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SoVD-Präsident Bauer: „Menschen mit und ohne psychische Erkrankungen geraten mehr und mehr an ihre Grenzen. Das kann und darf uns nicht egal sein.“

Bildbeschreibung: Eine Frau die traurig und depressiv ist.
Foto: © Andrea Piacquadio

Die Corona-Infektionszahlen steigen weiter an und Intensivmediziner*innen warnen vor einer drohenden Überlastung der Intensivstationen. Auch wenn der Bund-Länder-Gipfel abgesagt wurde, scheint ein erneuter harter Lockdown unumgänglich. Für den Sozialverband Deutschland (SoVD) und die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK). Grund genug, erneut eine stärkere Berücksichtigung der sozialen und psychischen Folgen der Corona-Maßnahmen einzufordern. „Zunehmende Einsamkeit, die Sorgen um die berufliche Zukunft und die familiäre Belastung nehmen weiter zu. Menschen mit und ohne psychische Erkrankungen geraten mehr und mehr an ihre Grenzen. Das kann und darf uns nicht egal sein“, erklärt SoVD-Präsident Adolf Bauer.

Und BPtK-Präsident Dr. Dietrich Munz betont: „Durch Homeoffice, Kurzarbeit und Lockdown sind Alltagsstrukturen weggebrochen. Deutlich mehr Menschen suchen deshalb Rat und Hilfe bei Psychotherapeutinnen und -therapeuten. Wer jedoch eine Behandlung benötigt, muss monatelang auf einen freien Termin warten.

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Bereits vor der Pandemie gab es viel zu wenige zugelassene Psychotherapeutinnen und -therapeuten, um allen psychisch kranken Menschen helfen zu können.“ Wie kritisch die aktuelle Situation ist, belegt auch das aktuelle Deutschland-Depressions-Barometer. Demnach berichten 22 Prozent der Befragten in einer depressiven Phase von ausgefallenen Facharzt-Terminen in den letzten sechs Monaten, bei 18 Prozent fiel ein Termin beim Psychotherapeuten aus.

Da Kontaktbeschränkungen aufgrund des aktuellen Infektionsgeschehens weiterhin geboten sind, fordern SoVD und BPtK, dass die Auswirkungen auf die Psyche im Entscheidungsprozess stärker mitgedacht und besser abgefedert werden.

„Wir haben im Dezember 2020 eine Studie präsentiert, die zeigt, dass sich bereits vor der Corona-Pandemie insbesondere junge Erwachsene, Menschen im mittleren und hohen Alter verstärkt einsam fühlten. Diese Situation hat sich weiter verschärft“, so Bauer. Und Dr. Munz ergänzt: „Wir haben einfach zu wenig Behandlungsplätze. Wenn die Pandemie abklingt, dürften die psychischen Erkrankungen spürbar zunehmen “

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Ausführliche Informationen zur Einsamkeitsstudie des SoVD gibt es hier

Ausführliche Informationen zur BPtK-Auswertung „Monatelange Wartezeiten bei Psychotherapeut*innen gibt es hier

Autor: kk / © EU-Schwerbehinderung




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