Menschen mit geistiger Beeinträchtigung wollen mitreden und mitentscheiden

  • 30 Nov
Bildbeschreibung: Thomas Gilles präsentiert mit weiteren Selbstvertreter*innen den Master-Plan auf der Mitgliederversammlung der Bundesvereinigung Lebenshilfe.

Eine geistige Beeinträchtigung kann jeden treffen. Mit der Geburt, durch einen Unfall oder im hohen Alter. Wie würde dann das eigene Leben aussehen? Noch heute kommt es immer wieder vor, dass erwachsene Frauen und Männer mit geistiger Beeinträchtigung wie kleine Kinder behandelt werden. Oft entscheiden andere für sie: Wo sie wohnen, arbeiten oder ihre Freizeit verbringen sollen. Zum Welttag der Menschen mit Behinderung am 3. Dezember fordern deshalb Selbstvertreterinnen und Selbstvertreter der Bundesvereinigung Lebenshilfe: „Wir wollen mitreden und mitentscheiden! Nicht nur in der Lebenshilfe, sondern überall.“

Die deutlichen Worte stammen von Selbstvertreter Thomas Gilles aus Bad Neuenahr-Ahrweiler in Rheinland-Pfalz. Er gehört dem Rat behinderter Menschen der Bundesvereinigung Lebenshilfe an. Im Tandem mit einer Unterstützerin leitete Gilles eine Projektgruppe, die einen Master-Plan zur Stärkung der Selbstvertretung entwickelt hat. Selbstvertretung heißt: Menschen mit geistiger Beeinträchtigung sprechen für sich und andere Betroffene. Dabei übernehmen sie auch Verantwortung, zum Beispiel in Vereinsvorständen. Im Bundesvorstand der Lebenshilfe sind sie schon seit dem Jahr 2000 mit gleichberechtigter Stimme vertreten, in Baden-Württemberg wurde im Januar 2023 mit Peter Benzenhöfer erstmals ein Mensch mit geistiger Beeinträchtigung zum Landesvorsitzenden gewählt.

Der Master-Plan wurde jetzt von der Mitgliederversammlung der Bundesvereinigung Lebenshilfe mit überwältigender Mehrheit angenommen und ist im Internet unter www.lebenshilfe.de zu finden – in Leichter Sprache und in Alltagssprache. Er zeigt, was notwendig ist, damit Selbstvertretung und uneingeschränkte Teilhabe funktionieren. So ist es besonders wichtig, dass sich Selbstvertreter vernetzen können.

Dafür muss genügend Geld da sein: für Assistenz, für Kommunikationstechnik, für Fortbildung und Fahrten zu regelmäßigen Treffen. Und: In Politik und Gesellschaft braucht es viel mehr leicht verständliche Sprache.

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