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Steuern: Aufwendungen für Unterbringung im Pflegeheim

Bildbeschreibung: Auf dem Bild ist ein Steuerformular zu sehen.

Gerade die Unterbringung in einem Pflegeheim oder der Pflegeabteilung eines Altenheims, sind mit hohen Kosten verbunden. Doch was ist davon von der Steuer absetzbar? 

Die sogenannten abzugsfähigen Aufwendungen, sind Kosten für medizinische Leistungen, Pflege, Unterkunft und Verpflegung und stellen sich steuerlich als Krankheitskosten dar. Jedoch sind diesen Kosten das Pflegegeld aus einer privaten- oder gesetzlichen Pflegeversicherung gegenzurechnen.

Nicht absetzbar sind die Kosten aus einem "normalen" Altersheim. Sollte allerdings zu einem späteren Zeitpunkt sich eine Pflegebedürftigkeit einstellen, können ab diesem Zeitpunkt die Heim- und Pflegekosten in voller Höhe als "außergewöhnliche Belastung" abgesetzt werden. Allerdings gibt es zu diesem Thema immer noch "Verwirrung" So entschied das Niedersächsische FG mit dem Urteil v. 19.4.2018 (Az. 11K 212/17) bei einer Person die keine Pflegeleistungen bezog und nicht im Pflegebereich des Altersheims untergebracht war, trotz Vorlage eines Attest ihres Hausarztes anders. Bei der Person war die Alltagskompetenz eingeschränkt, so dass sie sich im eigenen Haushalt nicht mehr selbst versorgen kann. Da die Person an einer chronischen Krankheit litt, die sich auch langfristig nicht bessern kann, war die Unterbringung in einem Senioren- und Pflegeheim unumgänglich. Das Finanzamt erkannte bei der Einkommensteuerveranlagung 2015 die als außergewöhnliche Belastung geltend gemachten Aufwendungen für die Seniorenresidenz nicht an, weil sie nicht außergewöhnlich im Sinne des § 33 EStG seien. Das Finanzgericht Niedersachsen entschied aber auch, dass der Tatbestand § 33 EStG dann erfüllt sein kann, wenn die Unterbringung ausschließlich durch die Krankheit erfolgt ist, was in dem vorliegenden Fall so nicht gegeben war. Der § 33 EStG beschreibt "Außergewöhnliche Belastungen". 

Der Bundesfinanzhof hat in einem anderen Fall am 3.4.2019 (Az.: VI R 19/17) ein Urteil zur Fragestellung getroffen, in der es um die Übernahme der Pflegekosten bei Verwandten ging. In dem vorliegenden Fall hatte der Sohn die Aufwendungen für den Aufenthalt seiner Mutter, in einem Seniorenheim übernommen. Er wollte die Kosten für Pflege und Verpflegung seiner Mutter nach § 35 a EStG steuerlich mindernd geltend machen. Sowohl das Finanzgericht, als auch der Bundesfinanzhof lehnten das ab, da es sich hierbei um Kosten handelte, die nicht durch einen eigene Unterbringung und Pflege entstanden sind. Der § 35a EStG beschreibt "Steuerermäßigung bei Aufwendungen für haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse, haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen"

Das gerade Pflegebedürftigkeit auch die Anerkennung einer Behinderung mit sich bringt, wird in vielen Fällen oft nicht beachtet. Es macht daher sinn, mit den Pflegegutachten des MDK beim zuständigen Versorgungsamt, auch eine Schwerbehinderung mit zu beantragen, die dann je nach Merkzeichen oder Grad der Behinderung, weitere Steuervorteile mit sich bringen kann.

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