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Corona: Menschen mit Behinderungen bei Triage durch Punktesystem diskriminiert

Bildbeschreibung:  Eine Ärztin und ein Arzt im OP-Saal eines Krankenhauses.
Foto: © cc0 / EU-Schwerbehinderung

Menschen mit Behinderung kritisieren die Handlungsemp­feh­­­­lungen für die Triage von COVID-19-Patienten so auch die Behinderten-Aktionsplattform „Abi­lityWatch“.

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Dabei sollen Handlungsempfehlung den Ärzten und Medizinern Orientierung geben bei der Frage , welche Patienten lebensrettende Behandlungen erhalten sollen und welche nicht, wenn die die Kapazitäten nicht mehr für alle Patienten ausreichen. „Einige dieser Kriterien sind dabei weniger medizinisch geprägt als vielmehr demo­gra­fisch und gegen einzelne Minderhei­ten gerichtet“, kritisiert Abi­lityWatch.

So wird etwa als Beispiel genannt von Abi­lityWatch die Kriterien wie generalisierte neurologische oder neuro­mus­­kuläre Er­krankungen, „die in dieser Formulierung ein Spektrum abbilden, was keines­falls als Krite­rium für eine Bewertung der Erfolgsaussichten der Behandlung genutzt wer­den kann“, so die Organisation. Dabei sieht sie den Triage-Handlungsempfehlungen eine Diskriminierung.

„Im Ergebnis bedeutet dies, dass grundsätzlich und pauschal alle Menschen gewissen Alters und Behinderung – unabhängig von der patientenindividuellen Erfolgsaussicht von Behandlungen – negativ bewertet werden und so im Zweifel keine Behandlung erfahren“, so AbilityWatch.

Katrin Langensiepen, Grüne Europaabgeordnete, Vize-Vorsitzende des Sozialausschusses und der interparlamentarischen Gruppe für Menschen mit Behinderung teilt dazu mit:

Wer wird beatmet, wer nicht?
Nach neusten Berichten aus Sachsen werden sich nun auch deutsche Kliniken die Frage stellen müssen, mit der viele europäische Kollegen bereits im Frühling konfrontiert wurden. Als Leitlinie liegen in Deutschland klinisch-Ethischen Empfehlungen der interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin vor. Viele Menschen mit Behinderungen und Vorerkrankungen sehen sich durch das Punktesystem diskriminiert.

„Dass sich die Bundesregierung beim Thema Triage komplett raushält, ist schwach und unverantwortlich. Leider schließt sie sich damit einem Trend an, der sich durch die ganze EU zieht. Bereits Anfang des Jahres lehnte Bundesminister Spahn ein Gesetzt zu Triage ab.

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Damit legt er das Schicksal von Bürgerinnen und Bürger in die Hände der medizinischen Fachgesellschaften - einem Gremium von Personen, das von niemanden demokratisch gewählt wurde. Gerade Menschen mit Behinderung mit Vorerkrankungen sehen sich bei den Empfehlungen diskriminiert, da sie per se schlechtere Erfolgschancen haben. Zurecht klagt hier beispielsweise Nancy Poser vor dem Verfassungsgericht.
Wie bei den Corona-Maßnahmen brauchen wir dringend eine politische Debatte wie wir mit Entscheidungen in überlasteten Kliniken umgehen. Kalte Füße kriegen zählt hier nicht. Stattdessen sollte Deutschland mit gutem Beispiel voran gehen."

Autor: md / © EU-Schwerbehinderung



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