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Pflege am Limit

Pflege ist immer wieder ein heiß diskutiertes Thema, nicht nur für unterbezahlte Pflegekräfte, sondern auch für durch Pflege überforderte Angehörige. 

Betrachten wir aber erst einmal ein paar Zahlen (Stand 2015 - Quelle: Statistisches Bundesamt

Pflegeheime 13 596
    darunter mit vollstationärer Dauerpflege 11 164
Ambulante Pflegedienste 13 323

 

Die Zahlen zum Pflegepersonal (Stand 2015 - Quelle: Statistisches Bundesamt)

In Pflegeheimen 730 145
darunter vollzeitbeschäftigtes Personal   209 881
In ambulanten Pflegediensten   355 613
darunter vollzeitbeschäftigtes Personal   96 701

 

Diese Zahlen sind aus unserer Sicht, bereits mehr als alarmierend. (Quelle Statistisches Bundesamt: PDF-Download)
Bei rund 3 Millionen Menschen, die in Deutschland pflegebedürftig sind, von denen etwa 25% in Pflegeeinrichtungen sind, zeigen einem die Zahlen, dass mit dem Personalmangel eine hochqualitative Pflege gar nicht mehr möglich sein kann. Da davon auszugehen ist, dass die Zahl der pflegebedürftigen Menschen weiter steigen wird, stellt sich natürlich die Frage, wie dem Pflegenotstand umgegangen werden soll. Diese Frage stellte auch ein Auszubildender Pfleger in der Wahlarena. Sehen sie dazu das Video (etwa ab 2:59min).

Bei der Betrachtung der Zahlen zum Pflegepersonal, fällt sofort auf, dass es sehr wenig vollzeitbeschäftigtes Personal gibt. Interessant wäre es auch hier, warum der Personalanteil des nicht vollzeitbeschäftigten Personals so hoch ist.

Doch woran mag es liegen, dass der Pflegeberuf für viele nicht attraktiv ist. In einem Gehaltsvergleich (hier nachzulesen) wird eine monatliche Einkommensspanne von 1.947 - 3.787 € angegeben. Auffallend ist dabei ist die Hohe Spanne im Ländervergleich. Warum aber in den Bundesländern so unterschiedlich gezahlt wird, bei gleicher Tätigkeit, ist eher unverständlich. Ein weiterer Aspekt ist mit Sicherheit, dass nicht jedem das Pflegen eines Menschen liegt. Neben körperlicher Anstrengung, ist auch die psychische Belastung nicht unerheblich. Gerade bei Personalmangel, dem Pflegenotstand, muss einem Menschen unter Stress geholfen werden, ohne dass der Stress auf die zu pflegende Person übertragen wird. Das sich dadurch die Attraktivität eines Berufes nicht gerade steigern lässt, kann sich jeder vorstellen.

Der Bundestag sieht ein Gesetz zur Reform der Pflegeberufe vor, welches dann auch am 17. Juli 2017 im Bundesgesetzblatt erschienen ist. Das Gesetz soll aber erst am 1. Januar 2020 in kraft treten. Ob dieses Gesetz die Situation verbessern wird? Wenn nicht, sieht es düster für die Pflege in Deutschland aus, denn der Pflegebedarf steigt und somit kann die Qualität der Pflege nur sinken. Eins dürfen wir nie vergessen. Hinter jeder Zahl steht ein Mensch.

Laut einer Pressemitteilung des Statistischen Bundesamt vom 21.07.2015, haben wir unter den Pflegekräften etwa 20% polnischer Herkunft. Doch rettet auch das den deutschen Pflegenotstand nicht, den oftmals bleiben diese Pflegekräfte nicht dauerhaft in Deutschland, sondern gehen irgendwann in ihre Heimat zurück. Auf der Internetseite des Statistischen Bundesamt findet man eine Analysen zur Arbeitsmigration in Pflegeberufen im Jahr 2010. Wir denken aber, wenn man sich die Gesamtsituation anschaut, ist der Zeitpunkt für lange Analysen schon lange überschritten, sondern der Staat muss mehr in die Pflicht genommen werden, endlich zu handeln.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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