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Überschätzt die Bundesregierung die Corona-Warn-App? Mehr als 25 Millionen Downloads für Corona-Warn-App

Bildbeschreibung: Ein Smartphone mit der Corona-Warn-App die ein erhöhtes Risiko anzeigt
Foto: kk | © 2021 EU-Schwerbehinderung

Wer gestern Anne Will in der ARD gesehen hat und den Kanzleramtschef Helge Braun zuhören durfte, gewann den Eindruck, dass dieser die Corona-Warn-App als das Werkzeug zur Pandemiebekämpfung betrachtet. Immerhin hat Deutschland (Quelle Statista) rund 58 Millionen Smartphone-Nutzer. Heute teilte die Bundesregierung mit: "Die Corona-Warn-App (CWA) ist nach Einschätzung der Bundesregierung eine wichtige Ergänzung der Kontaktnachverfolgung durch die Gesundheitsämter. Auch Begegnungen mit Unbekannten im öffentlichen Raum könnten mit Hilfe der App erfasst und schneller identifiziert werden, heißt es in der Antwort (19/26795) der Bundesregierung".

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Weiter heißt es: "Die CWA leiste neben den AHA+L-Regeln (Abstand, Hygiene, Maske, Lüften), der Teststrategie und weiteren Vorkehrungen einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung der Corona-Pandemie. Die mehr als 25 Millionen Downloads, die Übermittlung von mehr als 7,9 Millionen Testergebnissen und mehr als 227.000 Infizierte, die ihr positives Testergebnis geteilt und so andere Personen gewarnt hätten, stünden für die hohe Akzeptanz der App." Allerdings macht die Bundesregierung keine Aussage darüber, wie viele Menschen die App tatsächlich nutzen, denn die Downloadzahl gibt keine Aussage über die tatsächlichen Nutzer.

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Etwas verwunderlich, dass die Bundesregierung heute so eine Meldung publiziert, denn bei Anne Will wurden genau auf die Probleme hingewiesen, die seitens der Bundesregierung offensichtlich nicht gesehen werden wollen. Trotz Corona-Warn-App ist es niemanden gelungen, genaue Aussagen darüber zu treffen in welchen Wirtschaftszweigen sich das Coronavirus besonders gut ausbreitet. Wir wissen nicht, ob es der Einzelhandel ist, das Restaurant oder kulturelle Bereiche. Wir wissen nur, dass sich trotz Schließung vieler Bereiche, die Zahlen der Neuinfektionen nicht gerade positiv entwickeln.

Die Corona-Warn-App zeigt nämlich, wie man es eigentlich nicht tun sollte, alles zum Schutze der Daten. Ein der Redaktion bekanntes Beispiel verdeutlicht dieses. So bekam jemand eine "Risikomeldung", soll angeblich Kontakt mit jemanden gehabt haben, der positiv getestet wurde. Wo dieser Kontakt stattgefunden haben soll, bleibt allerdings ein Rätsel, denn die lässt gerade mal Hinweise auf das Datum zu, aber nicht auf die Uhrzeit. Somit ist der Kontaktort nicht feststellbar. Wars der Personennahverkehr oder dann doch im Einzelhandel? In diesem besonderen Fall, traf keines der Fälle zu, denn die Person hatte am angeblichen "Kontakttag" weder das eigene Haus verlassen, noch Besuch empfangen.

Ein großer Hoffnungsschimmer könnten Apps wie die Luca App sein. Smudo, Sänger der Fantastischen Vier, der die „luca“-App mitentwickelt hat, präsentierte bei Anne Will die Funktionsweise, die eigentlich recht simpel ist, denn die App könnte eine "Check-In" und "Check-Out" an Veranstaltungsorten, dem Personennahverkehr oder in der Gastronomie ermöglichen, so dass bei einem positiven Corona-Test durchaus zu sehen ist, ob sich an einem bestimmten Ort mehrere Personen mit Corona infiziert haben. Allerdings muss die App noch an die Infrastrukturen der lokalen Gesundheitsämter angebunden werden, aber auch dafür präsentierte Smudo einfache Lösungen uns signalisierte, dass man bereits mit sehr viel Gesundheitsämtern im Gespräch sei.

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Ob Helge Braun dieses Thema auch in die am Mittwoch stattfindende Bund- Länderkonferenz nehmen wird um mit solchen Lösungen auch wieder zu guten und schnellen Öffnungsstrategien zu kommen, bleibt abzuwarten. Zumindest wäre es Bund- und Ländern anzuraten sich mit solchen Lösungen und zeitnahen Umsetzungen zu befassen, denn Deutschland steht mit seinen Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus, im internationalen Vergleich, mittlerweile nicht mehr gut aus. Zudem schwindet das Vertrauen in die Bundesregierung, wie aktuelle Umfragen zeigen.

Autor: kro / © EU-Schwerbehinderung



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