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Psychische Gefährdung für Studenten

Bildbeschreibung: Auf diesem Bild ist einer Person zu sehen, die an einem Schreibtisch Notizen auf einem Block macht.

Wie aus einer kleinen Anfrage im Deutschen Bundestag hervorgeht, leiden immer mehr Studenten unter psychischen Störungen. Allein im Zeitraum von 2010 bis 2015 stieg die Zahl der Erstgespräche der psychotherapeutischen Ambulanz in Göttingen für Studenten um 30 Prozent, heist es in der kleinen Anfrage (Drucksache 19/10799). 

Die Zahlen zeigen eine Tendenz, die sich auch bei berufstätigen Menschen wieder spiegelt. Offensichtlich sind es die immer weiter ansteigenden Anforderungen, nicht nur im Berufsleben, sondern bereits in der Ausbildung. Selbst dort sind bereits Symptome von posttraumatischen Belastungsstörungen gehäuft zu beobachten. In unserem Bildungssystemen müssen wir uns also mit der Frage auseinandersetzen: Wie viel Bildung ist eigentlich leitbar? Eine mögliche Ursache könnte die Umstellung des Studiums auf Bachelor- und Masterabschlüsse sein. Allerdings gibt es auch andere Studien, die den Bologna-Prozess als Ursache ausschließen. (Bologna-Prozess: Europaweite Vereinheitlichung von Studiengängen). Sprich es konnte kein erhöhtes Burnout-Erleben durch Bachelor- oder Masterstudenten, im Vergleich zu anderen Abschlussgruppen, festgestellt werden. Andere Studien zeigen aber, dass es besondere Auffälligkeiten bei Magister Studierenden gibt.

Gerade die Jungen Menschen sollen in der Zukunft unseren Bedarf an Sozialleistungen wie Renten, decken. Daher ist diese Entwicklung nicht nur alarmierend, sondern muss mit großer Sorgfalt beobachtet werden, um dieser Entwicklung entgegenwirken zu können. Nicht selten führen psychische Belastungen, gerade wenn diese dauerhaft stattfinden und sich chronifizieren, zu einer Erwerbsminderung der betroffenen Personen. Der Arztbericht der Barmer (hier als PDF-Download) zeigt die derzeitige Entwicklung und untersucht entsprechende Hintergründe.

Betrachtet man die Zahlen der Deutschen Rentenversicherung, beobachtet man einen leichten Rückgang bei den EM- Rentenzugängen. Waren es 2016 173.996, so waren es 2017 165.638. Allerdings ist das kein Anlass, sich zurückzulehnen, denn eine Entspannung in der Antragslage ist das nicht. Schließlich liegt die Anzahl der psychischen Erkrankungen immer noch bei 43%. Leider sind uns keine Zahlen bekannt, wie viele Fälle dadurch zu Pflegefällen wurden.

Tendenziell ist auch zu beobachten, dass immer mehr Menschen auf Leistungen nach SGB XII angewiesen sind. Also Grundsicherung bei Erwerbsminderung oder im Alter. Das statistische Bundesamt hat zu dem Thema Zahlen veröffentlicht. Waren es im Dezember 2016 noch 500.308 Personen die auf Grundsicherung bei Erwerbsminderung angewiesen waren, so waren es im Dezember 2017 bereits 514.737 Personen.

Sozialpolitisch sollten diese Zahlen mehr als nur alarmierend sein, denn gerade erwerbsgeminderte Menschen, die dann meist durch die Erwerbsminderung auch noch eine Schwerbehinderung bekommen, sollten Teil der Gesellschaft bleiben.

 

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