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OECD Studie zur Rente - Druck auf Rentensystem in Deutschland wächst

Bildbeschreibung: Ein ältere Mann.
Foto: © Matteus Silva de Oliveira

Eine veröffentlichte OECD Studie zur Rente zeigt das Länder, die ihre System an die Lebenserwartung automatisch koppeln, zukunftsfähiger sind. So folgen immer mehr Staaten diesem Vorgehen. Jedoch hat in Deutschland die Regierung solch ein System nicht umgesetzt, dies hat drastische und teure Folgen.

In der Corona-Pandemie wurde das Einkommen der Rentner und Rentnerinnen gut geschützt durch das gesetzliche Verbot einer Rentensenkung. Jedoch wächst in Deutschland wie in anderen Mitgliedstaaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) „der Druck auf die Rentensysteme, insbesondere durch die Bevölkerungsalterung“, hieß es in einer Erklärung der OECD die am Mittwoch in Berlin vorgestellten OECD-Studie „Pensions at a Glance 2021“.

Laut den OECD-Projektionen wird um ein Viertel die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter bis 2060 in den meisten süd-, -mittel- und osteuropäischen Ländern zurückgehen. Dabei um 21 Prozent in Deutschland.

So sprachen sich die Autoren und Autorinnen des Berichts, sowie der Rentenexperte Axel Börsch-Supan dafür aus, dass in Zukunft die steigende Lebenserwartung automatisch berücksichtigt werden solle, bei der Berechnung der Renten in Deutschland. In der Politik „drücke“ man sich davor, sagte Börsch-Supan.

Zudem werde die künftige Senkung der Lohnersatzquoten in Deutschland laut dem OECD-Bericht vor allem vom durch den Nachhaltigkeitsfaktor entstehen. Dabei misst er das Verhältnis von Rentner und Rentnerinnen und Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen und lässt dies in die Berechnung des Rentenwertes einfließen.

Jedoch wenn in Zukunft die von der neue Ampelregierung versprochenen „doppelten Haltelinien“ für Rentenhöhe und Beitragssätze nicht greifen, müssten künftig die Steuerzahler und Steuerzahlerinnen, dann mit einem immer höheren Bundeszuschuss das Rentensystem stabilisieren, warnte Börsch-Supan.

So werden in vielen OECD-Ländern Geringverdiener und Geringverdienerinnen im Rentensystem unterstützt. Bei Arbeiternehmer und Arbeitnehmerinnen, die nur die Hälfte des Durchschnittslohns verdienten, bei rund 65 Prozent liegt die Bruttorente im OECD-Schnitt, in Deutschland liegt sie mit der neu eingeführten Grundrente nur bei 47 Prozent des Bruttolohns, laut dem der Bericht.

Matthias W. Birkwald, Rentenexperte von den Linken erklärte zum OECD-Bericht:

„Der heute erschienene OECD-Bericht "Pensions at a Glance" zeigt es deutlich: Unser Rentensystem wurde in den vergangenen Jahren kaputtgespart, im internationalen Vergleich ist Deutschland mittlerweile weit abgeschlagen“,

Birkwald weiter:

„Deutschland gibt zu wenig Geld für die gesetzliche Rente aus und dafür bekommen die heutigen und auch die zukünftigen Rentnerinnen und Rentner die Quittung: Mit einer sogenannten Bruttoersatzrate von 41,5 Prozent liegt Deutschland deutlich hinter dem OECD-Durchschnitt von 51,8 Prozent und noch weiter hinter dem EU27-Durchschnitt von 54,3 Prozent.

Vor ähnlich reichen Ländern wie Österreich (74,1 Prozent) und den Niederlanden (69,7 Prozent) können wir uns nur noch beschämt verstecken. Die Zahlen zeigen es deutlich: Die Haltelinie beim Rentenniveau von 48 Prozent ist im internationalen Vergleich ein Armutszeugnis. Wir brauchen jetzt eine Debatte über ein solide finanziertes Rentenniveau von 53 Prozent. Die Bruttoersatzrate beschreibt das Verhältnis der Rentenleistung zum letzten Erwerbseinkommen vor Renteneintritt. Die OECD berechnet die Bruttoersatzrate anhand des typisierten Falles, dass eine Person im Jahr 2020 ihre Berufslaufbahn begann und bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze zum jeweils geltenden Durchschnittsgehalt durchgehend beschäftigt sein wird.

Die derzeit regelmäßig vorgetragenen apokalyptischen Berichte über das Ende der Finanzierbarkeit der gesetzlichen Rentenversicherung entbehren jeglicher Grundlage. Die häufig zitierten 100 Milliarden Euro an Bundesmitteln, die jährlich an die Gesetzliche Rentenversicherung gehen, werden einfach in den luftleeren Raum geworfen, sodass jeglicher Vergleichsmaßstab verloren geht. Betrachtet man die Zahlen in gesamtwirtschaftlicher Perspektive, geizt Deutschland sogar bei den Ausgaben für seine Seniorinnen und Senioren: Das Verhältnis der Ausgaben für Altersrenten (inklusive der Beamtenpensionen) zum Bruttoinlandsprodukt lag 2019 in Deutschland mit 9,3 Prozent deutlich unter dem EU-Durchschnitt von 10,0 Prozent.

Von Italien (12,7 Prozent), Frankreich (12,1 Prozent) oder Österreich (11,6 Prozent) sind wir meilenweit entfernt und auch das in der rentenpolitischen Debatte derzeit omnipräsente Schweden wendet mit 9,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts einen höheren Anteil des erwirtschafteten Wohlstands für die Absicherung seiner Rentnerinnen und Rentner auf. Das darf nicht so bleiben. Die Alten müssen uns mehr wert sein."

Autor: md / © EU-Schwerbehinderung



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