RS-Virus in Niedersachsen: Gesundheitsministerin nennt Lage "ausgesprochen ernst"

  • 01 Dez
Bildbeschreibung: Eine Frau die ein Taschentuch schnäuzt.

Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens spricht angesichts der Welle von Infektionen mit dem Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV) und Atemwegsinfekten insbesondere bei Kindern von einer "ausgesprochen ernsten Lage". Im Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ) räumte die SPD-Politikerin ein, dass die Kinderkrankenhäuser in Niedersachsen derzeit "stark belastet" seien.

Von 241 betreibbaren Intensivbetten für Kinder seien am Donnerstag noch 66 Betten frei gewesen, die meisten davon für Neugeborene. "Es kommt in dieser Situation leider immer wieder vor, dass ein anderes Krankenhaus aushelfen muss, weil die nächstgelegene Klinik ausgelastet ist. Wenn die Lage vor Ort es erfordert, müssen die Kliniken auch Personal von den Erwachsenenstationen einsetzen oder geplante Operationen verschieben", erklärte Behrens gegenüber der NOZ.

Ihr sei bisher nur ein Fall bekannt, in dem ein Kind aus Niedersachsen in ein anderes Bundesland verlegt werden musste, sagte die Ministerin und fügte hinzu: "Das ist noch die absolute Ausnahme."

Behrens hält die Lage auch weiterhin für gut beherrschbar. "Wir kennen die Kapazitäten unserer Kliniken aus der Corona-Zeit sehr gut und gehen - Stand heute - auch nicht davon aus, dass wir zukünftig regelmäßig Patienten in andere Bundesländer verlegen müssen. Auch in der Corona-Pandemie waren wir immer in der Lage, Kinder wie auch Erwachsene gut zu versorgen."

Niedersachsen habe in der Corona-Zeit keine Patienten verlegen müssen, sondern sogar noch Patienten aus anderen Bundesländern aufgenommen und versorgt. Das Land sei auch in der aktuellen RSV-Welle wieder zur Unterstützung bereit. "Mir sind bisher keine Verlegungen aus anderen Bundesländern zu uns nach Niedersachsen bekannt. Sollte es da aber Nachfragen geben, wird das natürlich gemacht, wenn die Kapazitäten bei uns das hergeben", stellte Behrens klar und fügte hinzu: "Wir wollen schließlich kein Kind in Gefahr bringen."

Forderungen von Medizinern nach einer Rückkehr zur Maskenpflicht, um RSV-Infektionen einzudämmen, erteilte die Ministerin eine Absage. "Ich glaube nicht, dass wir dieses Fass aktuell wieder aufmachen sollten." Auch flächendeckende Kita-Schließungen, um die Kleinsten vor einer RSV-Infektion zu schützen, seien kein Thema. "Darüber denken wir nicht nach", machte Behrens im Gespräch mit der NOZ deutlich.

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