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Nordrhein-Westfalen: Kurzzeitpflege in Krankenhäusern soll durch Land und Landesverbände ermöglicht werden

Bildinhalt: Ein Flur im Krankenhaus

Fast 600 000 Pflegebedürftige werden in Nordrhein-Westfalen zu Hause versorgt. Wenn Pflegebedürftige in gewissen Situationen nicht Zuhause versorgt werden können haben Sie einen Anspruch auf eine Kurzzeitpflege.

Da es jedoch in vielen Städten und Gemeinden kaum Plätze gibt für die Kurzzeitpflege soll nun dem entgegengewirkt werden mit Plätzen im Krankenhaus. Es wurde nun die Grundlage von den Landesverbänden der Pflegekassen, der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen und dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales geschaffen, damit die Krankenhäuser die Kurzzeitpflege abrechnen können mit den Pflegekassen.

Karl-Josef Laumann, der Gesundheits—und Pflegeminister sagte: “Gerade im Anschluss an eine Krankenhausbehandlung führte das Fehlen von Kurzzeitpflegeplätzen oft zu menschlich schwierigen Situationen. In Nordrhein-Westfalen gehen wir jetzt einen neuen Weg und ich hoffe, dass viele Krankenhäuser ihn nutzen werden.“

Im Zuge dessen wird das Ministerium nun alle Krankenhäuser in NRW benachrichtigen und über die neue Vereinbarung informieren. Die Krankenhäuser können sich dann beim Ministerium erkundigen, dieses begleitet den Abschluss des nötigen Versorgungsvertrags mit. Zudem hatten das Ministerium und die Pflegeselbstverwaltung vorab mehrere Maßnahmen zur Stärkung der Kurzzeitpflege umgesetzt, so wurde eine bessere Vergütung erzielt für die Pflegeheime. So halten diese je nach Größe ein bis drei Betten für die Kurzzeitpflege vor.

Quelle: mags.nrw

 

Kein Wohngeld bei Vermögen von 115.000 Euro

Bildbescreibung: Auf dem Bild ist die Statue von Justizia zu sehen.

Das Verwaltungsgerichtberlin urteilte am 11 Juni 2019 in einem Urteil, dass bei einem Vermögen von 115000 Euro kein Anspruch auf Wohngeld besteht.

Geklagt hatte ein 78 Jahre alter Mann , der Anfang 2018 beim Bezirksamt Charlottenburg- Wilmersdorf von Berlin Wohngeld für sich und seine 75 Jahre alte Ehefrau beantragte. Er gab an, nur eine geringe Rente und Kapitaleinkünfte zu haben. Zudem gab er ein Bankvermögen von 115000 Euro an.

Seitens des Wohngeldamtes wurde der Antrag abgelehnt, weil die nach den Verwaltungsvorschriften des Bundes vorgesehene Vermögensgrenze von 90.000 Euro überschritten sei. Nach dem Wohngeldgesetz des Bundes besteht kein Wohngeldanspruch, „soweit die Inanspruchnahme von Wohngeld missbräuchlich wäre, insbesondere wegen erheblichen Vermögens“.

Mit der Klage machte der Kläger geltend, es müssten die Schwierigkeiten berücksichtigt werden, aus seiner Tätigkeit als Literaturwissenschaftler und Philosoph und aus der seiner Ehefrau als freischaffende Künstlerin ein ausreichendes Einkommen zu erzielen. Es müsse eine höhere Vermögensfreigrenze gelten.

Die 21. Kammer des Verwaltungsgerichts sah das anders und wies die Klage ab. "Maßgeblich sei, ob dem Wohngeldantragsteller nach den Gesamt-umständen des Einzelfalles zugemutet werden könne, die Mietbelastung aus seinem vorhandenen Vermögen zu bestreiten.", heißt es in der Pressemitteilung des Verwaltungsgericht. "Vor allem sei zu berück-sichtigen, über welches Einkommen der Haushalt verfüge, ob das Vermögen der Alterssicherung diene und in welchen familiären, gesundheitlichen, sozialen und sonstigen wirtschaftlichen Verhältnissen die Haushaltsmitglieder lebten. Hier sei wesentlich, dass die Eheleute gesund seien, keine Unterhaltsverpflichtungen hätten sowie über monatliche Einkünfte verfügten, mit denen sie ihren Bedarf bis auf 100 Euro decken könnten", heißt es weiter.

Damit wird sich das Vermögen des Ehepaars um 12oo Euro im Jahr verringern. Die Kammer die grundsätzliche Bedeutung sieht, hat die Kammer die Berufung zum Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg, zugleassen.

 

Quelle: PM/Verwaltungsgericht Berlin

DGQ-Studie zeigt: Rund die Hälfte der Deutschen hält Pflege-TÜV für nicht aussagekräftig

Bildinhalt: Eine Frau hält en Schild in der Hand hoch auf dem steht Quality Control

Eine DGQ-Studie zeigt das Rund die Hälfte der Deutschen Pflege-TÜV nicht aussagekräftig halten.

Bildbeschreibung: Grafische Darstellung zur Qualität der Pflegeeinrichtungen in Deutschland.

 

  • Viele der Befragten wissen nicht, welche Bewertungskriterien der Qualitätsprüfung zugrunde liegen und wie die Gesamtnote zustande kommt.
  • Bei der Entscheidung für eine Pflegeeinrichtung verlassen sich über zwei Drittel der Befragten auf den persönlichen Eindruck oder die Empfehlung von Freunden.
  • Die Mehrheit der Deutschen hält die Überarbeitung des Pflege-TÜV zum Herbst 2019 für einen guten Schritt hin zu mehr Transparenz im Bewertungssystem.

Die richtige Pflegeeinrichtung für ein pflegebedürftiges Familienmitglied zu finden fällt nicht leicht, möchte man doch dessen optimale Betreuung sicherstellen. Hilfe bei der Entscheidung für ein gutes Heim oder eine ambulante Pflegeeinrichtung soll der 2009 eingeführte Pflege-TÜV bieten. Doch laut einer bevölkerungsrepräsentativen Umfrage der Deutschen Gesellschaft für Qualität (DGQ) hat sich die Qualitätsprüfung noch nicht als die gewünschte Hilfestellung erwiesen. So sind sich 52 Prozent der Befragten mit den Kritikern des Pflege-TÜV darin einig, dass die aktuelle Bewertung nach Schulnoten nicht aussagekräftig genug ist: Pflegeeinrichtungen erhalten oft zu gute Noten. Im vergangenen Jahr kündigte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn eine Reform des Pflege-TÜV für den Herbst 2019 an. Doch welche Rolle spielt der Pflege-TÜV aktuell bei der Entscheidungsfindung? Und nach welchen Kriterien fällt die Wahl auf ein bestimmtes Pflegeheim? Diesen Fragen ist die DGQ mit ihrer Umfrage nachgegangen.

Wahl von Pflegeeinrichtungen: Persönlicher Eindruck und Empfehlungen zählen

Mehr als der Hälfte der Deutschen (56 Prozent) ist bekannt, dass sich Pflegeeinrichtungen und -dienste einer regelmäßigen, staatlich vorgeschriebenen Qualitätsprüfung unterziehen müssen. 39 Prozent der Befragten ist dagegen nicht klar, nach welchen Kriterien der Pflege-TÜV die Einrichtungen bewertet und wie die Gesamtnote zustande kommt. Fast ebenso viele (40 Prozent) wissen nicht, wo sie die Informationen und Ergebnisse zum Pflege-TÜV finden können. Rund zwei Drittel aller Studienteilnehmer (69 Prozent) würden sich bei der Wahl für eine Pflegeeinrichtung daher aktuell eher auf den persönlichen Eindruck oder die Empfehlung von Freunden verlassen als auf das Ergebnis einer staatlich verordneten Prüfung. Gleichzeitig kommt für mehr als die Hälfte der Befragten (52 Prozent) jedoch keine Einrichtung in Frage, die kein professionelles oder zertifiziertes Qualitätsmanagement betreibt. Außerdem zweifeln 52 Prozent der Deutschen daran, dass die Aspekte, auf die es bei qualitativ hochwertiger Pflege ankommt, überhaupt messbar sind. Gleichzeitig geben 38 Prozent der Befragten jedoch an, nicht zu wissen, wie sie selbst die Qualität einer Pflegeeinrichtung verlässlich beurteilen sollen. 

"Viele der Befragten legen Wert darauf, dass Pflegeeinrichtungen über ein Qualitätsmanagement verfügen. Gleichzeitig sind sie sich unsicher, inwieweit sich Qualität in diesem Bereich überhaupt messen lässt und wie sie selbst Pflegeeinrichtungen bewerten sollen. In seiner derzeitigen Form bietet der Pflege-TÜV noch nicht die ausreichende Unterstützung. Mit der anstehenden Reform gilt es, anhand transparenter Bewertungskriterien Qualitätsunterschiede zwischen den Einrichtungen deutlicher herauszustellen. Dabei muss jedoch auch die Sichtweise der Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen berücksichtigt werden", kommentiert Claudia Welker, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der DGQ.

Neuausrichtung des Pflege-TÜV kann nur ein Anfang sein

Durch die Reform des Pflege-TÜV sollen unter anderem die tatsächlichen Versorgungsergebnisse anhand neuer Qualitätsindikatoren und zusätzlicher Informationen über Heime bewertet werden. Dokumentation und Prozessqualität treten gegenüber der Zufriedenheit der betroffenen Personen in den Hintergrund. Für die Mehrheit der Deutschen ist die Reform des Pflege-TÜV ein Schritt in die richtige Richtung, allerdings geht sie ihnen noch nicht weit genug (64 Prozent). 59 Prozent befürworten, dass das System des Pflege-TÜV auf eine neue Grundlage gestellt wird. Für 38 Prozent kann das Bewertungssystem in seiner jetzigen Form nicht bestehen bleiben. Die Gründe dafür liegen nicht nur in dem undurchsichtigen Bewertungssystem. Immerhin 29 Prozent der Befragten haben außerdem bereits schlechte Erfahrungen mit Pflegeeinrichtungen gemacht, die der Pflege-TÜV mit "sehr gut" oder "gut" bewertet hatte. Mehr Regulation im Bereich der Pflege halten 61 Prozent der Studienteilnehmer allerdings nicht für hilfreich, um die Qualität von Pflegeeinrichtungen zu verbessern.

"Die Befragten beweisen hier schon ein sehr gutes Gespür, wenn sie ein 'Mehr' an Reglementierung nicht als das alleinige Mittel der Wahl für eine höhere Pflegequalität ansehen. Vorschriften und Normen helfen nur, wenn sie an der richtigen Stelle eingesetzt und gelebt werden können. Entsprechend darf die Reform des Pflege-TÜV nicht bei der Definition neuer Qualitätskriterien als Bewertungsgrundlage aufhören. Vielmehr sollte es darum gehen, Angehörigen eine transparente und nachvollziehbare Entscheidungshilfe zur Verfügung zu stellen. Das neue Bewertungssystem des Pflege-TÜV bedarf einer transparenten und zielgruppenspezifischen Kommunikation der Bewertungskriterien. Die Ergebnisse müssen zudem verständlich aufbereitet werden und für hilfesuchende Angehörige leicht zugänglich sein", ergänzt Claudia Welker.

Über die Studie

Die bevölkerungsrepräsentative Online-Umfrage zum Thema Service- und Pflegequalität wurde von INNOFACT im Auftrag der DGQ im Oktober 2018 durchgeführt. Befragt wurden 1.010 Frauen und Männer im Alter zwischen 18 und 69 Jahren, wohnhaft in Deutschland.

Über die DGQ

Die Deutsche Gesellschaft für Qualität (DGQ) unterstützt Unternehmen dabei, mit hochwertigen Produkten und Dienstleistungen erfolgreich am Markt zu bestehen. Als zentrale, deutsche Qualitätsgesellschaft ist die DGQ erster Ansprechpartner für Qualität, Qualitätsmanagement und Qualitätssicherung. Das einzigartige Netzwerk der DGQ vereint über 6.000 Qualitätsexperten in mehr als 4.000 Unternehmen aller Größen und Branchen. Berufseinsteiger, Fachexperten und Manager nutzen den direkten Erfahrungsaustausch in deutschlandweit über 70 Regional- und Fachkreisen. Das DGQ-Netzwerk bietet die vielseitigste und umfassendste Plattform zum Austausch von Wissen, Praxiserfahrungen und Trends rund um qualitätsrelevante Themen. Die DGQ engagiert sich in nationalen und internationalen Initiativen, Partnerschaften, Gremien zur Gestaltung zentraler Normen sowie Innovations- und Forschungsprojekten. Mit rund 300 Trainern und 1.000 praxisbezogenen Trainings stellt die DGQ ein breites Weiterbildungsangebot zur Verfügung und erteilt im Markt anerkannte Personenzertifikate. Sie trägt wirkungsvoll dazu bei, "Qualität Made in Germany" als Erfolgsprinzip in Wirtschaft und Gesellschaft zu verankern. Dabei sichert die DGQ bestehendes Know-how. In einer Welt der Transformation entwickelt sie zudem neue Qualitätsansätze für die Zukunft.

Quelle: DGQ/Presseportal

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Bundesrat stimmt bessere Vergütung für Betreuer und Vormünder zu

Bildinhalt: Der Plenarsaal im Reichstagsgebäude

Am 7 Juni 2019 hatte der Bundesrat in einem Bundestagbeschluss für die Betreuer und Vormünder eine bessere Vergütung zugestimmt. Ein neues Vergütungssystem erhöht die Vergütung für Berufsbetreuer um durchschnittlich 17 Prozent.

Wir hatten bereits am 4 April darüber berichtet, dass die Bundesregierung ein Gesetzesentwurf berät, der eine Anpassung der Betreuer- und Vormundvergütung. (Drucksache 19/8694 hier zum PDF-Download) vorsieht. Diese stand am Donnerstag den 4. April zur Beratung auf der Tagesordnung des Bundestages.

Die Debatte im Bundestag, dauerte etwa 15 Minuten und wurde im Anschluss, zur weiteren Beratung an den Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz weitergeleitet. Zudem wird das Gesetz das Abrechnungssystem erneuern und nicht wie derzeit Einzelabrechnung geben, sondern in Zukunft monatliche Fallpauschalen. Dadurch sollen die Länder die Möglichkeit haben, die speziellen Anforderungen der einzelnen Betreuungsfälle mitzuberücksichtigen und so auch dementsprechend vergüten zu können. 

Die Berufsvormünder bleiben beim derzeitigen Vergütungssystem, jedoch mit höheren Stundensätzen.

Seit 13 Jahren wurden die Tarife nicht mehr verändert. So sollen durch das Gesetz, die finanziellen Schwierigkeiten der Betreuer und Vormünder entlastet werden. Das Gesetz wird jetzt über den Bundestag, zur Unterzeichnung an den Bundespräsidenten weitergeleitet und nach Unterzeichnung im Bundesgesetzblatt verkündet werden. Nach der Verkündung im Bundesgesetzblatt wird es einen Monat später in Kraft treten.

Quelle: bundestag/bundesrat

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Honorarpflegekräfte sind Sozialversicherungspflicht

Pflegekräfte, die als Honorarpflegekräfte in stationären Pflegeeinrichtungen tätig sind, sind in dieser Tätigkeit regelmäßig nicht als Selbstständige anzusehen, sondern unterliegenals Beschäftigte der Sozialversicherungspflicht. Dies hat der 12. Senat des Bundessozialgerichts heute entschieden (Aktenzeichen B 12 R 6/18 R als Leitfall).

Menschen im Ehrenamt sollen bessergestellt werden

Bildbeschreibung: Bild eines DLRG Bootes am Strand.

Viele Menschen arbeiten heutzutage im Ehrenamt und diese sollen nach Willen der Finanzminister zukünftig bessergestellt werden. Mit der Besserstellung sollen mehr Anreize für das ehrenamtliche Engagement geschaffen werden. Dafür sprachen sich am 24.05.2019, bei einem Treffen in Berlin, die Finanzminister aus.

Die Überleitungspauschale soll von 2400 Euro auf 3000 Euro erhöht werden Die Ehrenamtspauschale um 120 Euro, also auf 800 Euro erhöht werden. Damit sollen also die Steuerfreibeträge für jene erhöht werden, die in Sportvereinen, der Freiwilligen Feuerwehr oder in sozialen Einrichtungen, tätig sind. 

"Ehrenamtliches Engagement muss durch steuerliche Regelungen eher unterstützt als behindert werden", sagte der Vorsitzende der Finanzministerkonferenz, Hessens Ressortchef Thomas Schäfer (CDU). 

Auch die Kriterien für "Gemeinnützigkeit" sollen neu "justiert" werden. Das könnte sich beispielsweise für ein "E-Sport-Verein" zum Vorteil auswirken.

"Das Ehrenamt ist wichtiger Teil unseres gesellschaftlichen Zusammenhalts", so Angela Merkel in einem Video-Podcast vom 1.6.2019:


 

Die Bundeskanzlerin als Schirmherrin von "startsocial" hat am 3. Juni 2019, 25 herausragende Initiativen geehrt. Diese wurden im Rahmen des 15. startsocial-Wettbewerbs geehrt. (link zur Webseite von startsocial)

Das das Ehrenamt in der Pflege mittlerweile eine große Rolle spielt, ist vielen nicht bekannt. So hat die Malteser etwa 4000 ehrenamtliche an mehr als 200 Standorten im Einsatz. Diese führen unter anderem Tätigkeiten wie Begleitdienste durch. Auch das "Netzwerk Pflegebegleitung" ist ein bundesweites Netzwerk non Ehrenamtlichen die zur Unterstützung pflegender Angehöriger da sind.

Quellen: Bundesregierung, haufe

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Behindertenplatz: Besetzt

Bildbeschreibung: Ein LKW der alle Behindertenparkplätze blockiert.

Es ist immer wieder ein Ärgernis für Menschen mit Behinderung, wenn der vorgesehene Behindertenparkplatz wieder einmal belegt ist. Dieses Ärgernis ist eigentlich täglich in Deutschlands Straßen zu begegnen. Gerade aber bei Einkäufen, kann es besonders einschränkend sein, wenn der Behindertenparkplatz wieder einmal belegt ist.

Ein besonderer Fall wurde uns zugetragen. Ein LKW blockiert zwecks Entladung, alle vorgesehenen Parkplätze. Ein Versehen? Wir haben das Anlass genommen, einmal bei der betroffenen Firma direkt nachzufragen und erhielten folgende Antwort:

„Es handelt sich um den Parkplatz eines Lebensmittelgeschäftes, das wir üblicherweise weit vor den Ladenöffnungszeiten beliefern. Zu dieser Zeit kommen keine PKWs auf das Gelände. An dem Tag, an dem das Foto entstanden ist, war einer unser Mitarbeiter in Vertretung vor Ort. Aus diesem Grund hat die Belieferung länger gedauert als üblich und er konnte leider nicht vor Öffnung des Marktes den Parkplatz wieder verlassen. Insofern handelt es sich um einen Ausnahmefall, den wir ausdrücklich außerordentlich bedauern. Mit dem Mitarbeiter wurde gesprochen und er wurde mündlich verwarnt. Er hat uns glaubhaft versichert, dass dies nicht wieder vorkommen wird. Selbstverständlich stehen während der Ladenöffnungszeiten diese Parkflächen ausschließlich den Behinderten zur Verfügung. Wir möchten Ihnen versichern, dass wir grundsätzlich von unseren Mitarbeitern das einwandfreie Verhalten im Straßenverkehr erwarten und dies entsprechend auch von uns geschult wird. Die Achtung der Behindertenparkplätze gehört selbstverständlich dazu. “

Solche „Fehlverhalten“ scheinen leider immer wieder vorzukommen, gerade wenn es darum geht, die auszuliefernde Ware pünktlich beim Kunden abzuliefern. Haben sie vielleicht ähnliche Erfahrungen machen müssen? Schicken sie uns einfach ein Foto mit dem Ort an unsere Redaktion per E-Mail (Redaktionsteam(at)eu-schwerbehinderung.eu) und wir werden uns unmittelbar mit der Firma auseinandersetzen. Vielleicht kann es uns so gelingen, für dieses Thema mehr Sensibilität zu erwecken.

Doppel­besteuerung von Renten beseitigen

Bildbeschreibung: Bild vom Reichstag mit zwei Händen im Fordergrung, von der eine davon Geld in der Hand hat.

Für die Abschaffung der Doppelbesteuerung haben sich heute im Bundestag sowohl die Linke als auch die AfD ausgesprochen. 

Der Antrag der Linken mit dem Titel „Rentenbesteuerung vereinfachen und Doppelbesteuerung vermeiden“ (Drucksache 19/10282) und der Antrag der AfD-Fraktion mit dem Titel „Abschaffung der Renten-Doppelbesteuerung“ (Drucksache 19/10629) wurden im Anschluss an die Aussprache zur federführenden Beratung an den Finanzausschuss überwiesen, obwohl die Antragsteller die Federführung lieber beim Ausschuss für Arbeit und Soziales gesehen hätten. Sie konnten sich gegen die Koalitionsmehrheit aber nicht durchsetzen.  

Die Linke will den steuerlichen Grundfreibetrag anheben. Dazu forderte die Linksfraktion den steuerlichen Grundfreibetrag auf mindestens 12600 Euro pro Jahr anzuheben. Die abschmelzenden Rentenfreibeträge sollen zudem weniger stark abgeschmolzen werden, sodass die Renten erst ab dem Jahr 2070 voll steuerpflichtig werden. Zudem sollte das Rentenniveau schrittweise auf 53 % des Entgeltes eines Grundverdieners angehoben, so der Antrag.

Die AfD fordert hingegen eine Änderung des § 22 EStG um eine Zweifachversteuerung von Leibrenten zu vermeiden. Weiterhin sollen davon auch andere Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung, weiteren Rentenversicherungen, landwirtschaftliche Alterskasse und berufsständischen Versorgungseinrichtungen verschont werden. Einbeziehen will die Fraktion AfD alle Zahlungen ab 2016 und später. "Die Ungleichbehandlung sei bei Rentnern und Pensionären des Zugangsjahres 2040 offensichtlich. Beide müssten Alterseinkünfte voll versteuern, aber die Rentner hätten in den Jahren vor 2025 Beiträge aus versteuertem Einkommen aufbringen müssen. Hier kumuliere eine nachteilige Ungleichbehandlung zulasten der Rentner. (vom/hle/hau/06.06.2019)"

Die gesamte Diskussion im Deutschen Bundestag können sie hier noch einmal sehen:

Deutsche Bahn und Menschen mit Behinderung

Bildbeschreibung: Foto aus dem Berliner Hauptbahnhof.

Menschen mit Behinderung haben es sicherlich nicht schwer, wenn es darum geht, über ihre Erfahrungen mit der Deutschen Bahn zu berichten. Der hier geschilderte Fall soll verdeutlichen, wie es Menschen ergehen kann, deren Behinderung nicht gerade ersichtlich ist. Die betroffene Person, wir nennen ihn Herr M, hatte die Absicht von Berlin nach Hamburg zu reisen. Eine Reise, die die Person schon häufig getätigt hat. Doch diesmal sollte es etwas anders kommen. 

Herr M. hat sich wie immer, sein Ticket direkt am Schalter erworben. Diesmal hatte Herr M. einen schweren Koffer dabei, der sich aber auf Rollen problemlos bewegen ließ. Mit dem Koffer am Schalter angekommen, wurde unter Vorlage des Schwerbehindertenausweises ein Ticket erworben. Nicht im ICE, wie gewohnt, denn auf den ICE- Zügen war keine Platzreservierung mehr möglich. Somit musste Herr M auf den EC 378 ausweichen. Bei der zugehörigen Reservierung, konnte aber kein Großraumwagen mehr gebucht werden und so wurde Herr M in ein Abteil gebucht. 

Im Zug angekommen, war festzustellen, dass der Zug ausgebucht war. Herr M hat sein Abteil ausgesucht. Allerdings konnte Herr M den Koffer, aufgrund des Gewichtes und der bestehenden Behinderung, nicht in das Gepäckfach über seinen Sitz heben. Was Herrn M also übrig blieb, war die Platzierung des Koffers im Gang. Dem Angestellten der Bahn hat es offensichtlich nicht gefallen, dass der Koffer so "herrenlos" im Gang stand und so musste Herr M die ganze Fahrt stehend beim Koffer verbringen. Trotz des Hinweises durch Herrn M, auf die bestehende Schwerbehinderung, zeigte der Schaffner sich nicht bereit, den Koffer in die dafür vorgesehene Gepäckablage zu heben. Auch andere Passenten, u.A. ein anderer bediensteter der Deutschen Bahn, der mit im Abteil gesessen hatte, zeigten kein Mitgefühl. Herr M stand also die ganze Fahrt bei seinem Koffer, so wie von dem Bahnbeamten gewünscht.

Der Zug war voll. Was Herr M dann sah, war schon fast unglaublich. Das einzige Abteil, welches für schwangere Frauen und Menschen mit Mobilitätseinschränkungen vorgesehen war, wurde von den Bahnbeamten als "Dienstabteil" belegt, in deren unmittelbare Nähe Herr M stehen musste:

Auf dem Foto ist das Abteil zu sehen, welches für Menschen mit mobilitätseinschränkungen vorgesehen war, aber von der Deutschen Bahn als Dienstabteil blockiert wurde.

Als uns diese Geschichte übermittelt wurde, haben wir die Deutsche Bahn um eine Stellungnahme gebeten, auf die wir nach erneuter Nachfrage, von einer Sprecherin der Deutschen Bahn erhalten haben:

Zunächst möchten wir uns dafür entschuldigen, dass die Reise „Ihres“ Fahrgastes mit Widrigkeiten verbunden gewesen ist.
Es ist immer schwierig, im Nachgang einen Verkaufsvorgang zu analysieren und eine mögliche Fehlerzuweisung vorzunehmen.
Nichtsdestotrotz möchten wir nachfolgend auf Ihre Schilderungen eingehen.

Sie schreiben, der Reisende hat mit DB Reisezentrum sein Ticket inkl. Sitzplatzreservierung erworben.
Die Kollegen hätten ihm dabei einen Sitzplatz im Abteil zugewiesen, obwohl der Fahrgast einen schweren Koffer mit sich führte.
Im Verkaufsprozess fragen unsere Kollegen in der Regel, ob der Fahrgast lieber im Abteil oder im Großraumwagen sitzen möchte.
Wir gehen davon aus, dass der Fahrgast den Abteilplatz bevorzugte.

Für den Mitarbeiter im Reisezentrum ist es hierbei nicht ersichtlich, ob Gepäck – groß oder klein – mitgeführt wird.
Auch ist die Unterbringung des Koffers in den Ablagen über den Sitzen im Abteil möglich.
Unsere Zugbegleiter sind stets bemüht, Fahrgästen bei Fragen und Problemen behilflich zu sein.

Wir sind sicher, dass der Kollege an Bord dem Reisenden gerne beim Verstauen des Gepäcks behilflich gewesen wäre oder versucht hätte, einen anderen Sitzplatz zu finden. 

In unseren EC-Zügen werden mehrere Abteile mit den gezeigten Piktogrammen für Menschen mit Behinderungen und schwangere Frauen ausgewiesen.
Warum die Kollegen, ein solches für sich reserviert haben, können wir aktuell nicht nachvollziehen.
Selbstverständlich nehmen wir Ihr Schreiben zum Anlass und werden diesbezüglich auf die Kollegen im Fachbereich zugehen.

So ganz erschließt sich für uns nicht, warum die Deutsche Bahn hier nicht konkret zugibt, dass hier offensichtlich "Schulungsbedarf" besteht. Denn bereits in unserem Anschreiben an die Deutsche Bahn haben wir klagestellt: "Der Passagier hatte einen großen und schweren Koffer dabei. Somit war schon beim Ticketerwerb für den Mitarbeiter am Schalter offensichtlich, dass hier ein Mensch mit Behinderung einen Platz benötigt, der die Kofferunterbringung ermöglicht."

Auch die Aussage der Deutschen Bahn: "Unsere Zugbegleiter sind stets bemüht, Fahrgästen bei Fragen und Problemen behilflich zu sein." erschließt sich nicht ganz, wenn man das Verhalten des Zugbegleiters berücksichtigt.

Eigentlich sind hier der Deutschen Bahn mehrere Fehler unterlaufen. Nicht nur, dass der Schalterbeamte beim Ticketverkauf gleich hätte darauf hinweisen können, dass größere Koffer in einem Abteil gar nicht transportiert werden dürfen, sondern hierzu ein Sitzplatz in einem Großraumwagen erforderlich gewesen wäre und das die Mitarbeiter der Deutschen Bahn hier in keiner Weise behilflich sind um bspw. das Gepäckstück entsprechend in die Gepäckablage zu legen. In diesem besonderen Fall wäre sogar die Aufbewahrung im Dienstabteil, was nur zwei Abteile weiter lag, möglich gewesen. Das dann noch das Dienstabteil, welches eigentlich für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen und schwangere Frauen vorgesehen ist, nur von zwei Zugbegleitern belegt wurde und sonst eigentlich frei war, erweckt noch mehr Unverständnis.

Haben sie auch schon ähnliche Situationen erleben müssen? Schreiben sie uns einfach per E-Mail an unser Redaktionspostfach: Redaktionsteam(at)eu-schwerbehinderung.eu (Anm.: (at) durch @ ersetzen) . Gerne auch mit Fotos. Wir werden dann für sie weiter recherchieren. Alle E-Mail Eingänge werden strengstens vertraulich behandelt und nur anonymisiert weiter bearbeitet.

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Sehbehindertentag: Jürgen Dusel fordert Verpflichtung zur Barrierefreiheit im privaten Bereich

Bildbeschreibung: Pressefoto Jürgen Dusel.

Jürgen Dusel, Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung, fordert anlässlich des heutigen Sehbehindertentages, eine gesetzliche Verpflichtung zur Barrierefreiheit auch für Privatunternehmen, die Produkte und Dienstleistungen für die Allgemeinheit bereitstellen. Barrierefreiheit ist bisher nur im öffentlichen Sektor geregelt. 

„Menschen mit Behinderungen leben aber nicht nur im öffentlichen Sektor, sie wollen natürlich auch Produkte und Dienstleistungen privater Anbieter in Anspruch nehmen,“ so der Beauftragte. „Das zeigt sich oft an Alltagsproblemen, die große Auswirkungen haben, zum Beispiel bei Bankautomaten. Blinde Menschen oder Menschen mit Sehbehinderungen haben schlechte Karten, wenn sie beispielsweise Geld von ihrem Konto abheben wollen. Die Bankautomaten sind ganz überwiegend nicht barrierefrei und deren Menüführung ist nicht einheitlich. Das ist frustrierend und nicht hinnehmbar. Für solche Hürden gibt es zahlreiche Beispiele, sei es im Kino, im Supermarkt oder auch in Arztpraxen. Da müssen wir in Deutschland deutlich besser werden.“

Quelle: Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen

Menschenrechtsbericht der Regierung stößt auf geteiltes Echo

Bildbeschreibung: Stacheldraht mit Schriftzug Menschenrechte in englisch

Am gestrigen Nachmittag, fand eine öffentliche Anhörung zu dem dreizehnten Bericht über die Menschenrechtspolitik der Bundesregierung, statt. Der Menschenrechtsausschuss diskutierte dabei unter der Leitung von Gyde Jensen (FDP).

Grundlage der Diskussion war der erwähnte Bericht, der in der Drucksache 19/773 (hier als PDF Download) nachzulesen ist. Die gesamte Diskussion dauerte fast 3 Stunden. Besonders interessant war der Punkt "A5" des Berichtes, der sich im Schwerpunkt mit Menschenrechte von Menschen mit Behinderung befasst. Leider wird hier nicht thematisiert, wie Menschen mit Behinderung besser in der Gesellschaft integriert und die Teilhabe sichergestellt werden soll, die nicht mehr erwerbstätig sein können. Auch innerhalb der Anhörung, schien dieser Punkt keine Bedeutung gefunden zu haben, auch wenn sich inhaltlich einige Fragmente in der Anhörung wieder finden.

Die vollständige Anhörung haben wir am Ende des Artikels als Video eingebettet.

Folgende Sachverständige waren geladen:

  • Markus Beeko, Generalsekretär der deutschen Sektion von Amnesty International
  • Ulrich Delius, Direktor der Gesellschaft für bedrohte Völker
  • Rainer Dopp, Vorsitzender der Länderkommission der Nationalen Stelle zur Verhütung von Folter
  • Dr. Monika Hauser, Vorstandsvorsitzende von medica mondiale e. V.
  • Prof. Dr. Michael Krennerich, Lehrstuhl für Menschenrechte und Menschenrechtspolitik an der Universität Erlangen-Nürnberg und Vorsitzender des Nürnberger Menschenrechtszentrums (NMRZ)
  • Dr. Michael Ley, Privatdozent für Politologie, Prof. emeritus am und ehemaliger Direktor des Ludwig-Boltzmann-Instituts für Menschenrechte in Wien
  • Christian Mihr, Geschäftsführer von Reporter ohne Grenzen

 

Ein paar Auszüge zu den Aussagen (Quelle: Heute im Bundestag (hib):

„Eine Frage der Glaubwürdigkeit“

Markus Beeko (Amnesty International) vermisste im Bericht eine Trendbeschreibung und Akzentuierung und nannte als Beispiele die fortschreitende Schwächung der internationalen Ordnung, die Unterfinanzierung von internationalen Menschenrechtsinstitutionen oder etwa auch den Systemwettbewerb mit China. Mit einem übergeordneten Betrachtungsrahmen sollte die Bundesregierung beschreiben, worin die zentralen Herausforderungen bestehen und wie sie auf diese reagieren wolle.

Beeko kritisierte zudem, dass im Länderteil des Berichts nicht die Menschenrechtssituation befreundeter Staaten beleuchtet werde. Mit Blick auf Artikel-7-Verfahren der EU zur Rechtsstaatlichkeit in Polen und Ungarn sei dies eine Frage der Glaubwürdigkeit.

„Mehr Kompass ins Auswärtige Amt“

Auch Ulrich Delius (Gesellschaft für bedrohte Völker) warb dafür, die enger werdenden menschenrechtspolitischen Spielräume in EU-Staaten, aber auch in Partnerstaaten wie zum Beispiel Vietnam, umfassender in den Blick zu nehmen. Er wünsche sich zuweilen „mehr Kompass“ im Auswärtigen Amt, ob Menschenrechte oder eher Stabilität im Vordergrund stehen sollten und nannte das Beispiel des Sudans, wo unter anderem Menschenrechtsaktivisten den Sturz des Diktators bewirkt hätten, die vom Auswärtigen Amt zuvor völlig unterschätzt worden seien. „Was bedeutet Stabilität und ist es eine langfristige Stabilität, wenn man solche Regime stützt?“

Delius warnte zudem vor Modellen der Unterdrückung der Internetfreiheit wie in China, das für die Regulierung des Netzes eine Art Territorialprinzip beanspruche und damit auf wachsendes Interesse bei anderen Staaten stoße.

Defizite in Deutschland

Rainer Dopp (Nationale Stelle zur Verhütung von Folter) lenkte den Blick auf Defizite in Deutschland: So gebe es nach wie vor Fixierungen in psychiatrischen Einrichtungen und in Polizeidienststellen, die etwa ohne Sitzwache und ohne hinreichende Begründung durchgeführt würden. Im Falle einer forensischen psychiatrischen Einrichtung sei eine Person mehr als 800 Stunden fixiert gewesen.
Auch in der stationären Altenpflege würden freiheitsbeschränkende Maßnahmen als solche häufig nicht erkannt oder nicht  als problematisch wahrgenommen, etwa dann, wenn demenziell erkrankte Bewohner mit Zahlencodes oder Fototapeten an den Türen daran gehindert würden, die Einrichtung verlassen.

„Epidemisches Ausmaß sexueller Gewalt“

Dr. Monika Hauser (medica mondiale e. V.) machte auf das „epidemische Ausmaß“ sexueller Gewalt gegen Frauen und Mädchen weltweit aufmerksam, das auch vor Deutschland nicht haltmache. Hauser kritisierte, dass die Bundesregierung für dieses Problem in ihrer Menschenrechts- und Außenpolitik keine kohärente Strategie erkennen lasse. Gewalt gegen Frauen sei kein Kriterium bei der Einstufung von Ländern als sichere Herkunftsstaaten, es gebe Migrationspartnerschaften mit frauenverachtenden Regimen und durch Rüstungsexporte nach Saudi-Arabien und in die Vereinigte Arabische Emirate würden Staaten unterstützt, in denen Frauen- und Mädchenrechte mit Füßen getreten würden.

„Menschenrechtspolitik in unsicheren Zeiten“

Prof. Dr. Michael Krennerich (Universität Erlangen-Nürnberg und Vorsitzender des Nürnberger Menschenrechtszentrums) sprach von einer „Menschenrechtspolitik in unsicheren Zeiten“. Gemessen daran, dass die Menschenrechte selbst in Europa und den USA unter Druck geraten seien, sei der Bericht enttäuschend, weil in ihm lediglich „business as usual“ zum Ausdruck komme. Es gehe darum, entschlossen die Menschenrechtsstandards hochzuhalten – gerade auch bei der der eigenen Rüstungsexport-, Migrations- und Flüchtlingspolitik.
Krennerich unterstrich außerdem die Bedeutung der sozialen Menschenrechte: Diese könnten auf Schutzlücken aufmerksam machen, die selbst in einem Sozialstaat wie Deutschland existieren können, wie die Beispiele Kinderarmut, Wohnungsnot und Pflege zeigen würden. Eine Ratifizierung des Zusatzprotokolls zum UN-Sozialpakt durch Deutschland sei zudem „längst überfällig“.

„Libanonisierung der Gesellschaft“

Dr. Michael Ley (ehemaliger Direktor des Ludwig-Boltzmann-Instituts für Menschenrechte in Wien) warnte davor, den UN-Migrationspakt als Baustein einer umfassenden Migrationspolitik zu werten, wie es die Bundesregierung im Bericht tue. Wenn man Migration an sich zu einem Menschenrecht machen wolle, klinge das human und freundlich, habe aber bedenkliche Folgen: Migration sei nicht mehr steuer-, das Asylrecht im herkömmlichen Sinne nicht mehr haltbar.
Europa würde mit einer weiteren Zunahme von Einwanderung aus islamischen Ländern konfrontiert sein und damit auch mit der Bildung islamischer Parallel- und Gegengesellschaften. Ley warnte vor einer „Libanonisierung der Gesellschaft“ und vor einem aus islamischen Ländern importierten Antisemitismus hierzulande.

„Alternatives Menschenrechtsnarrativ“

Christian Mihr (Reporter ohne Grenzen) lenkte den Blick auf das technisch hoch entwickelte System staatlicher Überwachung des Internets in China, mit dem die Behörden unerwünschte Themen im Keim ersticken könnten. Das digitale Zensurmodell sei auch für andere Staaten wie Vietnam und Kambodscha, Russland und zentralasiatische Länder attraktiv. Mit einer internationalen Medienstrategie versuche Peking zudem ein „alternatives Menschenrechtsnarrativ zu etablieren, das Universalität der Menschenrechte grundsätzlich verneint“, sagte Mihr.
Dass die deutsche Bundesregierung ihrerseits mit dem BND-Gesetz ihrem Auslandsgeheimdienst eine fast schrankenlose Überwachung von Journalisten im Ausland einräume, würde von autoritären Regimen „mit Genugtuung“ zur Kenntnis genommen.

Die Anhörung (Quelle Bundestag/hib)

 

 

Am 6 Juni ist der Sehbehindertentag

Bildinhalt: Eine Person die auf dem Bürgersteig ist und an die Straßenmakierung läuft für Blinde

Zum 21 Mal seit 1998 findet in ganz Deutschland der Sehbehindertentag statt. Dieser wurde vom Deutsch Blinden und Sehbehindertenverband gegründet und soll dabei aufmerksam machen auf die Bedürfnisse von den sehbehinderten Menschen.

In Deutschland sind um die 500 000 Menschen sehbehindert und rund 150 000 Blind, laut der Schätzung des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (DBSV).

Dieses Jahr ist das Motto „Licht und Beleuchtung". In der bundesweiten Aktion setzten sich der DBSV und die Wissenschaftliche Vereinigung für Augenoptik und Optometrie (WVAO) für eine bessere Beleuchtung ein.

Denn gerade eine gute Beleuchtung kann bei einer Sehbehinderung den Alltag entlasten, dieses ist vielen nicht bekannt die eine Sehbehinderung haben. Deshalb will der DBSV mit seinen Mitgliedsorganisatoren dieses Jahr das Thema „Licht und Beleuchtung" aufmerksam machen.

Dabei finden Bundesweite Veranstaltungen am diesen Tag statt wie Beispielsweise in Berlin, Hamburg, Dresden, Hannover, Bonn, Köln, Frankurt, München und viele weitere Städte mehr dazu finden Sie hier: Veranstaltungen "Licht und Beleuchtung".

Quelle: dbsv.org

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Verbesserungen bei rechtlicher Betreuung

Bildbeschreibung: Foto in den Bundestag.

Der Petitionsausschuss setzt sich für Änderungen im Betreuungsrecht ein, um die Qualität der rechtlichen Betreuung zu verbessern. Während der Sitzung des Ausschusses am Mittwochmorgen wurde mit den Stimmen aller Fraktionen eine Beschlussempfehlung an den Bundestag verabschiedet, eine dahingehende Petition dem Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz "als Material" zu überweisen und sie den Fraktionen des Bundestags zur Kenntnis zu geben.

In der Petition wird unter anderem angeregt, das Betreuungsgesetz um die Forderung des regelmäßigen Nachweises der Eignung und der Kompetenz in der Pflichterfüllung der Betreuer zu erweitern. Zur Begründung wird angeführt, dass Betreuer für die von ihnen Betreuten eine herausragend wichtige Aufgabe übernehmen würden. Nach geltendem Recht werde aber die Eignung eines bestellten Betreuers lediglich im Zusammenhang mit seiner Bestellung überprüft.

In seiner Beschlussempfehlung verweist der Petitionsausschuss auf Paragraf 1897 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB), wonach das Betreuungsgericht vor Bestellung eines Betreuers dessen Eignung zu prüfen habe. Im Hinblick auf die Vielgestaltigkeit der Betreuungsanlässe und der Unterschiedlichkeit der Betreuten habe der Gesetzgeber darauf verzichtet, bestimmte formelle Qualifikationsanforderungen festzulegen, schreibt der Ausschuss unter Bezugnahme auf Auskünfte der Bundesregierung. Dadurch werde dem Betreuungsgericht ein möglichst großer Spielraum eingeräumt, für den einzelnen Betreuten den passenden Betreuer zu finden, heißt es in der Vorlage.

Das Gericht könne den Betreuer durch geeignete Ge- und Verbote, erforderlichenfalls auch durch Androhung von Zwangsgeld, zu pflichtgemäßen Handeln anhalten, wenn es dazu Anlass sehe. Es könne den Betreuer auch entlassen, wenn seine Eignung nicht mehr gewährleistet ist, heißt es in der Beschlussempfehlung. Darin werden noch weitere gesetzliche Verpflichtungen der Betreuer aufgeführt, wie etwa die jährliche Berichtspflicht über die persönlichen Verhältnisse des Betreuten gegenüber dem Betreuungsgericht. Nach Auffassung des Petitionsausschusses ermöglichen es diese Instrumente dem Betreuungsgericht, die Ausübung der Betreuung durch den Betreuer "auch laufend zu beaufsichtigen und zu kontrollieren".

Gleichwohl seien im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD strukturelle Verbesserungen bei der rechtlichen Betreuung geplant, schreiben die Parlamentarier. Dazu sei das Forschungsvorhaben "Qualität der rechtlichen Betreuung" durchgeführt worden. Nach Angaben des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz werden die notwendigen Gesetzesänderungen im Betreuungsrecht in einem interdisziplinären und partizipativen Diskussionsprozess zu "Selbstbestimmung und Qualität im Betreuungsrecht" vorbereitet, der bis Ende 2019 laufen werde, heißt es in der Beschlussempfehlung. Die Petition, so befinden die Abgeordneten, sei geeignet, in diese Diskussion mit einbezogen zu werden.

Quelle: Heute im Bundestag (hib)

Das bringt die Konzertierte Aktion Pflege

Bildbeschreibung: Fotomonatage mit Franziska Giffey, Jens Spahn und Hubertus Heil

Die Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte sollen sich schnell und spürbar verbessern. Das ist Ziel der Konzertierten Aktion Pflege, die unter der Leitung von Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey, Bundesarbeitsminister Hubertus Heil und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn jetzt ihre Ergebnisse vorgelegt hat. Danach soll bundesweit nach Tarif bezahlt, ein am Bedarf orientierter Personalschlüssel eingeführt, die Anwerbung ausländischer Pflegekräfte beschleunigt und die Zahl der Auszubildenden und Ausbildungseinrichtungen gesteigert werden.

 

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil: „Pflegekräfte verdienen Anerkennung und eine gute Bezahlung. Unser Ziel sind bessere Gehälter über Mindestlöhne, sowohl für Hilfs- als auch für Fachkräfte, und gleiche Bezahlung in Ost und West. Die rechtlichen Grundlagen sollen noch vor der Sommerpause von der Bundesregierung beschlossen werden. Dann ist die Pflegebranche am Zug: Sie muss entscheiden, ob sie für bessere Löhne einen flächendeckenden Tarifvertrag abschließen kann, oder Mindestentgelte –  wie bisher – über die Pflegekommission festgelegt werden sollen.“

 

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn: „Pflege muss wieder attraktiver werden. Das geht nur mit mehr Personal. Denn das entlastet nicht nur die einzelne Pflegekraft, sondern lässt auch mehr Zeit für die Betreuung der Pflegebedürftigen. Die Beschlüsse der Konzertierten Aktion sind ein Auftrag an alle Beteiligten. Und sie sind ein Versprechen an alle Pflegekräfte: Wir werden weiter dafür kämpfen, dass die Situation in der Pflege besser wird.“

 

Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey: „Wir sorgen für mehr Nachwuchs in der Pflege – ohne Schulgeld und mit fairer Ausbildungsvergütung. Es muss klar werden: Pflege ist ein Zukunftsberuf, eine Ausbildung in der Pflege lohnt sich und eröffnet Möglichkeiten für verschiedene Berufswege. Zehn Prozent mehr Auszubildende und Ausbildungseinrichtungen sind das Ziel unserer Ausbildungsoffensive Pflege – das hilft auch denen, die schon jetzt in der Branche arbeiten. Denn die Auszubildenden von heute sind die Profis von morgen.“

 

Die Ergebnisse der Konzertierten Aktion im Detail

 

Mehr Personal

Menschen für den Pflegeberuf zu begeistern oder zur Rückkehr in den Beruf zu gewinnen, gelingt nur, wenn sie genügend Kolleginnen und Kollegen an der Seite, verlässliche Dienstpläne und gute Arbeitsbedingungen haben. Deshalb wurde vereinbart:

  • ein Personalbemessungsverfahren für verbindliche Personalschlüssel für Pflegekräfte in Krankenhäusern zu erarbeiten.
  • zügig die Umsetzung des Personalbemessungsverfahrens für Pflegeeinrichtungen anzugehen
  • die Fach- und Sprachausbildung für ausländische Pflegekräfte in den Herkunftsländern zu unterstützen.
  • ein Gütesiegel für die Vermittler ausländischer Pflegekräfte zu entwickeln
  • Pflegeheime und Krankenhäuser verpflichten sich zu mehr Gesundheitsförderung und Arbeitsschutz.

 

Mehr Geld

Bislang wurden Pflegekräfte zu niedrig und sehr unterschiedlich entlohnt. Deshalb wurde vereinbart:

  • die Entlohnungsbedingungen in der Altenpflege zu verbessern.
  • nach Qualifikation differenzierte Mindestlöhne zu entwickeln (mindestens für Pflegefach- und Hilfskräfte).
  • einen für Ost und West einheitlichen Pflegemindestlohn zu schaffen

 

Zur Umsetzung dieser Ziele kommen nach Auffassung der AG zwei unterschiedliche Wege in Betracht:

  • die Festsetzung von Mindestlöhnen auf Vorschlag der Pflegekommission.
  • ein Tarifvertrag, der auf der Grundlage des Arbeitnehmer-Entsendegesetzes unter Berücksichtigung des kirchlichen Selbstbestimmungsrechts flächendeckend erstreckt werden kann. (Mehrheitsposition)
  • Die hierfür jeweils erforderlichen gesetzlichen Änderungen werden BMAS und BMG zügig auf den Weg bringen.

 

Außerdem bestand Einigkeit darüber,

  • dass eine Verbesserung der Entlohnung eine verbesserte Finanzausstattung der Pflegeversicherung erforderlich macht.
  • eine finanzielle Überlastung der Pflegebedürftigen durch steigende Eigenanteile zu verhindern ist.

Mehr Ausbildung

Die neuen Pflegeausbildungen starten zum 1. Januar 2020. Ihre Einführung wird begleitet durch die „Ausbildungsoffensive Pflege“ (2019 – 2023). Hierzu wurde beschlossen:

 

  • die Zahlen der ausbildenden Einrichtungen und der Auszubildenden bis 2023 im Bundesdurchschnitt um jeweils 10 Prozent zu steigern
  • mit einer Informations- und Öffentlichkeitskampagne für die neuen Pflegeausbildungen zu werben
  • durch die Verbände der Pflegeeinrichtungen mindestens 5.000 Weiterbildungsplätze zur Nachqualifizierung von Pflegehelferinnen und -helfern einzurichten

 

Mehr Verantwortung

Die Kompetenzen der Pflegefachkräfte sollen gestärkt und ausgeweitet werden. Deshalb wurde beschlossen:

  • den Verantwortungsbereich von Pflegekräften auszuweiten. Dafür werden u.a. Standards zur Zusammenarbeit mit anderen Gesundheitsberufen (z.B. Ärzten) entwickelt. Das BMG startet diesen Prozess noch dieses Jahr.
  • die bestehenden Möglichkeiten, Heilkunde auf Pflegefachkräfte zu übertragen, besser zu nutzen
  • in Modellvorhaben ab 2020 zu erproben, dass  Pflegefachkräfte Hilfsmittel bzw. Pflegehilfsmittel verordnen.

 

Mehr Digitales

Die Arbeit von Pflegekräften soll durch Digitalisierung erleichtert werden. Deshalb wurde beschlossen: 

  • Pflegeeinrichtungen an das TI-Datennetz anzuschließen
  • die Pflege mittelfristig komplett auf elektronische Datenverarbeitung umzustellen (elektronische Pflegeakte, Entlassmanagement, Verordnungen)
  • Ab 1. Oktober 2022 sollen ambulante Pflegedienste Leistungen der Pflegeversicherung, ab 1. April 2023 auch Leistungen der häuslichen Krankenpflege nur noch auf elektronischem Weg mit den Kassen abrechnen.
  • Die Möglichkeiten der Telepflege (z.B. Beratung übers Netz) weiterzuentwickeln

Hintergrund

Um den Arbeitsalltag von Pflegekräften spürbar zu verbessern, haben das Bundesgesundheits-, das Bundesfamilien- und das Bundesarbeitsministerium im Juli 2018 die Konzertierte Aktion Pflege ins Leben gerufen. Zusammen mit den Ländern, Pflegeberufs- und Pflegeberufsausbildungsverbänden, Verbänden der Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser, den Kirchen, Pflege- und Krankenkassen, Betroffenenverbänden, der Berufsgenossenschaft, der Bundesagentur für Arbeit sowie den Sozialpartnern wurden fünf Arbeitsgruppen eingerichtet, um konkrete Schritte festzulegen:

 

  • Arbeitsgruppe 1: Ausbildung und Qualifizierung
  • Arbeitsgruppe 2: Personalmanagement, Arbeitsschutz und Gesundheitsförderung
  • Arbeitsgruppe 3: Innovative Versorgungsansätze und Digitalisierung
  • Arbeitsgruppe 4: Pflegekräfte aus dem Ausland
  • Arbeitsgruppe 5: Entlohnungsbedingungen in der Pflege.

 

 

Weitere Informationen sowie den Vereinbarungstext im Wortlaut finden Sie unter: www.bundesgesundheitsministerium.de/konzertierte-aktion-pflege

Quelle: BMAS

CDU zerlegt sich selber? Ein Kommentar

Bildbeschreibung: Pressefoto Annegret Kramp-Karrenabuer

Das die Europawahl für unsere großen Volksparteien nicht gerade von Erfolg gekrönt war, ist nichts neues mehr, doch es gibt immer noch eine Steigerung. Die CDU will sich inhaltlich neu orientieren. Das wird immer deutlicher. Doch tut sie das wirklich im Sinne der Wählerinnen und Wähler? Erst ist es ein Youtube- Video, dass Schuld am Wahldesaster haben soll. Dann kommen Worte von der Parteivorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer, die erst einmal die Medien aufschreien lässt, da viele darin den Versuch sehen, die Pressefreiheit einzuschränken. Der Partner, die CSU setzt noch einen oben drauf und entwickelt Ideen, wie man wohl an Journalisten ran kommt um deren Computersysteme und Smartphones durchsuchen zu können. 

Den nächsten Shitstorm durfte die CDU über Twitter einfangen, als folgender Tweet veröffentlicht wurde:



Bildbeschreibung: Tweet der CDU indemeinige Punkte wie saurer Regen, Ozonloch und verschmutzte Gewässer als erledigt ngesehen werden.

 

"Zu den künftigen Schwerpunkten sollten unter anderem die Bereiche Digitalisierung, Innovationen, Klima und Umwelt, Mobilität sowie gleichwertige Lebensverhältnisse zwischen Stadt und Land gehören." so hieß es von der CDU-Chefin zu einer abschließenden zweitägigen Klausur. Gerade der Bereich "Klima" wirkt etwas unglaubwürdig, wenn man die Botschaft aus dem Tweet sich genau durchliest. Der Twittershitstorm mit über eintausend Antworten (hier gehts zum Tweet) ist schon erstaunlich und zeigt viel über die Meinung der Wählerinnen und Wähler. Ist das aber wirklich das, was die Wählerinnen und Wähler wirklich bewegte? In unserem Artikel "CDU - Antworten zur Europawahl" (hier zum Artikel) in dem uns die CDU einige Fragen beantwortet hatte, sind Antworten gekommen, die eigentlich wieder neue Fragen zur Thematik Sozialpolitik der CDU aufwerfen. 

Aber auch die andere große Volkspartei glänzt nicht gerade und scheint sich schon wieder mit sich selbst zu beschäftigen. Ob die SPD es dabei schaffen wird, wieder zu einem stabilen Programm mit Inhalten die den Wünschen der Wählerinnen und Wähler entspricht, ist dabei ebenso fraglich. In unserem Artikel "SPD - Antworten zur Europawahl" (hier zum Artikel) zeigt die SPD klar ihre Stellung zu den Fragen die wir ihr gestellt haben. Wenn man dann noch die Kritik vieler Sozialverbände an den Konstrukten wie Grundrente und die Erwerbsgeminderten Rente sieht, die dann eben doch wieder nicht jeder erhalten soll, weil schon in Rente oder eben einfach in der Grundrente nicht berücksichtigt, dann ist es nicht verwunderlich, dass das "S" was für "Sozial" steht nicht mehr so wahrgenommen wird.

Da hat es "Die Grüne" recht einfach. Sie braucht nur zuschauen, wie sich zwei Parteien weiter in den Abgrund stürzen, wenn nicht umgehend ein Wechsel in den Parteiprogrammen sichtbar wird. Das dann die Grünen noch umweltpolitisch aktiv sind, sich in unserem Artikel "Die Grünen/Bündnis 90 - Antworten zur Europawahl" (hier geht's zum Artikel) ganz anders positioniert haben und somit viele Wählerinnen und Wähler erreichen konnten, ist nicht weiter verwunderlich.

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Werkstätten fordern neues Endgeldsystem

Bildbeschreibung: Auf dem Bild ist ein Rollstuhl zu sehen.

Durch die Anhebung geplante Anhebung des Ausbildungsgeldes, befürchten Werkstätten für Menschen mit Behinderung, wirtschaftliche Nachteile. Deutlich wurde dieses während einer Anhörung am 3. Juni des Ausschusses für Arbeit und Soziales, deutlich. Zur Diskussion stand ein Gesetzentwurf (19/9478) der Bundesregierung zur Anpassung der Berufsausbildungsbeihilfe und des Ausbildungsgeldes.

Der Entwurf sieht im Detail vor, die Unterkunftskosten in der Berufsausbildungsbeihilfe und im Ausbildungsgeld einheitlich zu pauschalieren. Durch den Entwurf sollen u.A. die jüngsten Änderungen beim Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) nach- und mit vollzogen werden. Die Verfahrensvorschriften sollen vereinfacht werden, um die Harmonisierung mit dem BAföG künftig mit weniger Verwaltungsaufwand zu erreichen. Außerdem soll die Bedarfsstruktur des Ausbildungsgeldes deutlich vereinfacht und an jene der Berufsausbildungsbeihilfe angeglichen werden. Die Höhe des Ausbildungsgeldes soll an die BAföG-Bedarfssätze angeglichen werden. Erhöhungen soll es auch im Bereich der Werkstätten für Behinderte geben. 

Heiko Buschbek, von der Landesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen Sachsen betonte, "dass es prinzipiell ein gutes Zeichen der Wertschätzung sei, das Ausbildungsgeld zu erhöhen. Jedoch überfordere selbst eine stufenweise Erhöhung des Ausbildungsgeldes von derzeit 80 Euro auf 117 Euro ab 1. August viele Werkstätten finanziell. Erhöhungen dieser Dimension sind am Markt nicht durchsetzbar". Er schlug vor, mit der Erhöhung erst ab Januar 2020 zu beginnen.

Michael Weber von der Landesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen in Nordrhein-Westfalen warnte: "die Werkstätten würden an ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit gebracht, da deren Produkte für viele Abnehmer zu teuer würden. Eine Stufenlösung sei zwar besser, aber nicht optimal".

Beide sprachen sich dafür aus, das Entlohnungssystem in den Werkstätten insgesamt neu zu organisieren. Weber schlug eine "Entlohnung aus einer Hand" vor. Buschbeck fragte: "Warum wird das Ausbildungsgeld öffentlich finanziert, während der Grundbetrag (als ein Teil des Werkstattentgeltes) von den Werkstätten erwirtschaftet werden muss?" und plädierte dafür, sowohl das Ausbildungsgeld als auch den Grundbetrag öffentlich zu finanzieren.

Sowohl der Deutsche Gewerkschaftsbund als auch die Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände, bewerteten im Hinblick der Fachkräftesicherung, die Erhöhung der Ausbildungsendgelte, positiv.

Quelle: Bundestag (hib)

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Sendung Hart aber Fair vom 3 Juni 2019 mit dem Thema Pflege

Bildinhalt: Ein Mann der sitzt und einen Gehstock mit beiden Händen festhält.

In der Sendung hat sich Franziska Giffey, Hubertus Heil, Jens Spahn und Gottlob Schober, den Fragen der Zuschauer gestellt. Außerdem waren zu Gast Silke Behrendt-Stannies Altenpflegerin und Clarissa Gehring, Altenpflege-Schülerin, sowie Bernd Meurer, der Präsident des bpa - Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste.

Jens Spahn ging auf eine Zuschauer frage ein "Wann wird sich etwas ändern?". Spahn sagt das sich nicht von heute auf morgen und in vier Wochen sei auch nicht alles gut. Jedoch wenn man die letzten 12 Monate betrachte sieht man jeden Tag mit kleineren und größeren Maßnahmen einen Unterschied. In der Sendung wird auf das Thema Zeit für die Pflegekräfte eingegangen. Franziska Giffey sagte, dies sei ein wichtiger Punkt bei der Pflege.

Es wird auch auf die Ausbildungsoffensive eingegangen in der Sendung, sowie die Gewinnung von Pflegefachkräfte aus dem Ausland. Die Altenpflegerinn Behrendt-Stannies wird gefragt ob Sie etwas von den zusätzlichen Stellen merke.

Sie sagt, das davon merke Sie nichts. Es wäre keine neue Fachkraft da. Auch habe der Arbeitsdruck noch mehr zugenommen im letzten Jahr, denn es würden viele in die Leiharbeit wechseln. Denn dort gibt es Prämien, sowie ein Wunsch Dienstplan. Auch sehe Sie schlimmes für die Pflege und sie kämpfe noch weiter zu arbeiten. Der Tarifvertrag wird angesprochen. Hubertus Heil sagt, wo ein Tarifvertrag ist wird in der Regel besser bezahlt.

Das Gehalt wird angesprochen. Bernd Meurer, der Präsident des bpa sagt, dass er keinen einheitlichen Tarifvertrag will. Als Beispiel dafür geht er auf die unterschiedlichen Regionalen Kosten für eine Wohnung ein. Es wird auf die Kosten des Tarifvertrags eingegangen die Günstigstes Variante würde 1,4 Milliarden Euro pro Jahr kosten und die teuerste Variante 5,2 Milliarden Euro, laut IGES Institut. Zum Schluss der Sendung werden Statements von den Zuschauern gezeigt.

Die Sendung können Sie gerne sich nochmal hier ansehen: Hart aber Fair: Pflege was schafft die Groko noch? 

Quelle: 1.wdr.de

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Die Stiftung ZQP stellt neue Datenbank bereit zur Pflegeberatungssuche

Bildinhalt: Auf dem Tisch steht ein Laptop und daneben liegt ein Schreibblock und Kugelschreiber, am Laptop bedient eine Frau das Mauspad.

Das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) will mit der neuen Datenbank pflegedürftige und ihrer Angehörigen unterstützen eine passende Pflegeberatung in der nähe zu finden. Einen kostenlosen Anspruch einer Pflegeberatung hat jeder der einen Pflegegrad beantragt und wer Pflegegeld bezieht nach § 37 Absatz 3 SGB XI und bekommt diese in Regelmäßigen abständen je nach Pflegegrad.

Die Datenbank soll derzeit um die 4 500 Angebote umfassen, dies teilte die ZQP in Berlin am 13 Mai 2019 mit. Immer mehr Pflegebedürftige wollen zu Hause gepflegt werden und die Angehörigen sitzen meist alleine da. Von 3,41 Millionen Pflegebedürftige (Stand 2017, Statistisches Bundesamt) werden 2,59 Millionen Pflegebedürftige (Stand 2017, Statistisches Bundesamt) zu Hause gepflegt, dieses sind 76 Prozent.

Daher ist eine Pflegeberatung sehr Hilfreich, denn gerade diese kann sich individuell auf die Bedürfnisse des einzelnen einstellen. Bei Datenbank kann das Thema eingestellt werden bei der Suche. Zur Auswahl gibt es derzeit Pflege, Demenz, Wohnen, Betreuungsrecht, Beschwerden und Selbsthilfe.

Bei der Suche wird auf einer Karte die einzelnen Pflegestützpunkte, die in der Nähe sind, angezeigt. Die ZQP sammelt alle Daten selber und hat bevor diese in die Datenbank übernommen wurden die entsprechenden Einrichtungen kontaktiert zur Qualitätssicherung. Dieses wird jedes Jahr wiederholt.

Die Datenbank der ZQP finden Sie unter https://www.zqp.de/beratung-pflege/.

Quelle: zqp.de

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Pflegekammer will eine Kooperation mit Verdi

Bildinhalt: Eine Hand schüttelt die andere Hand.

Durch die immer mehr erschwerende Lage in der Pflege will Verdi in Niedersachsen ein Modell zur Pflegekammer schaffen, dass nicht kostet. Sandra Mehmecke, Niedersachsens Pflegekammerpräsidentin fordert von Verdi und den Verbänden mehr Einigkeit. Sie sagte am 28 Mai 2019: „Statt Zwietracht zu säen, sollten alle an einem Strang ziehen und konstruktive Lösungen für Pflegekräfte und Patienten in Niedersachsen erarbeiten“.

In den letzten Wochen ist Verdi von den Pflegekammer Modell zurückgewichen. Eine „Vereinigung der Pflegenden“ hatte Verdi wie bereits Bayern hat als alternatives Modell vorgeschlagen, bei dem keine Mitgliedschafts- und Beitragspflicht besteht. Die Pflegekammer ist 2017 per Gesetz beschlossen wurden und hatte mehre Aufgaben.

Zum einen soll Sie für die sachgerechte Professionelle Pflege einsetzen sowie die Belange der Beruflich Pflegenden im Hinblick auf die Bedürfnisse der Gesellschaft. Dabei gehören der Pflegekammer in Niedersachsen die Fachkräfte der Kranken-, Alten- und Kinderkrankenpflege an. In Niedersachsen müssen Pflegefachkräfte für 2019 bei der Pflegekammer ein Mitgliedschaftsbeitrag von 0,4 Prozent pro Jahr zahlen ihres zu versteuernden Jahreseinkommen.

Beispielsweise bei einem Jahreseinkommen von rund 30 000 Euro, sind das um die 2 500 Euro je Monat, das wäre ein Beitrag von 120 Euro im Jahr. Jedoch gibt es dagegen bereits eine Online Petition, die bis über 50 000 Menschen unterzeichnet haben. Mehmecke sagte, dass eine freiwillige Mitgliedschaft nicht funktioniert, diese würde man an Bayern sehen.

Notwendig sei eine Pflegekammer, um die Interessen der Pflege wahrnehmen zu können, weil die Berufsverbände und Gewerkschaften wegen dem geringen Organisationsgrad diese nicht für alle sprechen könnten. „Gemeinsam werden wir einfach viel mehr erreichen. Die Pflegekammer ist dazu offen und gesprächsbereit.“

Quelle: aerzteblatt.de

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Fachkräftemangel in Hamburg Pflegeheim muss schließen

Bildinhalt: Ein Tablett mit Essen trägt eine Pflegekraft

Durch den immer größer werdenden Fachkräftemangel muss in Hamburg bis Ende Juni das AWO Pflegeheim in der Hagenbeckstraße schließen. 53 Pflegebedürftige sind davon betroffen, die jetzt eine neue Unterkunft in einem Pflegeheim benötigen.

Der Grund für die Schließung ist das die AWO wegen dem Fachkräftemangel keine Pflegekräfte findet. Mittlerweile sind fast alle Bewohner ausgezogen nur noch wenige befinden sich im Heim. In der Sendung "Personalmangel: Hamburger Altenheim muss schließen" vom NRD Panorama 3 wurde am 21 Mai darüber berichtet. 

Das jetzt ein Pflegeheim zu macht wegen Fachkräftemangel. In der Sendung werden die Bewohner und Pflegekräfte gezeigt wie Sie unter Schließung leiden. Im Bericht wird eine ältere Seniorin gezeigt, die das Pflegeheim wechseln muss und aufgrund ihrer Demenz dieses nicht mehr richtig wahrnimmt. Laut dem Bericht sind neuen Stellen nicht besetzt. Auf die Pflegefachkräftemangel Situation in Deutschland wird eingegangen das um die 24 000 Pflegefachkräfte in Deutschland fehlen.

Es wird darauf eingegangen das in den letzten Jahren bereits mehrere Pflegeheime wegen Fachkräftemangel in Deutschland geschlossen wurden. Laut Bericht zahlen in Hamburg nur 7 Prozent der Pflegeheime nach Tarif. So würde die AWO unter Tarif sei 10 Jahren zahlen, aber Sie würde jetzt ein neuen Tarif aushandeln. 100 Euro weniger würden Sie bei der AWO verdienen von einem Durchschnittsgehalt von 2 744 Euro.

Quelle: ndr.de

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Tag der Organspende am 1 Juni

Bildinhalt: Mehrere Organspendeausweise

Seit 1983 findet jedes Jahr am ersten Samstag in Juni der Tag der Organspende statt. Dieser ist bundesweit und hat jedes Jahr in einer Stadt einen zentralen Veranstaltungsort. Dieses Jahr findet in Kiel zum 1 Juni die Zentrale Veranstaltung statt. In diesem Jahr wurde ein neues Gesetz verabschiedet.

Für eine Verbesserung der Zusammenarbeit und Strukturen bei der Organspende. Für Organtransplantationen sollen die Krankenhäuser mehr Geld und Zeit bekommen. Seit dem 1 April 2019 ist das Gesetz in Kraft getreten. In Kiel soll eine Diskussionsrunde über eine mögliche neue gesetzliche Regelung zur Entscheidung bei Organspenden geführt werden.

Am Tag der Organspende sollen die Menschen aufgeklärt werden über die Wichtigkeit und auch Dank erhalten für ihren Einsatz. Der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und der Minister von Schleswig-Holstein für Soziales, Gesundheit, Jugend, Familie Dr. Heiner Garg, sowie der Oberbürgermeister von Kiel Dr. Ulf Kämpfer werden in Kiel die Veranstaltung mit eröffnen. Das Motto in Kiel lautet „Kiel zeigt Herz“. An diesem Tag findet ein Programm statt. Die Veranstaltung findet von 10 Uhr bis 18 Uhr statt. Mehr dazu finden Sie hier. Programm Tag der Organspende in Kiel.

Quelle: organspendetag.de

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