Unsicherheit am Finanzmarkt: Deutsche Versicherungswirtschaft warnt vor Großrisiko in der Schweiz

  • 24 Mär
Bildbeschreibung: Ein 100, 50 und 10 Euroschein.

Der Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Jörg Asmussen, hat davor gewarnt, dass die Rettung der Credit Suisse die Bankenlandschaft nur vorübergehend beruhigt haben könnte. Die Unsicherheit am Finanzmarkt sei weiter groß, sagte Asmussen dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Beim Schwächsten ziehen Anleger und Kunden dann ihr Geld ab.“ Die eigene Branche sieht Asmussen dabei nicht im Fokus: „Die deutschen Versicherer sind stabil“, sagte der GDV-Chef. „Die europäischen Versicherungen waren in der Krise vor 15 Jahren nicht Teil des Problems und sind es heute auch nicht.“

Asmussen, der beim Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers im September 2008 zu den Krisenmanagern im Bundesfinanzministerium gehörte, verweist auf die damaligen Erfahrungen: „Die erste Woche nach dem Lehman-Zusammenbruch war an den Märkten relativ ruhig. Das fraß sich zwei Wochen lang durch das System – dann war der Interbankenmarkt komplett eingefroren, und die Krise war da.“ Auch jetzt sei die Gefahr noch nicht gebannt: „Kurzfristig wurde aber die Stabilität des Finanzsystems sichergestellt, das ist gelungen. Langfristige Auswirkungen bleiben abzuwarten.“

Zu den langfristigen Gefahren zählt er vor allem ein neues Großrisiko in der Schweiz: „Mit der neuen UBS wird es in der Schweiz künftig eine Bank geben, deren Bilanzsumme doppelt so groß ist wie die Wirtschaftsleistung des Landes“, sagte Asmussen. „Das Too-big-to-fail-Problem ist für die Schweiz größer, nicht kleiner geworden.“

Die Europäische Zentralbank (EZB) sollte trotz der Turbulenzen in der Inflationsbekämpfung nicht nachlassen, forderte Asmussen, der selbst mehrere Jahre im EZB-Direktorium saß. Die Zinswende gilt als eine Quelle der Bankenprobleme. „Das ist ein Zielkonflikt, eine schwierige Abwägung zwischen Preis- und Finanzmarktstabilität“, sagte Asmussen. „Einige rechnen jetzt mit einer etwas weniger straffen Geldpolitik, aber ich glaube, die EZB wird sich richtigerweise nicht erweichen lassen. Sie wird an der Bekämpfung der Inflation gemessen – und die ist bekanntlich immer noch zu hoch.“

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