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Keine nachhaltigen Verbesserungen bei der personellen Situation und der persönlichen Schutzausrüstung

Bildbeschreibung: Eine Pflegekraft mit Mundschutz und Visier.
Foto: © H Shaw

Keine nachhaltigen Verbesserungen bei der personellen Situation und der persönlichen Schutzausrüstung. Laut einer repräsentativen Blitzumfrage des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) für die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) sehen sich die Kliniken in Deutschland gut gewappnet für ein erneutes Ansteigen der Infektions- und damit auch der Patientenzahlen. Befragt wurden die Geschäftsführungen, aber weder das ärztliche noch das pflegerische Personal. Das Ergebnis spiegelt damit nur einen kleinen Ausschnitt und keineswegs das Gesamtbild wider.

„Die Rückmeldungen, die wir von unseren Mitgliedern aus dem Krankenhausbereich bekommen, sprechen eine ganz andere Sprache“, sagt Martin Dichter, Vorsitzender des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK) Nordwest e.V. „Dort herrschen Frustration und Unmut vor, weil diese Pflegenden nicht nur bei der ohnehin fragwürdigen Bonuszuteilung komplett leer ausgehen, sondern auch, weil sie spüren, dass keines der hehren Politikerversprechen aus der ersten Welle auch nur ansatzweise erfüllt wird. Die personelle Situation ist in vielen Häusern mindestens angespannt, in einigen katastrophal.“ Hinzu käme die Sorge, dass es bei der Persönlichen Schutzausrüstung (PSA) wieder Engpässe geben könnte. Außerdem setzt die Politik nach Meinung des DBfK Nordwest völlig falsche Prioriäten bei den Testungen. „Das Krankenhauspersonal steht bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie in der ersten Reihe, nicht aber bei den flächendeckenden Sars-CoV-2 Tests mit Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen“, so Dichter. Das bestätigt im Übrigen auch die DKI-Umfrage, derzufolge Krankenhausmitarbeiter nur bei Verdachtsfällen bzw. bei einem Einsatz auf Isolier- und Intensivstationen regelmäßig getestet werden. Risikogruppen unter den Mitarbeitenden, z. B. ältere oder solche mit bestimmten Vorerkrankungen, fallen ebenso durch den Rost wie alle anderen mit regelmäßigem Patientenkontakt. Dabei sind regelmäßige Tests für Pflegefachpersonen besonders wichtig – zu ihrem eigenen Schutz, aber auch zu dem ihrer Familien und Patientinnen und Patienten.

Auch die Sorge um ausreichende Schutzausrüstung wird durch die Umfrageergebnisse gestützt. Zwei Drittel der Befragungsteilnehmer geben an, ihre Bedarfe an einfacher Schutzausrüstung weitgehend oder vollständig durch Direktbezug decken zu können, knapp ein Viertel geht im Falle einer zweiten Ausbruchswelle von einer mittelmäßigen Deckung aus, 10-15 % sehen sich gar nicht gewappnet. Kritischer wird die Situation bei FFP3-Masken und Schutzkitteln – da glaubt weniger als die Hälfte, eine vollständige oder weitgehende Deckung sicherstellen können. Die Bundesländer haben zwar angekündigt, Vorratslager für PSA anzulegen oder auszubauen. Aber es ist nicht absehbar, inwieweit die zentrale Beschaffung und Verteilung bei einer zweiten Welle zur Bedarfsdeckung in den Krankenhäusern beiträgt.

„All das bestätigt die mehr als berechtigte Sorge der Pflegefachpersonen im Krankenhaus“, sagt Martin Dichter. „Was sie aber wirklich entmutigt, ist, dass sie nach wie vor nicht gehört werden. Dass ihre allzu begründeten Anliegen im Effizienz- und Kostendenken der Geschäftsführungen überhaupt keine Rolle spielen.“ Auch hierfür findet sich Entlarvendes in der DKI-Umfrage. Bei der letzten, einer offenen Frage zu den erwartenden Problemen im Verlauf der zweiten Welle, werden genannt: Kostenentwicklung und Qualität bei PSA, Beschaffung durch öffentliche Stellen und Belegungsprobleme. Sogar Probleme mit dem Förderalismus. Aber Probleme infolge unzureichender Personalaustattung und unzufriedener Pflegefachpersonen, die ständig am Limit arbeiten – die werden nicht gesehen. „Wir als DBfK Nordwest lassen hier nicht locker“, so Dichter weiter. Wir hören nicht auf, unseren Mitgliedern eine Stimme zu geben. Wir treten den Verantwortlichen weiter auf die Füße. All das, was wir für #PflegeNachCorona fordern, gilt umso mehr jetzt, wo wir noch mitten in der Pflege mit Corona sind. Die Geschäftsführer mögen sich gut gerüstet fühlen – Pflegefachpersonen sind es definitiv nicht.“

Autor: DBfK / © EU-Schwerbehinderung



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