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Förderung der öffentlichen Anerkennung von Organspendern

Bildbeschreibung: Zwei Organspendeausweise und dahinter ist ein Modell von einem Herzen.
Foto: © cc0 / EU-Schwerbehinderung

Organspender sind Lebensretter, sie schenken anderen Menschen ein besseres und längeres Leben. Ohne sie wäre eine oft lebensrettende Transplantation nicht möglich. Mehr als 30 Lebensjahre sind es im Durchschnitt, die ein Spender den Empfängern seiner Organe schenkt.

Für viele dieser Empfänger ist es ein inneres Bedürfnis, sich bei den Angehörigen des Organspenders für dieses großartige Geschenk und die damit verbundene Chance auf ein neues Leben zu bedanken. Einen solchen Dankesbrief zu erhalten, stellt für die Familie des Verstorbenen nicht nur einen sehr bewegenden Moment dar. Der Brief ist für viele auch ein Zeichen dafür, dass die Organspende die richtige Entscheidung war. Oftmals möchten die Angehörigen den Organempfängern in einem Antwortbrief mitteilen, was ihnen diese erfahrene Wertschätzung persönlich bedeutet.

Ermöglicht wird dieser anonyme Briefwechsel durch das Gesetz zur Verbesserung der Zusammenarbeit und der Strukturen bei der Organspende, das zum 1. April 2019 in Kraft getreten ist und der Angehörigenbetreuung durch die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) einen verbindlichen Rahmen gibt. Involviert in den Briefaustausch, zu dem sowohl Organempfänger als auch die Angehörigen ihr Einverständnis gegeben haben müssen, sind neben der DSO zudem die betreffenden Transplantationszentren.

Förderung der öffentlichen Anerkennung von Organspendern

"Auch wenn das Gesetz bereits dazu geführt hat, dass immer mehr Angehörige die tiefe Dankbarkeit der Organempfänger in Form eines Briefes erfahren können, ist die gesellschaftliche Wertschätzung mindestens genauso wichtig", betont der Medizinische Vorstand der DSO, Dr. med. Axel Rahmel. Aus diesem Grund hat der Gemeinschaftliche Initiativplan Organspende, der das im April 2019 verabschiedete Gesetz in der Praxis ergänzt, den öffentlichen Dank an die Organspender mittels Veranstaltungen, Online-Angeboten und Gedenkstätten als eine seiner Maßnahmen aufgeführt. "In den letzten zwei Jahren haben wir den Grundstein dafür gelegt, dass langfristig auch in Deutschland eine Kultur der Organspende entstehen kann", erklärt Rahmel.

So fand am 17. Oktober 2021 in Halle (Saale) bereits zum dritten Mal die bundesweite zentrale Veranstaltung zum Dank an die Organspender statt. Unter der Schirmherrschaft von Sabine Weiss, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Gesundheit, und auf Einladung der DSO kamen rund 250 Gäste zunächst in der Händelhalle zu einem Festakt zusammen, dessen Programm aktiv von Angehörigen von Organspendern und Organempfängern mitgestaltet wurde. Im Anschluss daran ging es zur Baumpflanzung in den Park des Dankens, Hoffens und Erinnerns, der seit 2008 eine Begegnungsstätte für die Menschen ist, die das Thema Organspende verbindet: Transplantierte, die voller Dankbarkeit sind für dieses Lebensgeschenk, Angehörige, die sich an geliebte Menschen erinnern und Patienten, die auf ein rettendes Organ hoffen. Die Bäume erinnern symbolisch an die verstorbenen Organspender.

In diesem Jahr schmückten Angehörige von Organspendern aus ganz Deutschland die Bäume mit individuell gestalteten Erinnerungsherzen, zum Erinnern und Gedenken an die geliebte Person, die sie verloren, und durch deren Organspende andere Menschen eine neue Lebensperspektive erhalten haben.

In ihrem Video-Grußwort zum Festakt erinnerte die Parlamentarische Staatssekretärin Sabine Weiss daran, wie wichtig es sei, dass die Organspende im öffentlichen Bewusstsein der Menschen mit etwas Positiven verbunden werde. Es brauche einen sichtbaren Platz inmitten unserer Gesellschaft, um die Kultur der Organspende in der Gesellschaft weiter zu verstetigen und die Organspender und ihre Familien zu würdigen. Eine solche zentrale Dankesveranstaltung und der Park sind neben dem unermüdlichen Engagement der Selbsthilfegruppen ein weiterer wichtiger Beitrag auf dem Weg dorthin.

Erfahrene Wertschätzung und Dankbarkeit

Annette und Detlef Saul haben 2011 ihren damals 13-jährigen Sohn Jakob verloren. "Wir freuen uns sehr, an dieser Veranstaltung teilnehmen zu dürfen", sagte Annette Saul vor Ort in Halle (Saale). "Vor allem, weil wir hier Menschen treffen, die ein Organ empfangen haben, und natürlich steht für uns der Aspekt des "Erinnerns" sehr im Vordergrund. Einen lieben Menschen zu verlieren, ist das Schwerste im Leben eines Menschen. Wenn der Tod von Jakob einen Sinn hatte, dann nur diesen: dass er mit seinen Organen anderen Menschen helfen konnte. Wir wissen, dass es in seinem Sinne gewesen wäre. Wir haben zu dritt mit unserem Sohn Jonas diese Entscheidung getroffen und sind uns bis heute sicher, dass es die richtige Entscheidung war. Eine besonders schöne Bestätigung hierfür war und ist immer noch der Dankesbrief der Mutter des Mädchens, das Jakobs Herz bekommen hat."

Diese Dankbarkeit von Organempfängern brachte auch Ute Opper zum Ausdruck, Vorsitzende von transplantiert e.V.: "Man empfindet tiefe Dankbarkeit, für die Organspende, die gelebte Nächstenliebe und die Möglichkeit, das Leben weiterleben zu dürfen. Diese Dankbarkeit ist Teil unserer Seele geworden." Anschaulich wurden ihre Worte auch durch die prämierte Ausstellung "WiederLeben", die ihr Verein vom 17. bis 31. Oktober 2021 in der Händelhalle in Halle (Saale) zeigt und die sich mit Menschen befasst, die dank einer Organspende leben.

Quelle: ots - news aktuell

Autor: Redaktion über ots - news aktuell



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