Gesundheitsberufe mit Hochschulabschluss immer seltener

  • 05 Okt
Bildbeschreibung: Mehrere Ärzte und Ärztinnen in einem Operationssaal.

In der Bevölkerung mit tertiärem Bildungsabschluss in Deutschland hatte 2021 knapp jede oder jeder Zehnte einen Abschluss der Fächergruppe Gesundheits- und Sozialwesen (9,5 %). Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, lag der Anteil damit deutlich unter dem OECD-Durchschnitt von 13,0 %. Der Unterschied beruht unter anderem darauf, dass Pflege- und Sozialberufe in zahlreichen OECD-Staaten - anders als in Deutschland - als akademische Qualifikation dem tertiären Bildungsbereich zugerechnet werden. Zu den tertiären Bildungsabschlüssen zählen akademische Abschlüsse wie Bachelor und Master, aber auch berufsorientierte Qualifikationen wie Meister- oder Technikerabschlüsse.

In der Corona-Krise rückten auch die Fächergruppen Pädagogik sowie Informatik und Kommunikationstechnologie in den Blickpunkt. Während in Deutschland der Anteil der Bevölkerung mit tertiären Abschlüssen in der Pädagogik mit 13,5 % den OECD-Durchschnitt von 12,3 % übertraf, lag er in der Informatik und Kommunikationstechnologie mit 4,2 % unter dem OECD-Durchschnitt von 4,8 %. Zur Fächergruppe Pädagogik zählen in Deutschland vor allem tertiäre Abschlüsse im Bereich der Erziehungswissenschaft, Lehramtsausbildung sowie interdisziplinäre Programme und Qualifikationen, die einen pädagogischen Schwerpunkt haben.

Die Anteile dieser Fächergruppen an allen tertiären Bildungsabschlüssen in der Bevölkerung waren in den Bundesländern unterschiedlich hoch. So betrug der Anteil der Fächergruppe Gesundheit- und Sozialwesen in Baden-Württemberg 7,6 % (Tiefstwert) und in Mecklenburg-Vorpommern 13,4 % (Höchstwert). Der Anteil der Fächergruppe Pädagogik variierte zwischen 9,5 % in Hamburg und 17,8 % in Sachsen-Anhalt. In der Fächergruppe Informatik und Kommunikationstechnologie (IKT) lag Berlin mit 6,4 % deutlich vor Hamburg, Bayern und Baden-Württemberg mit rund 5 %. Eine geringere Rolle spielte diese Fächergruppe dagegen in Brandenburg (3,2 %), Niedersachsen (3,0 %) und Thüringen (2,7 %). Zu berücksichtigen ist, dass die jeweiligen Anteilswerte auch von der Bedeutung anderer Fächergruppen in den einzelnen Bundesländern abhängen.

Beschäftigungsquote der Bevölkerung mit tertiärem Abschluss über dem OECD-Durchschnitt

In Deutschland lagen 2021 die Beschäftigungsquoten für Personen mit tertiärem Bildungsabschluss in den Fächergruppen Gesundheits- und Sozialwesen (88,6 %) sowie Informatik und Kommunikationstechnologie (90,8 %) knapp einen Prozentpunkt über dem OECD-Durchschnitt, in Pädagogik (87,2 %) waren es fast zwei Prozentpunkte. Auch der Anteil der Beschäftigten an der Bevölkerung mit einem Abschluss im Tertiärbereich insgesamt übertraf in Deutschland mit 88,3 % den OECD-Durchschnitt von 86,1 %.

Innerhalb der Bundesländer variierten die Beschäftigungsquoten unterschiedlich stark nach den Fächergruppen der Bildungsabschlüsse. So betrugen die Beschäftigungsquoten der Fächergruppe Gesundheit- und Sozialwesen in Rheinland-Pfalz 86,1 % und in Sachsen 92,0 %. In der Fächergruppe Pädagogik variierte diese zwischen 85,6 % in Sachsen und 89,9 % in Brandenburg. In der Fächergruppe Informatik und Kommunikationstechnologie (IKT) lag Berlin mit 86,0 % deutlich hinter Thüringen mit rund 95,9 %. Die Beschäftigungsquote für alle Personen mit tertiärem Bildungsabschluss variierte zwischen den Ländern weniger stark als bei Betrachtung der einzelnen Fächergruppen. Sie reichte von 86,4 % in Sachsen-Anhalt bis hin zu 89,7 % in Bayern.

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