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Sofortprogramm der nächsten Bundesregierung muss endlich Pflege zu Hause stärken

Bildbeschreibung: Eine ältere Frau und eine jüngere Frau.
Foto: © longleanna

Zur Forderung des „Bündnisses für gute Pflege“ an die künftige Bundesregierung kritisiert der VdK, dass die Bundesregierung pflegende Angehörige und die zu Hause Gepflegten bei der Pflegereform „schändlich im Stich gelassen“ hat. In der Mitteilung des VdK heißt es: „Vier von fünf Pflegebedürftigen werden zu Hause gepflegt – meist von ihren Angehörigen. Kümmerten sie sich nicht um ihre hilfsbedürftigen Ehepartner, Eltern oder Kinder, würde das ganze System zusammenbrechen.

Die nächste Bundesregierung muss endlich eine echte Reform auf den Weg bringen, die diese Menschen entlastet und auch die zu Hause Gepflegten unterstützt“, forderte VdK-Präsidentin Verena Bentele anlässlich des 10-jährigen Bestehens des Bündnisses Gute Pflege.

Aus Sicht des VdK müssten Entlastungsangebote zu einem Budget ausgebaut und vereinfacht werden. Außerdem werde ein flächendeckendes Netz von Beratungsangeboten in allen Bundesländern gebraucht, ebenso wie eine aus Steuermitteln finanzierte Lohnersatzleistung analog zum Elterngeld. Diese soll es pflegenden Angehörigen ermöglichen, Pflege und Beruf besser miteinander zu vereinbaren. Auch das Pflegegeld für pflegende Angehörige müsse inflationsbedingt regelmäßig erhöht werden, um Kostensteigerungen auszugleichen, so der VdK.

Pflegebedürftige müssten selbst bestimmen können, wie sie ihren Alltag mit der Pflege gestalten, forderte Bentele: „Dafür brauchen sie alle notwendigen Informationen zu Maßnahmen und Qualitätsunterschieden. Nur dann können sie entscheiden, welche Hilfe sie im privaten Rahmen abdecken wollen und welche Leistungen professionelle Pflege- und Betreuungskräfte erbringen sollen.“ Die Pflegeversicherung müsse endlich in eine Pflegevollversicherung umgebaut werden, die für alle pflegebedingten Kosten abdeckt. „Sonst ist Pflege für viele nicht mehr bezahlbar. Pflege darf nicht mehr zur Armutsfalle werden“, sagte Bentele.

Kordula Schulz-Asche, (Grünen) Sprecherin für Pflege- und Altenpolitik teilt zur Forderung des „Bündnisses für gute Pflege“ an die künftige Bundesregierung mit:

„Wir unterstützen die Forderungen des ,Bündnisses für gute Pflege‘. Denn was die Bundesregierung im Juni als Pflegereform verkaufen wollte, lässt ihre Schuldenuhr bei den pflegebedürftigen Menschen sogar noch schneller ticken. Die Bundesregierung hat die Anpassung der Pflegeversicherung an die Preissteigerungen ausgesetzt, sodass Pflegebedürftige immer weniger Leistungen für dasselbe Geld bekommen. Es ist bitter, dass die Bundesregierung die massiven Probleme in der Pflege nicht gelöst hat, sondern der künftigen Bundesregierung eine riesige Herausforderung auftischt.

Wir haben mit unserem Konzept der Doppelten Pflegegarantie einen pragmatischen Lösungsvorschlag gemacht, wie wir die Pflegeeigenanteile sofort senken und dauerhaft deckeln können. Außerdem wollen wir, dass die Länder ihrer Aufgabe der Investitionskostenfinanzierung nachkommen können. Auch sollen die Kommunen endlich die Möglichkeit erhalten, die pflegerische Infrastruktur vor Ort gestalten zu können. Wir brauchen zudem für die Menschen in Dorf und Stadtteil mehr Unterstützung durch eine pflegerische Infrastruktur sowie hochqualifiziertes Pflegefachpersonal, wie es das in anderen Ländern schon längst gibt.

Es muss ein Ruck durch Deutschland gehen, damit der Pflegenotstand nicht weiter zur Pflegekatastrophe wird. Dazu müssen wir alle Kräfte bündeln, um mehr Menschen für die Arbeit in der Pflege zu gewinnen, aber auch Arbeitsbedingungen sicherzustellen, das ganze Berufsleben in der Pflege tätig sein zu können. Unser Ziel ist es, dass alle Menschen die Unterstützung und Pflege bekommen, die sie brauchen. Es wird Zeit für eine Pflegereform, die den Namen tatsächlich verdient.“

Autor: md / © EU-Schwerbehinderung



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