Baerbock nimmt Putins Atombomben-Drohung "sehr ernst"

  • 06 Okt
Bildbeschreibung: Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne).

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hat sich besorgt über wiederholte Drohungen des russischen Präsidenten Wladimir Putin gezeigt, im Ukraine-Krieg eine Atombombe einzusetzen. "Wir nehmen seine Worte sehr ernst, alles andere wäre fahrlässig", sagte Baerbock im Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ). In den nun schon mehr als 220 Kriegstagen habe Putin "immer wieder gezeigt, dass er vor schlimmsten Kriegsverbrechen nicht zurückschreckt". Er mache vor Krankenhäusern und Kindern nicht halt und sei sogar bereit, sein eigenes Land zu ruinieren.

"Allerdings hat Putin schon zuvor unverantwortliche Drohungen ausgesprochen, und er weiß zugleich, dass kein Land auf der Welt - auch nicht diejenigen, die sich wie China bisher nicht klar positionieren - bei dieser Frage ein Zündeln einfach so akzeptieren würde", erläuterte Baerbock zur Atombomben-Drohung. "Auf Erpressung dürfen und werden wir uns nicht einlassen, das würde Putin als Einladung zu weiterer Eskalation verstehen."

Putins Rede am Freitag habe klargemacht, "dass sein imperialer Wahn sich nicht auf die Ukraine beschränkt. Deshalb setzen wir unsere Unterstützung für die Ukraine verantwortungsvoll fort". Wenn Russland "mit Landraub und Erpressung durchkommt und diesen Krieg gewänne - also die Ukraine vernichtet -, läge nicht nur die europäische Friedensordnung in Trümmern, sondern kein kleines Land wäre mehr sicher", betonte sie.

Nach Überzeugung der Außenministerin verliert der russische Präsident zudem international an Rückhalt. "Kaum ein Land weltweit stellt sich noch hinter Putin, zu Hunderttausenden fliehen junge Russen aus dem Land. Der russische Präsident ist so einsam und isoliert wie noch nie. Und er trägt ganz allein die Verantwortung für jeden Tag dieses furchtbaren Krieges", sagte Baerbock der "NOZ". Dagegen stehe der bewegende Mut der Ukraine, ihr Land und damit die internationale Friedensordnung zu verteidigen. Und dagegen stehe die Geschlossenheit Europas. "Das gibt Hoffnung."

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