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Pflegevollversicherung schließt Gerechtigkeitslücke

Bildbeschreibung: Eine ältere Frau im Garten.
Foto: © Damir Bosnjak

Die Einführung einer Pflegevollversicherung, die sämtliche Kosten ambulanter und stationärer Pflegeleistungen inkludiert, werde dazu beitragen, eine klaffende Gerechtigkeitslücke zu schließen. Ein Pflegefall dürfe nicht zu einem unkalkulierbaren finanziellen Abenteuer der ganzen Familie werden, so die Vorsitzende des Sozialverbands, Ilse Müller. „Es ist höchste Zeit, Pflege als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe zu begreifen. Eine wachsende Zahl Betroffener kann den Eigenanteil an den Pflegekosten nicht mehr aufbringen.

Aus unserer Sicht ist es daher zwingend erforderlich, der Kostendynamik im Bereich der Pflegeheime mit der Pflegevollversicherung eine soziale Brandmauer entgegenzustellen und so das nach wie vor ungelöste Problem der viel zu hohen Eigenbeiträge aus der Welt zu schaffen. Ein Pflegefall in der Familie darf nicht zum Armutsrisiko des Betroffenen sowie seiner näheren Verwandten führen. Eine Pflegevollversicherung, die unserer demografischen Entwicklung Rechnung trägt, wäre ein wichtiger Baustein zur demografischen Transformation der Sozialversicherung und der Nachweis der Handlungsfähigkeit der Bundesregierung, die gut beraten ist, dieses Problem zügig auf die Agenda zu setzen.“

Pia Zimmermann, Sprecherin für Pflegepolitik der Fraktion DIE LINKE teilt zur Pflegevollversicherung mit:

„Eine Reform der Pflegefinanzierung reicht nicht mehr. Wir brauchen eine Pflegerevolution – in allen Bereichen. Die steigenden Eigenanteile für Menschen mit Pflegebedarf in der stationären Pflege. „Pflegebedarf macht arm, und diese Armut lässt immer mehr Familien verzweifeln. Das ist seit Jahren bekannt, aber die Bundesregierung verschleppt Erleichterungen für Menschen mit Pflegebedarf. Diese Untätigkeit ist rücksichtslos.“

„Wir brauchen endlich eine Pflegevollversicherung, in der alle pflegebedingten Leistungen übernommen werden. Es ist nicht zu verstehen, warum Pflegebedarf ein individuelles Problem sein soll, das man sich leisten können muss. Mit einer solidarischen Gesundheits- und Pflegeversicherung, in der alle Einkommensarten herangezogen werden - nicht nur Erwerbseinkommen, sondern auch Mieteinkünfte und Kapitalerträge - kann man das System der Gesundheit und Pflege endlich solide finanzieren und diese Aufgaben gesellschaftlich sicherstellen. Dann sind steigende Löhne für Pflegekräfte und sinkende Eigenanteile für Menschen mit Pflegebedarf möglich. Beides ist dringend nötig. Ich erwarte von der Bundesregierung, dass sie sich dieser Aufgabe stellt und nicht länger nur leere Versprechungen macht.“

Autor: md / © EU-Schwerbehinderung



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