Patientenschützer Appell an Lauterbach: „Es braucht ein tagesaktuelles Corona-Radar für Pflegeheime“

  • 29 Jun
Bildbeschreibung: Der Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD).

Vor der Veröffentlichung der Evaluation der Corona-Maßnahmen hat der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, die Erwartungen an den Bericht gedämpft und zugleich ein Corona-Radar für Pflegeheime gefordert. „Wer vom Sachverständigenrat glasklare politische Empfehlungen für die zukünftige Pandemiebekämpfung erwartet, kann nur enttäuscht werden“, sagte Brysch dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND/Mittwoch). „Einschätzungen von Expertengremien sind zwar hilfreich, aber kein Ersatz für Entscheidungen des Bundestags und der Bundesregierung.“

Das durch das Gesundheitsministerium eingesetzte Sondergremium stellt an diesem Donnerstag seine Ergebnisse der Bundesregierung vorlegen. Auf Grundlage dessen will die Koalition ihre Maßnahmen für den Herbst beschließen. Dem Gremium gehören unter anderem die Sozialforscherin Jutta Allmendinger und der Virologe Hendrik Streeck an.

Brysch sieht das Patientenwohl vernachlässigt und nimmt Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) in die Pflicht. „Jetzt müssen endlich die Menschen in den Blick genommen werden, die das Virus am stärksten bedroht“, sagte Brysch dem RND.

Es brauche ein tagesaktuelles Corona-Radar für die stationäre Altenpflege. „Ein solches Radar müsste täglich aktualisiert das Infektionsgeschehen in jeder Pflegeeinrichtung anzeigen. Darin erfasst werden Infizierte, Genesene, an und mit Covid-19-Verstorbene und Heimbewohner, die aufgrund einer Corona-Infektion in eine Klinik verlegt wurden. Auch das zur Verfügung stehende Personal ist zu melden. Nur so ist transparent ersichtlich, wo sofort praktische Unterstützung von außen gebraucht wird“, erklärte er.

„Ein vom Bundesgesundheitsminister geplantes Monitoring allein für Krankenhäuser reicht nicht aus“, sagte der Patientenschützer. „Deshalb ist Karl Lauterbach gefordert, seinen Formulierungsvorschlag für die Neuregelung des Infektionsschutzgesetzes an die Altenpflege anzupassen.“

Autor: © RND / Redaktion


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