Digitale Erfassung und Auswertung bei Arzneimittel Verschreibungen könnte bis zu 70.000 Todesfälle jährlich verhindern

  • 05 Okt
Bildbeschreibung: Mehrere Tablettenstreifen.

Durch eine intelligente digitale Erfassung und Auswertung aller Arzneimittelverschreibungen könnten nach Einschätzung der Krankenkasse Barmer jährlich bis zu 70.000 Todesfälle verhindert werden. Das hat der jüngste Arzneimittelreport der Barmer ergeben, der am Mittwoch vorgestellt werden soll und dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND/Mittwoch) vorab vorlag.

Danach konnte in einem entsprechenden Modellprojekt mit 11.000 Patientinnen und Patienten die Sterblichkeit im Vergleich zur herkömmlichen medizinischen Versorgung zwischen 10 und 20 Prozent gesenkt werden.

Im Rahmen des Projektes wurden die Hausarztpraxen erstmals digital mit vollständigen Informationen über alle Vorerkrankungen und Arzneimittelverschreibungen versorgt. Zusätzlich bekamen die Ärzte Hinweise auf vermeidbare Risiken der Therapie, wie zum Beispiel gefährliche Wechselwirkungen.

Wie komplex und umfangreich die medizinischen Daten sind, hat die Barmer in dem Report erstmals konkret untersuchen lassen. Danach erhalten über 40jährige Versicherte im Zeitraum von zehn Jahren durchschnittlich insgesamt 76 Rezepte. 27 Prozent der Versicherten wurden 100 und mehr Rezeptblätter ausgestellt. Das obere Zehntel der Versicherten ab 90 Jahre bekam in den zurückliegenden zehn Jahren sogar 257 und mehr Rezepte.

„Für Ärztinnen und Ärzte ist es kaum möglich, angesichts der Komplexität der Arzneimitteltherapie den Überblick zu behalten und Medikationsrisiken einzuschätzen“, sagte Barmer-Chef Christoph Straub dem RND. Daher sei eine digitale Unterstützung unabdingbar, forderte er.

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