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Stigmatisiert die AfD Menschen mit Erwerbsminderung?

Bildbeschreibung: Es ist eine Hand zu sehen, die eine Person wegschnippt

Normalerweise veröffentlichen wir die Kurzmeldungen aus dem Bundestag unkommentiert und ungekürzt, doch heute gab es eine Anfrage, die sehr viel Interpretationsspielraum zulässt. Es war die AfD die mit folgender Anfrage an den Bundestag ging:

 

Die AfD-Fraktion hat eine Kleine Anfrage (19/12218) zu den Ursachen des Zugangs in die Erwerbsminderungsrente gestellt. Darin fragt sie die Bundesregierung unter anderem nach der Entwicklung der Zahl der Erwerbsminderungsrentner seit 2010 und nach den volkswirtschaftlichen Verlusten durch die nicht genutzten Erwerbspotenziale. (Quelle: Bundestag/Hib)

Wir reden also von volkswirtschaftlichen Verlusten durch nicht genutzte Erwerbspotentiale? Daraus lässt sich auch schnell interpretieren: Wer also in der Erwerbsminderung ist und nicht mehr erwerbstätig sein kann, soll gefälligst doch irgendwie arbeiten.  Zugespitzt könnte man auch meinen, Erwerbsminderung gibt es nicht. 

Worauf zielt die AfD mit Ihrer Anfrage eigentlich wirklich ab? Einen Hinweis darauf findet man in der Drucksache selber. Nehmen wir exemplarisch die Frage 2 aus der Drucksache:

Wie viele Bezieher von Erwerbsminderungsrenten wiesen nach Kenntnis der Bundesregierung zum Zeitpunkt der Antragstellung eine psychische Erkrankung (psychiatrische Diagnose) auf (bitte die absoluten und relativen Zahlen differenziert nach Bund, nach neuen und alten Bundesländern, nach Ländern; sowie nach soziodemographischen Merkmalen: Geschlecht, Staatsangehörigkeit deutsch, Ausländer, EU-Ausländer, Staatsangehörigkeit aus einem Top-8-Asylherkunftsland für die Jahre 2010 bis 2018 ausweisen)? (Quelle: Kleine Anfrage 19/12218) 

Was in den Fragen der AfD auffällt sind zwei Wörter. Einmal "psychiatrisch"  und immer wieder die Aufgliederung nach Staaten. Es scheint also so, als ob sich die AfD hier auf ein bestimmte Form der Erkrankung spezialisiert hat und genau diese Gruppe stigmatisiert werden soll. Denn warum sonst fixiert man sich auf psychische Erkrankungen? 

Bringt man diese hinterfragte Personengruppe der psychisch erkrankten noch in einen anderen Kontext, nämlich der Staatenherkunft, könnte man auch vermuten, dass sich die Anfrage um die Stigmatisierung bestimmter Personengruppen mit bestimmter Herkunft, richtet.

Ob sich hieraus auch eine grundsätzliche zu erwartende Stigmatisierung behinderter Menschen, durch zunehmenden Rechtspopulismus entwickelt, bleibt abzuwarten, sollte jedoch als ganzes im Focus jener bleiben, die am Ende auch für die Zusammensetzung des Bundestages zuständig sind.

Kommentare (2)

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Die Arbeitswelt erzeugt immer mehr Druck, das merken heute sogar die Kinder in der Schule, denen die Eltern schon unbewusst Druck machen, damit diese nen guten Abschluss machen sollen. Mehr Druck im Betrieb erzeugt zwangsläufig mehr...

Die Arbeitswelt erzeugt immer mehr Druck, das merken heute sogar die Kinder in der Schule, denen die Eltern schon unbewusst Druck machen, damit diese nen guten Abschluss machen sollen. Mehr Druck im Betrieb erzeugt zwangsläufig mehr psychatrische Erkrankungen bei Menschen, die diesen Druck nicht standhalten können. Daher steigt diese Zahl.

Daraus jetzt poltisches Kapital schlagen zu wollen, ist einfach menschenverachtend. Aber die sogenannten Alternativen suchen wohl ein neues Feindbild was sie dann durchs Dorf treiben können.

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  El Zorro
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Ich muss gleich kotzen. Wie tief muss man sinken um die Schwächsten der Gesellschaft zu instrumentalisieren?

  Josef Möller
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