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Zahl der Pflegekräfte in Heimen und ambulanten Diensten um 40 % gestiegen

Bildbeschreibung: Eine Pflegerin im Krankenhausflur.
Foto: © cc0 / EU-Schwerbehinderung

Seit Jahren steigt der Bedarf an Arbeitskräften im Pflegebereich. Mit Ausbruch der Corona-Pandemie sind der Fachkräftemangel sowie die Arbeitsbedingungen in der Pflege noch stärker in den Blick gerückt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) aus Anlass des Internationalen Tages der Pflege am 12. Mai mitteilt, waren am 31.12.2020 in Deutschland knapp 486 100 Beschäftigte in Krankenhäusern in der Pflege tätig. Das waren 18 % mehr als zehn Jahre zuvor.

Der überwiegende Teil (434 400 Pflegefach- und Pflegehilfskräfte oder 89 %) verfügte über eine spezifische pflegerische Ausbildung. Fast die Hälfte (49 %) der im Pflegedienst Beschäftigten arbeitete in Teilzeit - insgesamt 238 000 Personen.

Zahl der Pflegekräfte in Heimen und ambulanten Diensten von 2009 bis 2019 um 40 % gestiegen

Auch in Pflegeheimen und ambulanten Pflege- und Betreuungsdiensten ist die Zahl der Beschäftigten gestiegen. Während im Jahr 2009 noch 679 000 ambulante und stationäre Pflegekräfte tätig wären, waren es 2019 rund 954 000 - ein Anstieg um 40 %. Für 2021 liegen hier noch keine Zahlen vor. Besonders die ambulanten Pflegedienste gewannen Personal hinzu: Von 2009 bis 2019 stieg die Zahl der dort Beschäftigten um 61 %; im stationären Bereich war es ein Plus von 30 %.

Teilzeitquote in Heimen und ambulanten Diensten fast zwei Drittel

616 000 der Pflege- und Betreuungskräfte in ambulanten und stationären Einrichtungen arbeiteten im Jahr 2019 geringfügig oder in Teilzeit. Das entspricht einem Anteil von 65 %. Wie viele Berufe im Bereich Gesundheit, Soziales oder Erziehung - sogenannte Care-Berufe - ist auch der Pflegeberuf durch seinen hohen Frauenanteil geprägt. 85 % des Pflege- und Betreuungspersonals in Heimen und ambulanten Diensten war weiblich. Die hohe Teilzeitquote in der Pflege ist nur teilweise durch den hohen Frauenanteil erklärbar - 68 % der Frauen in Pflegeeinrichtungen arbeiteten zuletzt in Teilzeit. Auch bei Männern ist die Teilzeitquote in Pflegeheimen und ambulanten Diensten mit 44 % überdurchschnittlich hoch.

Betrachtet man die Teilzeitquoten aller abhängig Beschäftigten, ergibt sich ein anderes Bild: Nach Erstergebnissen des Mikrozensus lag die Teilzeitquote bei abhängig Beschäftigten über alle Wirtschaftsbereiche hinweg im Jahr 2021 bei 30 %. Bei Frauen betrug sie 49 %, bei Männern 12 %.

Fachkräfte verdienten 2021 gut ein Drittel mehr als 2011

Vollzeitbeschäftigte Fachkräfte in Krankenhäusern und Heimen, zu denen auch Pflegefachkräfte zählen, verdienten im Jahr 2021 brutto durchschnittlich 34,0 % mehr als noch 2011. Die Bruttomonatsverdienste von Fachkräften in Altenheimen stiegen im selben Zeitraum etwas weniger (+31,0 %), bei Fachkräften in Pflegeheimen fiel der Anstieg mit 39,3 % höher aus. In allen drei Gruppen stiegen die Verdienste in den vergangenen zehn Jahren deutlich stärker an als in der Gesamtwirtschaft (Produzierendes Gewerbe und Dienstleistungen) mit +21,7 %.

Bruttoverdienste in der Pflege 2021 teils höher als in der Gesamtwirtschaft

Durch die überdurchschnittlichen Verdienststeigerungen in den letzten zehn Jahren verdienten Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und -pfleger im Jahr 2021 mit 3 697 Euro brutto im Monat auch überdurchschnittlich im Vergleich zur Gesamtwirtschaft. Beschäftigte mit vergleichbarer Qualifikation in der Gesamtwirtschaft (Produzierendes Gewerbe und Dienstleistungen) bekamen 2021 durchschnittlich 3 399 Euro im Monat. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Lohnentwicklung 2021 immer noch durch Kurzarbeit aufgrund der Corona-Pandemie beeinflusst war. Auch Fachkräfte in Pflegeheimen verdienten überdurchschnittlich. Sie kamen auf durchschnittlich 3 430 Euro. Fachkräfte in Altenheimen, darunter Altenpflegerinnen und -pfleger, lagen mit 3 327 Euro unterhalb des gesamtwirtschaftlichen Durchschnitts. Die Unterschiede sind unter anderem darauf zurückzuführen, dass in der Krankenpflege vielfach Tariflöhne gezahlt werden, während es für Altenheime bislang keinen flächendeckenden Tarifvertrag gibt. Die Mindestlöhne für Pflegekräfte sollen allerdings ab dem 1. September 2022 steigen.

Mehr als ein Drittel aller Anerkennungen ausländischer Berufsabschlüsse im Beruf Gesundheits- und Krankenpfleger/in

Um dem Fachkräftemangel im Bereich der Pflege zu begegnen, werden seit Jahren Fachkräfte aus dem Ausland gesucht. Im Jahr 2020 wurden 15 500 im Ausland erworbene Abschlüsse im Beruf Gesundheits- und Krankenpfleger/in als vollständig oder eingeschränkt gleichwertig zu einer in Deutschland erworbenen Qualifikation anerkannt. Dazu kamen 800 Anerkennungen in dem neu geschaffenen Beruf der Pflegefachfrau beziehungsweise Pflegefachmanns. Das sind mehr als ein Drittel aller bundesweit anerkannten Berufsabschlüsse (44 800 Anerkennungen). Am häufigsten wurden Abschlüsse in diesen beiden Pflegeberufen aus den Philippinen (2 900), Serbien (2 100) und Bosnien und Herzegowina (2 100) anerkannt. Auch im Jahr zuvor wurde die Liste der am häufigsten anerkannten Berufe vom Beruf der Gesundheits- und Krankenpfleger/-in mit 15 500 Abschlüssen angeführt. Das entsprach einer Steigerung um 50 % gegenüber 2018, als knapp 10 400 Berufsabschlüsse von Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und -pflegern aus dem Ausland anerkannt wurden. 2017 waren es 7 700, 2016 waren es 5 600.

Quelle: Statistisches Bundesamt

Autor: Redaktion über ots - news aktuell



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