Arbeitsmarkt im Juni - Anstieg der Arbeitslosigkeit wegen ukrainischer Geflüchteter

  • 30 Jun
Bildbeschreibung: Das Schild von der Bundesagentur für Arbeit.

Die Bundesagentur für Arbeit hat heute die aktuellen Zahlen der Arbeitslosenstatistik veröffentlicht. Bei Menschen mit Behinderungen ist die Zahl der Arbeitslosen leicht gestiegen. Waren es im Mai 161.456 arbeitslose, so sind es im Juni 161.974 Menschen. Bei der Berufliche Weiterbildung inkl. Förderung behinderter Menschen lag die Zahl im Mai bei 117.778 Menschen und im Juni sind es 116.347 Menschen. Die Bundesagentur für Arbeit teilt dazu mit:

"Der Arbeitsmarkt insgesamt ist weiterhin stabil. Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung haben zwar im Juni kräftig zugenommen. Diese Anstiege gehen aber darauf zurück, dass die ukrainischen Geflüchteten nun in den Jobcentern erfasst und dadurch in der Arbeitsmarktstatistik sichtbar werden", sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Detlef Scheele, heute anlässlich der monatlichen Pressekonferenz in Hamburg.

Arbeitslosenzahl im Juni:

+103.000 auf 2.363.000

Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich:

-251.000

Arbeitslosenquote gegenüber Vormonat:

+0,3 Prozentpunkte auf 5,2 Prozent

Arbeitslosigkeit, Unterbeschäftigung und Erwerbslosigkeit

Im Juni 2022 ist infolge der umfassenden Erfassung ukrainischer Geflüchteter in den Jobcentern die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vormonat kräftig gestiegen, und zwar um 103.000 auf 2.363.000. Saisonbereinigt hat die Arbeitslosigkeit um 133.000 zugenommen. Verglichen mit dem Juni des vorigen Jahres ist sie um 251.000 geringer. Die Arbeitslosenquote stieg von Mai auf Juni um 0,3 Prozentpunkte auf 5,2 Prozent und liegt damit 0,5 Prozentpunkte niedriger als im Vorjahresmonat. Die nach dem ILO-Erwerbskonzept vom Statistischen Bundesamt ermittelte Erwerbslosenquote belief sich im Mai auf 2,7 Prozent.

Die Unterbeschäftigung, die auch Veränderungen in der Arbeitsmarktpolitik und kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit berücksichtigt, ist saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 124.000 gestiegen. Sie lag im Juni 2022 bei 3.115.000 Personen. Das waren 261.000 weniger als vor einem Jahr.

Kurzarbeit

Vor Beginn von Kurzarbeit müssen Betriebe eine Anzeige über den voraussichtlichen Arbeitsausfall erstatten. Nach aktuellen Daten zu geprüften Anzeigen wurde vom 1. bis einschließlich 26. Juni für 35.000 Personen konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt.

Aktuelle Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme stehen bis April 2022 zur Verfügung. So wurde nach vorläufigen hochgerechneten Daten der Bundesagentur für Arbeit in diesem Monat für 401.000 Arbeitnehmer konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt. Damit war sowohl die Inanspruchnahme von konjunktureller Kurzarbeit als auch die Zahl der Personen, für die Kurzarbeit angezeigt wurde, zuletzt rückläufig.

Erwerbstätigkeit und Beschäftigung

Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nehmen weiter zu. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der Erwerbstätigen (nach dem Inlandskonzept) im Mai 2022 saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 35.000 gestiegen. Mit 45,50 Millionen Personen fiel sie im Vergleich zum Vorjahr um 772.000 höher aus. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nahm saisonbereinigt von März auf April 2022 um 11.000 zu. Im Vergleich zum Vorjahr ist sie im April nach Hochrechnungen der BA um 672.000 auf 34,36 Millionen Beschäftigte gestiegen. 7,21 Millionen Personen hatten im April 2022 eine geringfügig entlohnte Beschäftigung, 274.000 mehr als im Vorjahresmonat. Darunter waren 4,08 Millionen ausschließlich und 3,14 Millionen im Nebenjob geringfügig entlohnt beschäftigt. Das Plus gegenüber dem Vorjahr geht weit überwiegend auf die im Nebenjob geringfügig entlohnt Beschäftigten zurück.

Arbeitskräftenachfrage

Die Nachfrage nach neuem Personal bewegt sich im Juni weiter auf sehr hohem Niveau. So waren 877.000 Arbeitsstellen bei der BA gemeldet, 184.000 mehr als vor einem Jahr. Saisonbereinigt hat sich der Bestand der bei der BA gemeldeten Arbeitsstellen um 1.000 verringert. Der BA-Stellenindex (BA-X) - ein Indikator für die Nachfrage nach Personal in Deutschland - sank im Juni 2022 um 2 Punkte auf 137 Punkte.

Geldleistungen bei Arbeitslosigkeit und Hilfebedürftigkeit

681.000 Personen erhielten im Juni 2022 Arbeitslosengeld, 146.000 weniger als vor einem Jahr. Die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten in der Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II) lag im Juni bei 3.691.000. Gegenüber Juni 2021 war dies ein Rückgang von 174.000 Personen. 6,8 Prozent der in Deutschland lebenden Personen im erwerbsfähigen Alter waren damit hilfebedürftig.

Ausbildungsmarkt

Von Oktober 2021 bis Juni 2022 meldeten sich bei den Agenturen für Arbeit und den Jobcentern 376.000 Bewerberinnen und Bewerber für eine Ausbildungsstelle. Das waren 9.000 weniger als im Vorjahreszeitraum. Von ihnen hatten im Juni noch 148.000 junge Menschen weder einen Ausbildungsplatz noch eine Alternative gefunden. Gleichzeitig waren 499.000 Ausbildungsstellen gemeldet, 26.000 mehr als vor einem Jahr. 259.000 waren von diesen noch unbesetzt. Der Ausbildungsmarkt ist im Juni aber noch in Bewegung. Deshalb erlauben diese Zahlen nur eine vorläufige Einschätzung der Entwicklung im aktuellen Berichtsjahr.

Der Bundesarbeitsminister Hubertus Heil zu den Arbeitsmarktzahlen für Juni 2022

„Preiserhöhungen, Lieferengpässe und die Folgen des Krieges in der Ukraine - die Wirtschaft in Deutschland muss zur Zeit hohen Belastungen standhalten. Deshalb bin ich froh, dass der Arbeitsmarkt stabil durch diese schweren Wochen und Monate kommt.

Insgesamt waren im Juni 2,36 Millionen Menschen arbeitslos. Der Anstieg der Arbeitslosenquote auf 5,2 Prozent im Vergleich zum Vormonat geht darauf zurück, dass seit 1. Juni ukrainische Geflüchtete in die Grundsicherung für Arbeitsuchende aufgenommen und dabei für die Arbeitsvermittlung erfasst werden. Es ist also ein Zeichen unseres politischen Willens, dass die Ukrainerinnen und Ukrainer in unserer Gesellschaft und am Arbeitsmarkt Fuß fassen können. Als eine Momentaufnahme zeigt sich, dass die relativen Anstiege von gemeldeten erwerbsfähigen Ukrainerinnen und Ukrainern gegenüber Februar 2022 in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz überdurchschnittlich stark sind, aber die Erfassung ist noch in vollem Gange. In jedem Fall ist der Anfang gemacht, die Tür zum Arbeitsmarkt steht den Menschen aus der Ukraine offen. Nun müssen wir ihnen dabei helfen, über die Schwelle zu treten.

Der Arbeitsmarkt in Deutschland bietet dafür eine gute Ausgangslage. So lag die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung im April bei rund 34,36 Millionen Personen, das ist der zweithöchste jemals gemessene Monatswert. Außerdem liegt die Zahl der gemeldeten Stellen weiterhin auf einem sehr hohen Niveau.

Positiv ist auch die Entwicklung bei der Kurzarbeit. Im April waren nach einer ersten Hochrechnung 401.000 Menschen in Kurzarbeit. Damit hat sich die Zahl von Februar auf April halbiert. All das sind gute Nachrichten vom Arbeitsmarkt.

Dennoch verschließen wir die Augen nicht davor, dass die Unternehmen eine sichere Perspektive brauchen. Deshalb haben wir die Zugangserleichterungen für das Kurzarbeitergeld um drei Monate bis Ende September 2022 verlängert. Und wir beobachten sehr aufmerksam, wie sich die Lage weiterentwickelt.“

Autor: dm / © EU-Schwerbehinderung



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