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Wie Sie Kindern Demenz erklären

Bildbeschreibung: Die Großeltern mit ihren Kindern.
Foto: © Phillip Goldsberry

Die steigende Lebenserwartung und der demografische Wandel führen dazu, dass immer mehr Menschen an Demenz erkranken. Die Krankheit ist zwar nicht direkt sichtbar, man erkennt sie aber häufig an Gedächtnisproblemen und Verhaltensveränderungen. Ursache dafür sind Schäden im Gehirn. Mit der Zeit werden immer mehr Zellen abgebaut, wodurch es Betroffenen zunehmend schwerer fällt, Informationen zu speichern und abzurufen. Solche Veränderungen sind nicht nur für Erwachsene zu erkennen, auch Kinder spüren sie.

Die meisten Erwachsenen wissen, dass es sich dabei um Demenz handelt. Kinder verstehen jedoch oft nicht, weshalb sich ein vertrauter Mensch auf einmal ungewohnt verhält. Die Folgen davon können Unsicherheit und Angst sein. Um das zu verhindern ist es wichtig, Kinder von Anfang an in die neue Situation mit einzubeziehen und ihnen ausreichend zu erklären, was die Krankheit in einem Menschen auslöst. Das ist nicht immer einfach und bringt viel Verantwortung mit sich.

Folgende Tipps können dabei helfen, Kindern die Krankheit näher zu bringen und sie im Umgang mit Demenz zu unterstützen.

Nachfragen, was über die Krankheit bekannt ist

Bevor Eltern oder andere Vertrauenspersonen versuchen Demenz zu erklären, ist es hilfreich nachzufragen, was den Kindern bereits über die Krankheit bekannt ist. Möglicherweise kam das Thema in der Schule oder bei Freunden zur Sprache, sodass der Begriff "Demenz" nicht ganz fremd ist. Das Nachfragen hat den Vorteil, dass Kinder spüren, ihre Sorgen teilen zu dürfen und sich geborgen fühlen.

Demenz bildhaft erklären

Einige Kinder wissen bereits, dass Menschen mit Demenz viel vergessen. Sie verstehen aber nicht, weshalb sich Betroffene an die eigene Kindheit erinnern, aber nicht mehr an das gemeinsame Frühstück. Kleinere Kinder benötigen dafür keine medizinische Erklärung. Für sie reicht es aus, zentrale Merkmale der Krankheit anhand von Bildern und Fantasie symbolisch zu verdeutlichen. Auch gibt es eine Vielzahl an themabezogenen Kinderbüchern, die den jungen Familienmitgliedern helfen, die Krankheit und Betroffene besser zu verstehen.

Mögliche zukünftige Situationen besprechen

Derzeit gib es noch keine Heilung für Demenz. Deshalb ist es wichtig, Kinder darauf vorzubereiten, was bei zukünftigen Begegnungen passieren kann. Im zunehmenden Verlauf der Krankheit erinnern sich viele Betroffene nicht mehr an Namen oder erkennen Familienmitglieder nicht mehr. Auch ist es möglich, dass Betroffene unkontrollierbare Gefühlsausbrüche erleiden und zu Unrecht schimpfen. Wenn Kinder über die Entwicklung der Krankheit Bescheid wissen, können sie die Demenz in einer realen Situation besser erkennen und suchen die Schuld nicht bei sich selbst.

Ängste nehmen

Nicht nur der Umgang mit der Krankheit und die veränderte Familiensituation kann Kindern Angst bereiten, auch die Krankheit an sich. Erwachsene sollten Kindern erklären, dass überwiegend ältere Menschen Demenz bekommen. Kinder sind nur in sehr seltenen Fällen betroffen. Zwar gibt es bisher keine Heilung, dennoch forschen unzählige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler daran, ein Medikament gegen Demenz zu entwickeln.

Vorbild sein

Kinder lernen weniger durch Worte, sondern vielmehr durch Erfahrungen und Vorbilder. Ein wertschätzender und kompetenter Umgang mit der erkrankten Person stärkt das Mitgefühl und die Hilfsbereitschaft der jungen Menschen. Kinder lernen keine Angst zu haben und sich in die Situation des Betroffenen hineinzuversetzen: Die Person ist zwar krank, aber immer noch derselbe liebenswerte Mensch wie zuvor. Zeigen Kinder dennoch Berührungsängste, dürfen Eltern sie nicht überreden auf die erkrankte Person zu zugehen.

Die Diagnose Demenz ist für viele Familien, Freunde und Bekannte eine emotionale Herausforderung. Die Krankheit verändert einen vertrauten Menschen und entfremdet die bestehende Beziehung. Das merken auch Kinder. Deshalb ist es wichtig, die neue Familiensituation vor allen Beteiligten offen zu thematisieren und sich in schwierigen Situationen professionelle Unterstützung zu holen.

Autor: md / © EU-Schwerbehinderung



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