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Virologe Klaus Stöhr: "Wir brauchen einen Exitplan"

Bildbeschreibung: Mehrere Menschen auf der Straße.
Foto: © Sol Reynoso

Der Virologe und Epidemiologe Prof. Dr. Klaus Stöhr hält die Kontaktnachverfolgung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie in Deutschland für nicht mehr sinnvoll. "Wir brauchen einen Exitplan. Wie passen wir die Maßnahmen der sich verändernden Situation und dem sich verändernden Virus an? Ich kann Ihnen nicht sagen, warum man in Deutschland noch Kontaktnachverfolgung machen sollte.

Von der Inzidenz her ist es von den Gesundheitsämtern nicht mehr zu stemmen", sagt er im Podcast "Die Wochentester" von "Kölner Stadt-Anzeiger" und "RedaktionsNetzwerk Deutschland" im Gespräch mit den Moderatoren Wolfgang Bosbach und Christian Rach. Stöhr: "Wenn ein Großteil der Bevölkerung mild und asymptomatisch infiziert ist und Antikörper hat, wird eine sogenannte Kontaktnachverfolgungs-Quarantäne sinnlos. Man bewegt sich aus dem ersten Teil der Pandemie in den zweiten. In Südafrika hat man damit schon begonnen."

Was der Virologe hingegen für sinnvoll hält: "Der beste Weg aus der Pandemie wäre: sich erst impfen lassen und sich dann infizieren. Im Paket wird es dann einen langanhaltenden Immunschutz geben. Die Kombination aus Impfschutz und Infektion ist eigentlich der Weg." Zur politischen Debatte über eine allgemeine Impfpflicht sagt der langjährige Leiter des globalen Influenza-Programms der WHO: "Für Omikron kommt die Impfpflicht in diesem Winter zu spät.

Für die Atemwegserkrankungen im Winter 2022/2023 wird sie nicht mehr notwendig sein." Neueste Zahlen aus Schleswig-Holstein und Niedersachsen ließen ihn zudem an der Sinnhaftigkeit der 2G-Plus-Regeln zweifeln: "2G-Plus macht einen Unterschied, was die Ökonomie betrifft. Aber wenn man sich die Inzidenzen anschaut, die Häufigkeit der Erkrankung, dann sieht man keinen Unterschied. 2G-Plus macht einen Unterschied, aber nur in den Kassen der Einzelhändler."

Quelle: ots - news aktuell

Autor: Redaktion über ots - news aktuell



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