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Entlastung für Pflegefachkräfte

Bildbeschreibung: Eine Frau mit Mundmaske.
Foto: © Rusty Watson

20 000 zusätzliche Assistenzkräfte sollen die Pflegefachkräfte in den Pflegeheimen dauerhaft entlasten. Den Bewohnerinnen und Bewohnern wird damit mehr Zeit für Pflege und Betreuung zur Verfügung gestellt. Die Verbesserung der Personalausstattung wird komplett aus Mitteln der Pflegeversicherung finanziert. Für Bewohnerinnen und Bewohner bedeutet das ein Mehr an Leistung, ohne dass dadurch die persönliche Zuzahlung steigt.

"Das Bundesgesundheitsministerium geht einen richtigen und logischen Schritt. Ergebnis der groß angelegten Studie zur Personalbemessung in Pflegeheimen ist, dass die Pflegefachkräfte dringend Unterstützung und Entlastung brauchen durch zusätzliche Assistenzkräfte. Damit steht mehr Personal zur Verfügung ohne jegliche Einbußen an Fachlichkeit. Die Pflegefachkräfte werden sich künftig deutlich besser auf ihre qualifizierte Tätigkeit konzentrieren können, da ihnen assistierende Kolleginnen und Kollegen an die Seite gestellt werden können," so Bernd Meurer, Präsident des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa). Im bpa sind mit jedem dritten Pflegeheim mehr Heime organisiert als in jedem anderen Verband.

bpa-Präsident Meurer zeigt sich optimistisch, dass die zusätzlichen Assistenzkräfte tatsächlich gewonnen werden können. "Anders als bei den Pflegefachkräften wird es gelingen, diese zusätzlichen Stellen auch zu besetzen. Wenn wir damit die Pflegefachkräfte entlasten können, profitieren alle. Der bpa wird begleitende Angebote zur Qualifizierung auflegen."

„20.000 zusätzliche Hilfskräfte zur Entlastung der Pflegefachpersonen kann ich nur begrüßen“, sagte Nadya Klarmann, die Pflegepräsidentin von Niedersachsen am Freitag in Hannover. Pflegefachpersonen bekämen damit etwas mehr Luft für die professionelle Versorgung der Pflegebedürftigen.

„Gerechnet auf knapp 14.500 Pflegeheime in Deutschland macht das aber nicht einmal zwei Hilfskräfte mehr pro Einrichtung. Auch das neue Gesetz wird die Situation nicht nachhaltig verbessern“, prognostiziert Klarmann. Schon mit dem Pflegepersonal-Stärkungsgesetz wollte der Gesetzgeber bis zu 13.000 zusätzliche Stellen für Pflegefachkräfte in der Altenpflege finanzieren. Der Erfolg war bisher eher mager. Nur wenige tausend Stellen konnten besetzt werden. „Fachkräfte fallen nicht vom Himmel. Das muss jetzt auch dem Letzten klar geworden sein“, sagt Klarmann.

Statt Flickschusterei brauche die Pflege in Deutschland einen echten Wumms, also grundlegende Strukturreformen, angefangen von einer Reform der Pflegefinanzierung bis hin zu dringend nötigen Verbesserungen der Arbeitsbedingungen. „Es muss endlich in den Köpfen der Politik ankommen, dass sich die Arbeitsbedingungen und Gehälter in der Pflege verbessern müssen, um die Leute in den Beruf zu kriegen. Es geht um nichts Größeres, als die pflegerische Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen“, mahnt die Pflegekammerpräsidentin an.

Zur Aufwertung der Pflegefachberufe gehöre auch die umfangreiche Übertragung heilkundlicher Aufgaben an Pflegefachpersonen und ein an den tatsächlichen Bedürfnissen orientiertes Pflegepersonalbemessungsinstrument. „Der Einsatz von mehr Hilfskräften darf nicht zu einer Senkung der Fachkraftquote führen. Studien zeigen immer wieder, dass die Qualität der Versorgung von Pflegebedürftigen maßgeblich auch von der Anzahl gut ausgebildeter Pflegefachpersonen abhängt“, so die Kammerpräsidentin. Mehr Hilfskräfte seinen daher auch nur ein Schritt von vielen hin zur Sicherstellung der pflegerischen Versorgung der Menschen in Deutschland.

Autor: md / © EU-Schwerbehinderung



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