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Gutachten: Pflegeheime brauchen über 100.000 Pflegekräfte zusätzlich

Bildbeschreibung: Ein Flur im Krankenhaus.
Foto: © Michael Schwarzenberger

In Altenpflegeheimen in Deutschland werden über 100 000 Pflegekräfte zusätzlich gebraucht, um die hohe Arbeitsbelastung zu senken und eine angemessene Betreuung zu gewährleisten. Zu diesem Ergebnis kommt ein Gutachten der Universität Bremen, das den erforderlichen Personalschlüssel in Pflegeheimen erstmals auf wissenschaftlicher Basis berechnet, laut Bericht des „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ (RND). So müssten die Zahlen der Pflegefachkräfte um 36 Prozent erhöht werden, von jetzt rund 320.000 auf fast 440.000. Demnach würden die Kosten für das zusätzliche Personal auf jährlich um die vier Milliarden Euro sein.

In den Altenpflegeheimen in Deutschland werden einem Gutachten der Universität Bremen zufolge mehr als 100.000 Pflegerinnen und Pfleger zusätzlich gebraucht, um die hohe Arbeitsbelastung zu senken und eine angemessene Betreuung zu gewährleisten. In einem Gutachten hätten Experten erstmals auf wissenschaftlicher Basis den in Pflegeheimen erforderlichen Personalschlüssel berechnet, berichtete das "RedaktionsNetzwerk Deutschland" (Dienstag). Demnach müsse die Zahl der Pflegekräfte um 36 Prozent erhöht werden, von jetzt rund 320.000 auf dann knapp 440.000. Die Kosten für das zusätzliche Personal würden sich auf jährlich etwa vier Milliarden Euro belaufen.

Heute am Dienstag soll das Gutachten vorgestellt werden, laut dem „RND“. So heißt es darin, die Mehrheit des Pflegepersonals sei überlastet. So führe es nicht nur zu einem erhöhtem Krankenzustand, sondern auch zu mehr Teilzeitarbeit und einem frühen Ausstieg aus dem Beruf. Die nicht so günstigen Arbeitsbedingungen sorgten zudem für eine schlechtere Pflegequalität. Es müssten die Arbeitsbedingungen in der Heimpflege deutlich verbessert werden, im Hinblick der steigenden Zahl von Pflegebedürftigen den wachsenden Fachkräftebedarf zu decken.

"Wichtigstes Instrument hierfür ist die Anhebung der Pflegeschlüssel, um die Zahl der Beschäftigten pro pflegebedürftige Person zu erhöhen", so werde im Gutachten argumentiert. Es wird rechnerisch vorgeschlagen das eine Pflegefachkraft in Zukunft im Schnitt 1,8 Pflegebedürftige betreuen soll. So beträgt derzeit die Quote 1 zu 2,5. Bezogen auf ein Heim mit 100 Bewohnern würde das heißen, das diese von 55 statt wie bisher von 40 Pflegekräfte betreut werden sollen.

Karin Maag, die gesundheitspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion hat sich bereits gestern zum Gutachten der Universität Bremen zur Bemessung des Personalbedarfs in der Altenpflege in einer Pressemitteilung geäußert:

„Es ist gut, dass wir jetzt Klarheit haben: Bislang hat uns zum Personalbedarf in der Altenpflege eine valide Datengrundlage gefehlt, deswegen hatten wir mit dem

  1. Pflegestärkungsgesetz ein solches Gutachten in Auftrag gegeben.

Die Gutachter haben sehr fundiert gearbeitet. Diese Erkenntnisse müssen wir nun auch umsetzen. Ich werde mich jedenfalls dafür einsetzen, dass es uns nun gelingt, gemeinsam mit den Ländern bundeseinheitliche Rahmenbedingungen für die Personalausstattung in der stationären Langzeitpflege zu vereinbaren. Ohne solche gemeinsamen Rahmenbedingungen wird es uns auch nicht gelingen, für mehr Pflegekräfte in der stationären Langzeitpflege zu werben.“

Kordula Schulz-Asche, Sprecherin für Pflegepolitik hat sich in einer Pressemittelung zum aktuellen Pflege-Personalschlüssel-Gutachten der Universität Bremen geäußert:

„Über 820.000 pflegebedürftige Menschen vertrauen auf eine gute Versorgung in stationären Pflegeeinrichtungen. Eine hohe Pflegequalität bedingt eine angemessene Personalausstattung, damit das Pflegepersonal entsprechend seiner Qualifikation arbeiten kann. Wir müssen aufpassen, dass anspruchsvolle Fachpflege nicht an Hilfspersonal ausgelagert wird. Das Bundesgesundheitsministerium wäre gut beraten, nicht am Reißbrett über eine Neuaufteilung der Tätigkeiten zu befinden, sondern in der Umsetzung auch auf die fachkundige Expertise vor allem der Pflegekammern als pflegerische Selbstverwaltungsorgane zurückzugreifen. Gleichzeitig stellt sich die Frage: Aus welchem Hut will Minister Spahn das zusätzliche Pflegehilfspersonal eigentlich zaubern?

Mehr Pflegepersonal wird die Eigenanteile der pflegebedürftigen Menschen sprunghaft steigen lassen, da die Pflegeversicherung aktuell nur einen festen Betrag übernimmt, während alle Kostensteigerungen zulasten der pflegebedürftigen Menschen gehen.

Mit der doppelten Pflegegarantie machen wir als Bundestagsfraktion einen pragmatischen Lösungsvorschlag, wie wir die Eigenanteile sofort senken und dauerhaft deckeln können und die Pflegeversicherung künftig alle pflegebedingten Kostensteigerungen übernimmt. Wir fordern Bundesgesundheitsminister Spahn auf, endlich einen eigenen Vorschlag vorzulegen, wie er verhindern will, dass höhere Kosten für mehr Pflegepersonal nicht zulasten pflegebedürftiger Menschen gehen."

Pia Zimmermann, Sprecherin der Fraktion DIE LINKE für Pflegepolitik hat sich ebenfalls Pressemittelung zum aktuellen Pflege-Personalschlüssel-Gutachten der Universität Bremen geäußert:

„Das ist keine nachhaltige Verbesserung der Bedingungen für alle im Pflegeheim – weder für die Menschen mit Pflegebedarf, noch für die Beschäftigten. Das vorgeschlagene Modell ist eine Abkehr von der Bezugspflege, bei der die Bedürfnisse und der Bedarf der Bewohnerinnen und Bewohner im Mittelpunkt stehen. Das ist keine neutrale Ermittlung des Bedarfs. Es droht die Kapitulation vor den Zuständen.“

„Es ist unverantwortlich, dass Gesundheitsminister Spahn, dessen Ressort die Studie in Auftrag gegeben hat, sich nicht gleichzeitig zur zeitnahen Umsetzung und zu den erwarteten Mehrkosten äußert. Menschen mit Pflegebedarf erwarten dringend mehr Pflegekräfte, fürchten aber auch die damit verbundenen steigenden Kosten, da sie durch die Heimkosten ohnehin oft schon finanziell überlastet sind. Es ist Spahns Verantwortung, sie endlich zu entlasten. Das geht nur mit einer Solidarischen Pflegevollversicherung.“

Autor: md / © EU-Schwerbehinderung



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