortung ausschließlich bei den Angehörigen des betreffenden Gesundheitsberufs liegen", stellt Gassen klar.

Um diesen Inhalt anzusehen,
akzeptieren Sie bitte alle Cookies

Nach den Regelungen zur geplanten Pflegereform im Rahmen des Gesundheitsversorgungsweiterentwicklungsgesetzes (GVWG) soll die Übernahme ärztlicher Tätigkeiten durch entsprechend qualifizierte Pflegekräfte in Modellversuchen erprobt werden - die Dauer ist auf vier statt sonst üblich acht Jahre begrenzt.

"Die Übernahme ärztlicher delegierter Tätigkeiten und Leistungen durch entsprechend qualifiziertes Personal hat die Funktion, Ärztinnen und Ärzte zu entlasten und zu unterstützen. In der Regel können Angehörige nicht ärztlicher Gesundheitsberufe aber trotz hohem teilweise akademischem Qualitäts- und Ausbildungsniveau keine ganzheitliche medizinische Betrachtung leisten", konstatiert der KBV-Chef.

Newsletter

Post von der Redaktion EU-Schwerbehinderung

Kostenlos per E-Mail in Ihrem Posteingang

Newsletter bestellen

{mobile}

Abonnieren Sie unseren Newsletter*

* Mit den Abonnoment des Newsletters, akzeptieren Sie unsere Datenschutzrichtlinie

Abonnieren sie uns auf Google-News

{/mobile}

Gassen verweist dabei auf die von KBV und Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) klar formulierten Grundsätze zur Delegation und Substitution von ärztlichen Leistungen.In ihrer Vertreterversammlung vom 3. Mai 2021 hatten KBV und KVen das Konzept "KBV 2025: Strukturen bedarfsgerecht anpassen - Digitalisierung sinnvoll nutzen" verabschiedet. Dort sind unter anderem die Grundsätze zur Delegation und Substitution von ärztlichen Leistungen niedergelegt: https://www.kbv.de/media/sp/Konzept_KBV_2025.pdf

Autor: md / © EU-Schwerbehinderung



Pflege

Aktuelles

weitere Nachrichten

Kurznachrichten

Pflegeberatung hilft dabei, sich auf veränderte Corona-Lage einzustellen

Bildbeschreibung: Eine Frau die telefoniert mit ihrem Telefon.
Foto: © Karolina Grabowska

Die Hilfe für pflegebedürftige Menschen muss in der Pandemie immer wieder an aktuelle Entwicklungen angepasst werden. Das gilt auch jetzt wieder, wenn die Infektionszahlen vielerorts deutlich sinken. Dabei den Überblick zu behalten, ist nicht immer einfach. Beratung zur Pflege kann hier helfen. Zugang zu über 4.500 Beratungsangeboten findet man kostenlos über das ZQP.

Für viele der schätzungsweise 6,6 Millionen pflegenden Angehörigen in Deutschland bedeutet die Corona-Pandemie auch, zahlreiche Aspekte der pflegerischen Versorgung von Familienmitgliedern immer wieder neu organisieren zu müssen. Sei dies zum Beispiel, weil sich Zugangsmöglichkeiten zu den verschiedenen professionellen Unterstützungsangeboten ändern, Ausnahmeregelungen für bestimmte Leistungen gelten oder die Beantragung eines neuen Pflegegrades ansteht. Auch wenn sich eine Pflegesituation verändert, treten häufig neue Fragen und Herausforderungen auf. Den Überblick über die aktuell geltenden Regeln rund um die Pflegeversicherung und mögliche Unterstützungsangebote behalten zu müssen, ist zusätzlich anstrengend. Dabei kann professionelle Beratung zur Pflege entlasten. Doch viele Menschen wissen nach wie vor nicht, dass es zum Beispiel ein Recht auf kostenlose Pflegeberatung gibt, oder wo diese in Anspruch genommen werden kann.

Um diesen Inhalt anzusehen,
akzeptieren Sie bitte alle Cookies

Darum bietet das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) eine frei zugängliche und werbefreie Datenbank mit über 4.500 nicht kommerziellen Beratungsangeboten rund um die Pflege an. Mit dem kostenlosen Angebot können Ratsuchende bundesweit schnell und einfach nach Beratungsmöglichkeiten suchen. Die Datenbank richtet sich vor allem an pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen.

„ZQP-Studien aber auch die persönlichen Rückmeldungen Betroffener zeigen, dass sich in der Corona-Krise die Situation vieler pflegebedürftiger Menschen sowie ihrer Angehörigen zugespitzt hat. Das führt nicht selten zu neuem Beratungsbedarf. Gute Beratung hilft, die Pflege bestmöglich zu organisieren. Unsere Datenbank unterstützt darum schnell und leicht dabei, die entsprechenden Angebote zu finden“, sagt Dr. Ralf Suhr, Vorstandsvorsitzender des ZQP.

Mit der ZQP-Datenbank kann man nicht nur gezielt nach einem Beratungsangebot in der Nähe suchen. Die Ergebnisse lassen sich zudem ganz einfach filtern – je nachdem, ob die Beratung speziell zur Pflege, zum Wohnen, zum Betreuungsrecht, zur Selbsthilfe oder zur Demenz erfolgen soll. Auch Beschwerdestellen sind in der Datenbank eigens aufgelistet. Über eine Karte können die Ratsuchenden auf einen Blick erkennen, wo sich die Beratungsstelle befindet. Neben den Kontaktdaten werden zusätzliche Informationen zur Verfügung gestellt, zum Beispiel, ob die Beratung telefonisch erfolgen kann oder eine fremdsprachige Beratung möglich ist. Außerdem ist jeweils kurz zusammengefasst, zu welchen Themen beraten wird. Einer Übersicht sind zudem Anbieter von Online-Beratung und bundesweite Beratungstelefone zu entnehmen.

Daneben finden Ratsuchende viele weitere Informationen rund um das Thema Beratung zur Pflege. Dazu gehört etwa der ZQP-Einblick, der kurz und bündig zusammenfasst, was eine gute professionelle Beratung zur Pflege im Einzelnen ausmacht und was man von den Angeboten erwarten kann. Darüber hinaus sind weitere Datenbanken zur Suche nach Pflegeanbietern oder nach Angeboten der Palliativversorgung verlinkt.

Newsletter

Post von der Redaktion EU-Schwerbehinderung

Kostenlos per E-Mail in Ihrem Posteingang

Newsletter bestellen

{mobile}

Abonnieren Sie unseren Newsletter*

* Mit den Abonnoment des Newsletters, akzeptieren Sie unsere Datenschutzrichtlinie

Abonnieren sie uns auf Google-News

{/mobile}

Alle in der Datenbank enthaltenen Informationen wurden vom ZQP selbst recherchiert. Um die Qualität der Daten zu sichern, wurden vor deren Veröffentlichung alle Beratungseinrichtungen kontaktiert. Diese Abfrage wird jährlich wiederholt. Mit keinem von den in der Datenbank aufgeführten Beratungsangeboten ist das ZQP organisatorisch verbunden. Die Stiftung hat keine Informationen zur Qualität der jeweiligen Beratungen oder Einfluss auf deren Qualität.

Die neu gestaltete Datenbank ist kostenlos zugänglich unter: www.zqp.de/beratungsdatenbhttp://www.zqp.de/beratungsdatenbankank.

Autor: kk / © EU-Schwerbehinderung



Pflege

Aktuelles

weitere Nachrichten

Kurznachrichten

Private Pflegeanbieter fordern Perspektiven für die Branche

Bildbeschreibung: Eine Frau mit einer Mundmaske.
Foto: © Engin Akyurt

Auf einer digitalen Mitgliederversammlung hat die Landesgruppe Sachsen-Anhalt des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa) ihren Vorstand gewählt. Dabei bestätigten die Teilnehmer einstimmig die Landesvorsitzende Sabine Kösling. Die geschäftsführende Gesellschafterin der Vital Pflegeteam GmbH in Aschersleben leitet den ehrenamtlichen Vorstand seit 2016 und vertritt über 450 Mitglieder in Sachsen-Anhalt, darunter ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen sowie Anbieter der Eingliederungs- sowie der Kinder- und Jugendhilfe. Als kommende Herausforderung nannte die Pflegeexpertin die starke Vertretung der privaten Pflegeeinrichtungen auch gegenüber der neuen Landesregierung und den kontinuierlichen Einsatz für die Verbesserung der Rahmenbedingungen in der Pflege.

Um diesen Inhalt anzusehen,
akzeptieren Sie bitte alle Cookies

Als größter privater Pflegeverband in Deutschland nimmt der bpa auch in Sachsen-Anhalt zahlreiche Themen in den Fokus. So ist die Umsetzung der Arbeitsvertragsrichtlinien des Verbandes und deren Anerkennung auch in kollektiven Vergütungsverhandlungen ein erklärtes Ziel. Auch die Neugestaltung der Ausbildung nach dem Pflegeberufegesetz wird der bpa intensiv begleiten. Nicht zuletzt bringt der Verband weiterhin seine Fachkompetenz bei der Ausgestaltung der Regelungen für die Eingliederungs- und Behindertenhilfe mit dem Sozialhilfeträger des Landes ein.

Kösling: "Private Pflegeunternehmen stellen über die Hälfte der Einrichtungen in Sachsen-Anhalt. Damit eine hochwertige Versorgung bei Berücksichtigung des unternehmerischen Risikos auch in Zukunft möglich ist, sind an den tatsächlichen Pflegebedarf vor Ort angepasste Lösungen notwendig. Aufgrund des hohen Durchschnittsalters und dem daraus resultierenden Pflegebedarf benötigen wir Erleichterungen bei der Einstellung von ausländischen Pflegekräften. Einen bundeseinheitlichen Tarifvertrag lehnen wir ab."

Newsletter

Post von der Redaktion EU-Schwerbehinderung

Kostenlos per E-Mail in Ihrem Posteingang

Newsletter bestellen

{mobile}

Abonnieren Sie unseren Newsletter*

* Mit den Abonnoment des Newsletters, akzeptieren Sie unsere Datenschutzrichtlinie

Abonnieren sie uns auf Google-News

{/mobile}

Bei der Vorstandswahl wurden neben Sabine Kösling auch Stellvertreter Stephan Richter sowie die weiteren Vorstandsmitglieder Sven Mommert, Annett Rabe, Alexander Scheunpflug und Gabriele Staude wiedergewählt. Neu als Beisitzer im Vorstand sind Barbara Görmann, Sören Lambrecht und Kathrin Leusmann-Klipp.

Ein großer Dank des Verbandes geht an Nicole Meyer-Eisenhuth, Silke Otto und Hans-Christian Walther, die viele Jahre lang die Geschicke des bpa in Sachsen-Anhalt begleiteten und nun aus dem Vorstand ausgeschieden sind.

Autor: bpa / © EU-Schwerbehinderung



Allgemeines

Aktuelles

weitere Nachrichten

Kurznachrichten

Pflegereform: Schwarzer Tag für die private Altenpflege

Bildbeschreibung: Eine Frau mit einer Mundmaske.
Foto: © Anna Shvets

"Das ist wirklich ein schwarzer Tag für die private Altenpflege in Deutschland. Die Bundesregierung hat heute gegen die private Pflege entschieden und gefährdet damit sehenden Auges die Existenz tausender Pflegeeinrichtungen samt Arbeitsplätzen. Das wird sich auch spürbar auf die Versorgung pflegebedürftiger Menschen auswirken, da die privaten Einrichtungen mehr als 50 Prozent der Versorgung sichern." Das sagt Bernd Meurer, Präsident des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa), zur Verabschiedung der Pflegereform im Bundeskabinett.

bpa-Präsident Meurer: "Versorgungsverträge an eine tarifliche Entlohnung zu koppeln, ohne betriebliches Risiko und unternehmerisches Wagnis angemessen zu berücksichtigen, schnürt den Unternehmen die Luft ab. Dabei sind wir überhaupt nicht gegen noch bessere Bezahlung in der Altenpflege. Wenn aber die vollständige und unkomplizierte Refinanzierung der Löhne und die angemessene Berücksichtigung des betrieblichen Risikos und des unternehmerischen Wagnisses nicht gesichert ist, geht es den Unternehmen an den Kragen.

Um diesen Inhalt anzusehen,
akzeptieren Sie bitte alle Cookies

Jede Pflegereform muss Antworten geben für pflegebedürftige Menschen, für die Beschäftigten in der Pflege und für die Unternehmen, die professionelle Pflege und Betreuung sicherstellen. Pflegebedürftige Menschen werden trotz aller Beteuerungen die absehbar steigenden Kosten im eigenen Portemonnaie spüren.

Den Beschäftigten wird ein höheres Gehalt versprochen. Der Unterschied zu den heute schon stark gestiegenen Löhnen könnte bei vielen Beschäftigten zu Ernüchterung führen. Keinerlei Antwort bietet der Vorschlag zur Pflegereform für die Unternehmen. Nicht einmal die üblichen Risiken eines jeden Unternehmens müssen verpflichtend berücksichtigt werden, das unternehmerische Wagnis droht komplett unberücksichtigt zu bleiben. Damit gefährdet die Pflegereform die Stabilität der Unternehmen, aber auch Arbeitsplätze und sichere Versorgung."

Newsletter

Post von der Redaktion EU-Schwerbehinderung

Kostenlos per E-Mail in Ihrem Posteingang

Newsletter bestellen

{mobile}

Abonnieren Sie unseren Newsletter*

* Mit den Abonnoment des Newsletters, akzeptieren Sie unsere Datenschutzrichtlinie

Abonnieren sie uns auf Google-News

{/mobile}

Autor: bpa / © EU-Schwerbehinderung



Pflege

Aktuelles

weitere Nachrichten

Kurznachrichten

Neues Gesetz zu digitalen Pflegeanwendungen lässt Fragen zur Qualitätssicherung offen

Bildbeschreibung: Ein Arzt der an ein Laptop arbeitet.
Foto: © Ivan Samkov

Nun hat es auch die Hürde im Bundesrat passiert: Das Digitale-Versorgung-und-Pflege-Modernisierungsgesetz (DVPMG) tritt in wesentlichen Teilen am Tag der Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt in Kraft. Das DVPMG soll unter anderem die Nutzung der digitalen Pflegeanwendungen (DiPA) regeln. DiPAs folgen auf die sogenannten digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGAs), die seit dem vergangenen Jahr für den medizinischen und therapeutischen Bereich nutzbar sind.

Die neuartigen digitalen Hilfsmittel sollen einerseits das Pflegepersonal entlasten. Anderseits können sie - meist in Form von Apps - einen Qualitätsgewinn für Patienten und pflegebedürftige Menschen bedeuten. Was auf dem Papier vielversprechend klingt, lässt für die Praxis jedoch noch einige Fragen offen, vor allem hinsichtlich Pflegequalität und Kosten.

Um diesen Inhalt anzusehen,
akzeptieren Sie bitte alle Cookies

Paralleles Zulassungsverfahren trotz etabliertem Prozess

So schafft das DVPMG für DiPAs ein neues Zulassungsverfahren. Dabei existiert bereits ein Verzeichnis auf Basis des §139 im fünften Sozialgesetzbuch, in dem alle medizinisch und pflegerisch relevanten Hilfsmittel aufgeführt sind. Für die Aufnahme von Produkten in dieses Verzeichnis gibt es etablierte Prüfverfahren des Spitzenverbands Bund der Krankenkassen (GKV-SV). Mit dem DVPMG schafft der Gesetzgeber ein zusätzliches Zulassungsverfahren beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Dieses nimmt bisher Aufgaben bei der Zulassung von Arzneimitteln und Medizinprodukten wahr. Die fachspezifische Beurteilung des Nutzens von DiPAs gehört dagegen bislang nicht zu seinen Kernaufgaben.

Unterschiedliche Standards gefährden Pflegequalität

Die Schaffung eines zweiten Zulassungswegs läuft dem Gedanken einheitlicher Standards entgegen. GKV-SV und BfArM legen unterschiedliche Maßstäbe an, wenn es um die Kriterien für Qualität und Nutzen von Maßnahmen geht. Der GKV-SV folgt der Perspektive der Pflegeversicherung. Qualität wird hierbei vor allem an der Einhaltung von Pflegestandards gemessen. Ziel ist die Förderung von Kompetenzen zur Selbstständigkeit. Die medizinische Sicht legt den Fokus dagegen auf die Heilung von Krankheiten.

"Diese Unterscheidung ist ganz wesentlich", erläutert Holger Dudel, Fachreferent Pflege bei der DGQ. "DiPAs kommen in der ambulanten Pflege zum Einsatz. Dort leben Menschen, die nicht in erster Linie krank, sondern pflegebedürftig sind. Sie haben ganz andere Anforderungen an die Qualität von Produkten und Leistungen als kranke Menschen. Es drängt sich der Eindruck auf, dass hier ein schlankes Zulassungsverfahren geschaffen wird, ohne allen fachlichen Ansprüchen zu genügen oder für mehr Pflegequalität zu sorgen."

Die Qualität im Blick

Um den Nutzen der Anwendungen valide beurteilen zu können, ist es wichtig, auf evidenzbasierte Forschungsmethoden der Medizin und Pflege zurückzugreifen. Diese schlagen sich für gewöhnlich in entsprechenden Standards nieder. Der Gesetzgeber hat jedoch nicht einmal einen Evidenzgrad für DiPA-Studien festgesetzt. Dabei ist dieser für die Nutzenbeurteilung wesentlich. Im Unterschied zu den vorgesehenen retrospektiven Erhebungen wären außerdem prospektive Studien aufgrund höherer Aussagekraft vorzuziehen. Sinnvoll sind intelligente technische Systeme, die den Pflegeprozess effizienter gestalten und die Umsetzung von Pflegestandards langfristig fördern.

Die Qualität der eingesetzten Technologie sollte darüber hinaus an der Erfüllung von Bedürfnissen der Nutzer gemessen werden. Dafür müsste die Anwenderperspektive in die Nutzenanalyse integriert werden. So ließen sich die Akzeptanz steigern und der konkrete Anwendernutzen besser belegen.

Kostenerhöhung ohne messbare Nutzensteigerung

Neben Nutzennachweis und Qualitätssicherung stellt sich auch die Frage der Kosten für DiPAs. "Zwar ist noch weitgehend unklar, was DiPAs genau sind und wie sie wirken, sicher ist aber bereits, dass sie die Kosten in der Pflegeversicherung in die Höhe treiben werden", erklärt Dudel. "Das Bundesgesundheitsministerium geht von einer geringen Nutzerzahl und einer mittelmäßigen Ausschöpfung des Höchstbetrages von 50 Euro pro Nutzer und Anwendung aus. Dennoch rechnet es mit mindestens 130 Millionen Euro zusätzlichen Kosten pro Jahr für die Pflegeversicherung.

Newsletter

Post von der Redaktion EU-Schwerbehinderung

Kostenlos per E-Mail in Ihrem Posteingang

Newsletter bestellen

{mobile}

Abonnieren Sie unseren Newsletter*

* Mit den Abonnoment des Newsletters, akzeptieren Sie unsere Datenschutzrichtlinie

Abonnieren sie uns auf Google-News

{/mobile}

Zum Vergleich: Die Vergütung der Kassen für den Hausnotruf beträgt 23 Euro pro Monat und Leistungsempfänger, wobei er das Gerät und zusätzlich eine Dienstleistung umfasst. Aus dem Vergütungsmix mit Selbstzahlern werden die Pflegekassen lediglich mit gut 100 Millionen Euro belastet. Legt man diesen Vergleich zugrunde, stellt sich die Frage, ob bei der Formulierung des neuen Gesetzes tatsächlich immer Nutzen und Anforderungen der Anwender im Vordergrund standen. Dies eröffnet zugleich Fragen nach einer angemessenen Qualitätssicherung der DiPAs im Rahmen einer Gesamtstrategie für intelligente Technologien in der Pflege."

Autor: md / © EU-Schwerbehinderung



Allgemeines

Aktuelles

weitere Nachrichten

Kurznachrichten

Pflegereform: Tarnen und Täuschen scheint das Rezept der Bundesregierung zu sein, um einen faulen Kompromiss zu rechtfertigen

Bildbeschreibung: Eine Pflegerin mit Mundmaske die sich die Hände an den Kopf hält.
Foto: © cc0 / EU-Schwerbehinderung

Das Bundeskabinett hat den Gesetzentwurf zur Pflegereform verabschiedet, der vor allem für bessere Bezahlung in der Altenpflege und für eine Entlastung der Versicherten sorgen soll. Dazu Thomas Knieling, Bundesgeschäftsführer VDAB: „Diese Pflegereform ist eine Mogelpackung für Pflegeversicherte, eine Zumutung für Pflegeunternehmen und eine schwere Bürde für die Gesellschaft und vor allem für die junge Generation. Eine Mogelpackung, weil der finanzielle Eigenanteil, den Versicherte aufbringen müssen, nicht wie versprochene begrenzt oder gar gedeckelt worden ist.

Vielmehr gibt es frühestens nach 12 Monaten eine prozentuale Beteiligung der Pflegekassen. Das bedeutet nichts Anderes, als dass die explodierenden Kosten im ersten Jahr der Versorgung voll auf den Pflegebedürftigen durchschlagen und ihn ggf. schon da in die Sozialhilfe zwingen. Die Zumutung für die Pflegeunternehmen ist der vollkommene Einstieg in die Planwirtschaft. Denn der Gesetzgeber schreibt vor wieviel Personal einzustellen ist und was diesem bezahlt werden muss.

Um diesen Inhalt anzusehen,
akzeptieren Sie bitte alle Cookies

Die Kassen bestimmen darüber hinaus die Preise für professionelle Pflege. Da wirkt es wie Hohn, wenn Minister Spahn in seiner heutigen Pressekonferenz betont, dass es weiter Investitionen von Unternehmen braucht, um den Pflegebedarf der Zukunft zu decken. Es gehen schlicht vernünftige Argumente für Investitionen aus, wenn Unternehmerinnen und Unternehmer vollkommen durchreguliert und fremdbestimmt werden und trotzdem das wirtschaftliche Risiko tragen sollen.

Es ist auch schlicht haarsträubend, wenn Minister Spahn auf Nachfrage erklärt, man müsse die Frage nach Gewinnmöglichkeit von Pflegeunternehmen noch gesellschaftlich diskutieren. Renditen dürften nicht zweistellig sein, aber auch nicht Null. Das nimmt Unternehmen jeden Anreiz gut zu wirtschaften und liefert sie dem Gutdünken der Kassen aus. Mit dieser Wirtschaftspolitik aus dem Tollhaus werden die Herausforderungen des demografischen Wandels nicht zu bewältigen sein, sondern die Probleme werden sich trotz steigender Kosten verschärfen.

Newsletter

Post von der Redaktion EU-Schwerbehinderung

Kostenlos per E-Mail in Ihrem Posteingang

Newsletter bestellen

{mobile}

Abonnieren Sie unseren Newsletter*

* Mit den Abonnoment des Newsletters, akzeptieren Sie unsere Datenschutzrichtlinie

Abonnieren sie uns auf Google-News

{/mobile}

Schließlich ist die Pflegereform auch eine schwere Bürde, denn die Gegenfinanzierung ist schlicht unseriös. Es wird mittelfristig wohl kaum bei der Beitragssteigerung für Kinderlose bleiben und der avisierte Steuerzuschuss ist eine reine Umverteilung zu Lasten der Allgemeinheit ohne Effekt auf die Versorgung. Mit dieser Pflegereform gibt es also keine Gewinner, sondern eigentlich nur Verlierer.“

Autor: vdap / © EU-Schwerbehinderung



Pflege

Aktuelles

weitere Nachrichten

Kurznachrichten

Schluss mit dem Flickenteppich der Pflegereform

Bildbeschreibung: Eine Seniorin mit einer Mundmaske.
Foto: © cc0 / EU-Schwerbehinderung

Das Bundeskabinett hatte diese Woche die Pflegereform verabschiedet. Zu der im Bundeskabinett geplanten Pflegereform äußert sich Friedrich Stubbe, Vorsitzender des Sozialverbands VdK Niedersachsen-Bremen, wie folgt:

„Die Pflegereform kommt – nach jahrelangem Hin und Her sollte das eigentlich ein Grund zur Freude sein. Doch wir sind schwer enttäuscht von diesem Flickenteppich!

Um diesen Inhalt anzusehen,
akzeptieren Sie bitte alle Cookies

Die bessere Bezahlung der Pflegekräfte nach Tariflohn ist ein richtiger Schritt, doch warum erst ab September 2022? Wie lange sollen die Pflegekräfte noch hingehalten werden? Wir müssen jetzt sofort bessere Bedingungen schaffen, um die Pflegeberufe zu stärken, bevor in den kommenden Jahren immer mehr Personal fehlt.

Dass die Pflegebedürftigen am Ende ihrer finanziellen Kräfte sind und die Kosten der Gehaltssteigerungen nicht auf sie abgewälzt werden dürfen, hat die Politik wohl langsam verstanden. Doch bei der Umsetzung hakt es noch gewaltig: Der geplante Bundeszuschuss von einer Milliarde Euro ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Und die angedachten jährlichen Rabatte für Pflegekosten im Heim gelten überhaupt erst ab dem zweiten Jahr. Davor rutschen Heimbewohner also weiter unaufhaltsam in die Armut, weil sich nur die Allerwenigsten die rund 2000 Euro Eigenanteil pro Monat leisten können. Allein in Niedersachsen waren im Jahr 2017 schon knapp 400.000 Menschen auf Hilfe zur Pflege angewiesen. Und wer Zuhause versorgt wird, wird in dieser Pflegereform gänzlich vergessen.

Newsletter

Post von der Redaktion EU-Schwerbehinderung

Kostenlos per E-Mail in Ihrem Posteingang

Newsletter bestellen

{mobile}

Abonnieren Sie unseren Newsletter*

* Mit den Abonnoment des Newsletters, akzeptieren Sie unsere Datenschutzrichtlinie

Abonnieren sie uns auf Google-News

{/mobile}

Der VdK fordert deshalb: Es dürfen nicht länger Pflegebedürftige gegen Pflegekräfte ausgespielt werden! Bei allen Reformversuchen der Bundesregierung braucht es endlich eine Pflegevollversicherung, die sämtliche Kosten der Pflege abdeckt. Nur so können die Pflegeberufe aufgewertet und gleichzeitig eine dauerhaft würdevolle Pflege ermöglicht werden.“

Autor: AOK Bundesverband / © EU-Schwerbehinderung



Pflege

Aktuelles

weitere Nachrichten

Kurznachrichten

Pflegereform: Häusliche Pflege geht leer aus

Bildbeschreibung: Ein ältere Mann.
Foto: © Andrea Piacquadio

Das Bundeskabinett hatte am Mittwoch die Pflegereform verabschiedet. Danach sieht die Reform ab 1. September 2022 eine Verpflichtung zur Zahlung von Tariflöhnen für alle Pflegeeinrichtungen vor, die Leistungen mit der Pflegeversicherung abrechnen. Zudem sollen auch kirchenarbeitsrechtliche Regelungen anerkannt werden. Die Bezahlung sollen den Einrichten durch die Pflegekassen nach Tarif vollständig refinanziert werden. Der Beitragssatz ab Januar 2022 zu Pflegeversicherung für Kinderlose soll um 0,1 Prozentpunkte auf 3,4 Prozent erhöht werden. Laut dem Gesetzentwurf soll der Beitragssatz für Eltern bei 3,05 Prozent stabil bleiben.

Caritas-Präsident Peter Neher teilt zur Pflegereform mit: „Wir begrüßen, dass die Regierungskoalition auf den letzten Metern der Legislaturperiode doch noch Verbesserungen für die Pflege auf den Weg bringt, und zwar sowohl für Pflegekräfte als auch für Pflegebedürftige."

Um diesen Inhalt anzusehen,
akzeptieren Sie bitte alle Cookies

„Mit der vorliegenden Tariftreueregelung, der angestrebten besseren Personalausstattung und der Bezuschussung der Eigenanteile greift die Große Koalition wichtige Themen auf. Die Maßnahmen gehen in die richtige Richtung, auch wenn es in wichtigen Details noch deutlichen Nachbesserungsbedarf gibt. Das zu regeln, bleibt vorrangige Aufgabe einer künftigen Bundesregierung.“

Um diesen Inhalt anzusehen,
akzeptieren Sie bitte alle Cookies

Der Deutsche Caritasverband plädiert schon lange für eine Deckelung des Anteils an den Pflegekosten, den die Pflegebedürftigen selbst zahlen. Denn Pflegebedürftigkeit darf kein Armutsrisiko sein. Dass eine Begrenzung der Eigenanteile nun eingeleitet wird, ist ein positives Signal, auch wenn sich die Caritas für eine klarere Ausgestaltung eingesetzt hat. „Anstelle der geplanten prozentual gestaffelten Zuschüsse ab dem 1. Monat, votiert die Caritas nach einer sechsmonatigen Karenzzeit für eine leichter kalkulierbare Deckelung der Eigenanteile,“ so Neher. Die Finanzierung des von der Regierung gewählten Ansatzes scheint sehr unsicher.

Keine Schlupflöcher bei der Tariftreue

Die geplante Tariftreueregelung bedeutet, dass künftig nur noch Anbieter, die tarifgebunden sind oder eine tarifliche Entlohnung anwenden, durch die Kassen zur Versorgung zugelassen werden. „Das ist der richtige Weg, um die Entlohnung der Pflegekräfte zu verbessern,“ betont der Caritas-Präsident. Die Regelung weist aber in der jetzigen Fassung noch Schlupflöcher auf. Es muss grundsätzlich in allen Regionen möglich sein, auch bundesweite Flächentarife anzuwenden.

Bitter: Häusliche Pflege geht leer aus

„Enttäuschend ist die Tatsache, dass sich in der gesamten Reform keine Verbesserungen für pflegende Angehörige finden,“ so der Caritas-Präsident. Bis zuletzt bestand die Hoffnung, dass das Pflegegeld, die Leistungen für Verhinderungspflege und die Tagespflege, die pflegende Angehörige zur punktuellen Entlastung nutzen wollen und müssen, erhöht werden. Dass das nun nicht geschieht, ist bitter. Ebenso fehlt eine Regelung für Live-in-Kräfte, die Pflegebedürftige zuhause betreuen. Der Deutsche Caritasverband setzt sich dafür ein, diese Form der häuslichen Pflege, die Angehörige entlastet, fair zu gestalten und aus dem Graubereich heraus zu holen.

„Bei den jetzt beschlossenen Schritten darf es nicht bleiben. Nach der Bundestagswahl wird die neue Regierung die Baustellen in der Pflege schnell in Angriff nehmen müssen. Das sind wir allen Beteiligten in der Pflege nach den zehrenden Corona-Monaten schuldig,“ so Neher.

Newsletter

Post von der Redaktion EU-Schwerbehinderung

Kostenlos per E-Mail in Ihrem Posteingang

Newsletter bestellen

{mobile}

Abonnieren Sie unseren Newsletter*

* Mit den Abonnoment des Newsletters, akzeptieren Sie unsere Datenschutzrichtlinie

Abonnieren sie uns auf Google-News

{/mobile}

„Die grundsätzliche Frage der Finanzierung – wie viel ist uns Pflege als Gesellschaft wert und wer muss dafür aufkommen – ist auch noch nicht geklärt,“ erinnert der Caritas-Präsident. „Wir brauchen Antworten und dabei darf ein Steuerzuschuss zur Pflegeversicherung kein Tabu sein“.

Autor: md / © EU-Schwerbehinderung



Pflege

Aktuelles

weitere Nachrichten

Kurznachrichten

Zwei Millionen pflegende Angehörige bei Pflegereform vergessen

Bildbeschreibung: Das Dokument zur Pflegereform, dahinter sind lauter Euroscheine.
Foto: © kk I EU-Schwerbehinderung

Die DAK-Gesundheit fordert kurzfristig Nachbesserungen bei der geplanten Pflegereform. Im aktuellen Kabinettsentwurf habe die Bundesregierung geplante finanzielle Entlastungen für zwei Millionen pflegende Angehörige wieder gestrichen, kritisiert Vorstandschef Andreas Storm. Der Vorstandsvorsitzende der drittgrößten Krankenkasse fordert eine Erhöhung des Pflegegeldes um fünf Prozent. Die notwendigen Kosten von rund 650 Millionen Euro müssten als Steuerzuschuss aus dem Bundeshaushalt finanziert werden. Die Forderung nach einer deutlichen Entlastung der pflegenden Angehörigen wird auch von der Diakonie unterstützt.

„Pflegende Angehörige sind eine wichtige Stütze unseres Sozialsystems. Diese Gruppe bei einer geplanten Novelle der Pflegeversicherung komplett zu vergessen, wäre ungerecht und kaum vermittelbar“, sagt Andreas Storm, Vorstandschef der DAK-Gesundheit. Mehr als die Hälfte aller 4,1 Millionen Pflegebedürftigen (51,3 Prozent) werden allein durch Angehörige zu Hause versorgt, wie Erhebungen des Statistischen Bundesamtes bestätigen. In der von der Regierungskoalition geplanten Pflegereform soll das Pflegegeld auf dem Niveau des Jahres 2017 bis zum Jahr 2025 eingefroren werden. „Pflegende Angehörige müssen kurzfristig finanziell entlastet werden, um damit auch ihren Einsatz für das Allgemeinwohl anzuerkennen“, fordert Storm. Wenn das Grundprinzip der Pflegeversicherung ‚ambulant vor stationär‘ kein Lippenbekenntnis sein soll, gebe es hier dringenden Handlungsbedarf.

Um diesen Inhalt anzusehen,
akzeptieren Sie bitte alle Cookies

Wie die Sachleistungen müsse auch das Pflegegeld mit der Reform um fünf Prozent angehoben werden. Die Kosten von rund 650 Millionen Euro müssen als dauerhafter Steuerzuschuss aus dem Bundeshaushalt übernommen werden. Im Jahr 2020 wurden 12,9 Milliarden Euro Pflegegeld an pflegende Angehörige bezahlt.

Auch die Diakonie Deutschland unterstützt die Forderung nach Entlastung pflegender Angehöriger. Maria Loheide, Vorständin der Diakonie Deutschland hält ein umfassendes Pflegereformkonzept für überfällig, das die Arbeit der pflegenden Angehörigen entlastet, stärkt und würdigt: „Die Situation pflegender Angehöriger ist bei den jetzt vorliegenden gesetzgeberischen Vorschlägen nicht im Blick. Menschen, die zeitweise ihren Beruf für die Pflege Angehöriger ganz oder teilweise aufgeben, müssen Lohnersatzleistungen erhalten und rentenversichert sein. Wer pflegt, darf nicht in Altersarmut geraten. Die Lücke, die mit der teilweise oder ganzen Aufgabe des eigenen Berufes entsteht, muss geschlossen werden."

Bei der DAK-Gesundheit spiegeln auch die Daten die große Leistung der pflegenden Angehörigen wider: „Über 200.000 unserer Versicherten erhalten Pflegegeld“, sagt Storm. Vor allem in der Corona-Pandemie hat es Pflegebedürftige als Risikogruppe und pflegende Angehörige besonders hart getroffen. Sie mussten sich auf wenige Kontakte beschränken, die Hygienemaßnahmen einhalten und noch mehr füreinander sorgen als sonst. Es sei zynisch, wenn auch diese Leistung jetzt nicht anerkannt werde.

Hintergrund zum Pflegegeld: Die Bundesregierung hatte in ihrem Bericht über die Dynamisierung der Leistungen der Pflegeversicherung noch im Dezember 2020 eine Anpassung geplant. Alle drei Jahre sollten nach Notwendigkeit und Höhe die Leistungen der Pflegeversicherung überprüft werden. Als ein Orientierungswert für die Anpassungsnotwendigkeit diente die kumulierte Preisentwicklung in den letzten Jahren. In dem Bericht heißt es konkret: „Vor diesem Hintergrund erscheint aus Sicht der Bundesregierung ein Anstieg der Leistungsbeträge um 5 Prozent angemessen.“ Nun sollen zum 1. Januar 2022 einige Leistungen der Pflegeversicherung angehoben werden, das Pflegegeld aber nicht.

Newsletter

Post von der Redaktion EU-Schwerbehinderung

Kostenlos per E-Mail in Ihrem Posteingang

Newsletter bestellen

{mobile}

Abonnieren Sie unseren Newsletter*

* Mit den Abonnoment des Newsletters, akzeptieren Sie unsere Datenschutzrichtlinie

Abonnieren sie uns auf Google-News

{/mobile}

Das Pflegegeld dient zur finanziellen Unterstützung für Pflegeleistungen im Bereich der Haushaltsführung, körperlichen Pflegemaßnahmen und pflegerische Betreuung durch ehrenamtlich Pflegende.

Autor: kk / © EU-Schwerbehinderung



Pflege

Aktuelles

weitere Nachrichten

Kurznachrichten

AOK kritisiert die im Kabinett beschlossenen Pläne zur Pflegereform

Bildbeschreibung: Zwei Pflegerinnen die sich um eine Bewohnerin kümmern.
Foto: © AOK-Mediendienst

Mit deutlichen Worten kritisiert Martin Litsch, Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes, anlässlich des Kabinettsbeschlusses die Pläne der Großen Koalition zur Reform der Pflegeversicherung, die mit dem Gesetz zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung (GVWG) umgesetzt werden sollen:

"Die AOK-Gemeinschaft hat sich für eine umfassende Pflegestrukturreform stark gemacht. Was jetzt auf den letzten Metern der Legislaturperiode von der Koalition vorgelegt wird, ist dagegen unausgegoren, bleibt Stückwerk und zementiert die sektoralen Strukturen der Sozialen Pflegeversicherung. Zwar werden teilweise die richtigen Probleme und Ziele benannt – nämlich eine faire und tarifgebundene Bezahlung von Pflegekräften sowie die Begrenzung von privaten Eigenanteilen bei der Finanzierung von stationärer Pflege. Der vorgesehene Bundeszuschuss für die Pflegeversicherung fällt aber viel zu gering aus.

Um diesen Inhalt anzusehen,
akzeptieren Sie bitte alle Cookies

Eine nachhaltige und sachgerechte Entlastung der Pflegeversicherung über Steuermittel, für die jährlich rund drei Milliarden Euro zur Finanzierung der Sozialversicherungsbeiträge von pflegenden Angehörige notwendig wären, sucht man vergeblich. Gleichzeitig wird die erforderliche und eigentlich schon eingeplante Dynamisierung aller Leistungen kassiert.

Doch es kommt noch besser: Dieser Verzicht auf die Dynamisierung aller Leistungen der Pflegeversicherung wird als größter Finanzierungsbaustein im Finanztableau aufgeführt. Das ist nicht nur weit entfernt von einer echten Strukturreform, sondern grenzt an Etikettenschwindel. Die komplexe Frage, wie man die Leistungen der Pflegeversicherung angemessen dynamisiert, Eigenanteile begrenzt und dabei gleichzeitig Beitragsstabilität durch eine solide Gegenfinanzierung hinbekommt, wird damit auf die nächste Bundesregierung abgewälzt.

Newsletter

Post von der Redaktion EU-Schwerbehinderung

Kostenlos per E-Mail in Ihrem Posteingang

Newsletter bestellen

{mobile}

Abonnieren Sie unseren Newsletter*

* Mit den Abonnoment des Newsletters, akzeptieren Sie unsere Datenschutzrichtlinie

Abonnieren sie uns auf Google-News

{/mobile}

Die beschlossenen Maßnahmen werden bei fehlender Gegenfinanzierung einen Ausgabenanstieg auslösen, der das Finanzierungsproblem der Sozialen Pflegeversicherung bereits im Jahr 2022 drastisch verschärfen wird. Spätestens ab 2023 werden die Mittel aus den Reserven der Pflegekassen aufgebracht sein. Schon in diesem Jahr reichen die Finanzreserven der Pflegeversicherung nicht aus, um bis Jahresende das erforderliche Betriebsmittel-Soll von einer Monatsausgabe für alle Pflegekassen vorzuhalten. Schreibt man die aktuelle Finanzentwicklung der Sozialen Pflegeversicherung bis zum Jahresende fort, so ist für 2021 ein Defizit von mehr als einer Milliarde Euro zu erwarten. Ein Finanzierungskonzept, das auf den schon 2021 nicht ausreichenden Finanzrücklagen basiert, ist vom ersten Tag an zum Scheitern verurteilt."

Autor: AOK Bundesverband / © EU-Schwerbehinderung



Pflege

Aktuelles

weitere Nachrichten

Kurznachrichten

Massive Kritik an Spahns Pflegereform

Bildbeschreibung: Der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn.
Foto: © kk I EU-Schwerbehinderung

Die Bundesregierung will kurz vor Ende der Legislatur über das Gesundheitsversorgungsweiterentwicklungsgesetz (GVWG) noch etwas für die beruflich Pflegenden tun. Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) wertet den Vorstoß als Wahlkampf statt Pflegereform.

„Tariflöhne in den Pflegeberufen fordern wir schon lange. Dabei muss aber eine faire Bezahlung festgeschrieben werden, die nach unserer Überzeugung bei einem Einstiegsgrundgehalt von 4.000 Euro brutto liegt. Ortsübliche Tarife sind davon meist weit entfernt und sie sorgen darüber hinaus dafür, dass die regional ungleichen Gehälter der Pflegefachpersonen bestehen bleiben“, kritisiert DBfK-Präsidentin Christel Bienstein.

Um diesen Inhalt anzusehen,
akzeptieren Sie bitte alle Cookies

„Auch die Entlastung der Menschen mit Pflegebedarf bleibt mit einem gestaffelten Zuschuss zum Eigenanteil hinter dem zurück, was Minister Spahn im letzten Jahr angekündigt hat“, so Bienstein. „Es braucht einen Systemwechsel in der Pflegeversicherung hin zu einer solidarischen Finanzierung von Pflege mit einem dynamisch steigenden Steuerzuschuss, der dem Bedarf angepasst ist. Pflege muss endlich als Gemeinschaftsaufgabe verstanden werden.“

Was dem DBfK aber vor allem fehlt, sind sofortige und spürbare Verbesserungen der Personalsituation. Für die Langzeitpflege brauche es eine verbindliche Aussage zum Personalausbau. Die Roadmap bleibe weit hinter dem zurück, was notwendig wäre, um den in der Studie ermittelten Personalbedarf zu decken. Für die Pflege im Krankenhaus sieht der DBfK ebenfalls keine schnelle Verbesserung. „Minister Spahn hat die Entwicklung eines Personalbemessungsinstruments im Krankenhaus beauftragt, das ab 2025 zum Einsatz kommen soll. Bis dahin sollen die Pflegepersonaluntergrenzen und die Refinanzierung jeder neuen Stelle ausreichen. Das stimmt aber so nicht! Die Untergrenzen stellen lediglich eine rote Linie dar, ab wann keine sichere Versorgung mehr möglich ist. Die PPR 2.0 wäre kurzfristig umsetzbar und würde Verlässlichkeit signalisieren“, kritisiert die DBfK-Präsidentin.

Newsletter

Post von der Redaktion EU-Schwerbehinderung

Kostenlos per E-Mail in Ihrem Posteingang

Newsletter bestellen

{mobile}

Abonnieren Sie unseren Newsletter*

* Mit den Abonnoment des Newsletters, akzeptieren Sie unsere Datenschutzrichtlinie

Abonnieren sie uns auf Google-News

{/mobile}

Insgesamt gehen dem DBfK die Maßnahmen nicht weit genug, um den beruflich Pflegenden gerade nach den massiven Belastungen bereits vor und in der Pandemie eine Perspektive zu bieten. „Wir brauchen jetzt Maßnahmen, durch die wirkliche Verbesserungen der Arbeitsbedingungen, der Personalsituation und der Gehälter auf den Weg gebracht werden, statt lauer Reförmchen, die nur zeigen sollen, dass irgendetwas getan wurde, um die Konzertierte Aktion Pflege und die Roadmap als Erfolg zu propagieren“, fordert Bienstein „Der Minister ignoriert die Forderungen und das mangelnde Vertrauen der Berufsgruppe konsequent.“

Autor: DBfK / © EU-Schwerbehinderung



Pflege

Aktuelles

weitere Nachrichten

Kurznachrichten

Bei Reformbemühungen in der Pflege bitte "etwas hochfahren“

Bildbeschreibung: Eine Frau mit Mundmaske.
Foto: © EVG Culture

Das Bundeskabinett hat am Mittwoch die sogenannte „Pflegereform“ auf den Weg gebracht. „Es ist äußerst enttäuschend, was von der angekündigten und dringend notwendigen Pflegereform übriggeblieben ist. Von einer Reform kann keine Rede mehr sein“, kritisiert SoVD-Präsident Adolf Bauer. Der Appell von Bundesgesundheitsminister Spahn, man müsse bei der Kritik an der Pflegereform „ein bisschen runterfahren“, ist völlig unangebracht.

Angesichts des anhaltenden Pflegepersonalnotstandes, steigender Pflegekosten und des demografischen Wandels hätte die Bundesregierung die Bemühungen um eine echte Pflegereform schon längst „hochfahren“ müssen“, so der SoVD-Präsident. Schließlich hat die Corona-Pandemie die Notwendigkeit einer Reform nochmals verstärkt.

Um diesen Inhalt anzusehen,
akzeptieren Sie bitte alle Cookies

Pflegekräfte sollen künftig generell nach Tarif bezahlt werden müssen. In Kraft treten soll dies ab September 2022. Zudem sollen Pflegebedürftige von immer weiter steigenden Zuzahlungen für die Pflege im Heim entlastet werden. Der Eigenanteil für die reine Pflege soll im ersten Jahr im Heim um 5 Prozent sinken, im zweiten Jahr dann um 25 Prozent, im dritten Jahr um 45 Prozent und ab dem vierten Jahr um 70 Prozent.

Die Zuschüsse werden aber nicht vor weiter steigenden Eigenanteilen schützen. Als Teilkostenversicherung mit begrenzten Zuschüssen je Pflegegrad tragen die Pflegebedürftigen jede Kostensteigerung zu 100 Prozent selbst. „Immerhin entlasten die geplanten Zuschüsse im stationären Bereich die finanziell besonders belasteten Langzeitpflegebedürftigen in den Heimen erheblich. Indes erhalten ambulant Versorgte und pflegende Angehörige keine Unterstützung oder Verbesserungen“, so Bauer.

Newsletter

Post von der Redaktion EU-Schwerbehinderung

Kostenlos per E-Mail in Ihrem Posteingang

Newsletter bestellen

{mobile}

Abonnieren Sie unseren Newsletter*

* Mit den Abonnoment des Newsletters, akzeptieren Sie unsere Datenschutzrichtlinie

Abonnieren sie uns auf Google-News

{/mobile}

Eine regelhaft bessere Bezahlung in der Altenpflege für alle Pflegekräfte ist mit den Plänen von Arbeitsminister Heil und Gesundheitsminister Spahn noch lange nicht garantiert „Wir sind der Meinung, dass die Refinanzierung viel zu knapp bemessen ist und bei weitem nicht ausreicht, gerade weil zusätzliches Pflegepersonal benötigt wird, um dem Pflegepersonalnotstand zu begegnen“, erläutert Bauer.

Aus Sicht des SoVD-Präsidenten ist damit die Folgeregierung keinesfalls aus der Verantwortung entlassen, umgehend Lösungen und zwingend notwendige, echte Reformen als oberste Priorität anzugehen.

Autor: kk / © EU-Schwerbehinderung



Pflege

Aktuelles

weitere Nachrichten

Kurznachrichten




0
+

Gefällt Ihnen der Artikel?

Folgen Sie uns. Vielen Dank