Arbeitsmarkt im November 2023 - Schwache Entwicklung setzt sich fort

  • 30 Nov
Bildbeschreibung: Das Schild von der Bundesagentur für Arbeit.

Die Bundesagentur für Arbeit hat heute die aktuellen Zahlen der Arbeitslosenstatistik veröffentlicht. Bei Menschen mit Behinderungen ist die Zahl der Arbeitslosen leicht gesunken. Waren es im Oktober 165.676 arbeitslose, so sind es im November 166.126 Menschen.

Bundesarbeitsminister Heil zu den Arbeitsmarktzahlen für November 2023

„Die aktuellen Arbeitsmarktzahlen, die uns aus Nürnberg erreichen, zeigen, dass die Auswirkungen der schwächelnden Konjunktur Schleifspuren auf dem Arbeitsmarkt hinterlassen haben. Insgesamt waren im November 2023 rund 2,6 Millionen Menschen arbeitslos. Die Arbeitslosigkeit ging somit um 1.400 Personen nur leicht zurück, die Arbeitslosenquote liegt bei 5,6 Prozent. Normalerweise sinkt die Arbeitslosigkeit in einem November stärker. Insgesamt zeigt sich der Arbeitsmarkt trotz schwieriger wirtschaftlicher Situation aber stabil.

Positiv ist, dass die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung im September 2023 mit knapp 35,1 Millionen auf einen neuen Höchststand gestiegen ist. Das zeigt, dass die Unternehmen und Betriebe in Deutschland nicht nur ihre Beschäftigten halten, sondern weiterhin einstellen. Für Beschäftigte ist das Risiko arbeitslos zu werden – trotz der konjunkturellen Lage – weiterhin sehr gering.“

"Die konjunkturelle Flaute hinterlässt weiter ihre Spuren am deutschen Arbeitsmarkt. Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung haben saisonbereinigt zugenommen. Die Beschäftigung wächst nur noch wenig und die gemeldete Arbeitskräftenachfrage ist nach wie vor rückläufig", sagte die Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Andrea Nahles, heute anlässlich der monatlichen Pressekonferenz in Nürnberg.

Anlässlich der von der Bundesagentur für Arbeit veröffentlichten Arbeitsmarktzahlen für den Monat November erklärt Frank Bsirske (Grüne), Sprecher für Arbeit und Soziales:

Die Beschäftigungsaussichten auf dem Arbeitsmarkt haben sich zwar leicht verschlechtert, sie bleiben aber weiterhin positiv. Es ist davon auszugehen, dass der Arbeitsmarkt im kommenden Jahr den Rücksetzer überwindet und wieder in Schwung kommt. Das setzt aber voraus, dass geplante öffentliche Investitionen durchgeführt und die Haushaltsprobleme gelöst werden.

Dabei ist auch die Union in der Verantwortung. Auch sie muss ein Interesse daran haben, dass Investitionen in die Zukunftsfähigkeit der deutschen Wirtschaft getätigt werden. Wir appellieren an CDU/CSU, die Ergänzung der Schuldenbremse um eine Investitionsregel im Deutschen Bundestag mitzutragen. Denn dazu braucht es eine Zweidrittelmehrheit.

Die kleinen Rückschläge am Arbeitsmarkt ändern aber nichts daran, dass sich der Arbeitskräfte- und Fachkräftemangel in den kommenden Jahren verschärfen wird. Deswegen muss – neben der Anwerbung ausländischer Fachkräfte – auch das Arbeitskräftepotenzial im Inland genutzt werden.

Mit Blick auf das Jahresende zieht Bayerns Arbeitsministerin Ulrike Scharf eine erste Bilanz für das Jahr 2023: „Es ist klar, dass die lahmende Konjunktur dieses Jahr bereits merklich Spuren auf dem bayerischen Arbeitsmarkt hinterlassen hat. Ich rechne mit einer Arbeitslosenquote von 3,4 Prozent im Jahresdurchschnitt und damit mit einem spürbaren Anstieg der Arbeitslosigkeit um 0,3 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr. Gemessen an den enormen Herausforderungen, die nicht zuletzt der völkerrechtswidrige Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine gebracht hat, ist Bayerns Arbeitsmarkt noch robust. Im Freistaat waren nie mehr Menschen in Beschäftigung als im zu Ende gehenden Jahr – ein eindeutiger Beleg für seine außerordentliche Standhaftigkeit und Stabilität!“

Arbeitslosenzahl im November:

-1.000 auf 2.606.000

Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich:

+172.000

Arbeitslosenquote gegenüber Vormonat:

-0,1 Prozentpunkte auf 5,6 Prozent

Arbeitslosigkeit, Unterbeschäftigung und Erwerbslosigkeit

Die Arbeitslosigkeit ist im November 2023 - wie in den Herbstmonaten üblich - gesunken und zwar auf 2.606.000. Mit einem Minus von 1.000 fällt der Rückgang für einen November aber sehr gering aus. Saisonbereinigt hat die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vormonat um 22.000 zugenommen. Verglichen mit dem November des vorigen Jahres ist die Arbeitslosenzahl um 172.000 höher. Die Arbeitslosenquote sank im November um 0,1 Prozentpunkte auf 5,6 Prozent. Gegenüber dem Vorjahresmonat hat sich die Quote um 0,3 Prozentpunkte erhöht. Die vom Statistischen Bundesamt nach dem ILO-Erwerbskonzept ermittelte Erwerbslosenquote belief sich im Oktober auf 3,1 Prozent.

Die Unterbeschäftigung, die neben der Arbeitslosigkeit auch Arbeitsmarktpolitik und kurzfristige Arbeitsunfähigkeit umfasst, ist saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 13.000 gestiegen. Sie lag im November 2023 bei 3.448.000 Personen. Das waren 176.000 mehr als vor einem Jahr. Ohne die Berücksichtigung ukrainischer Geflüchteter hätte die Unterbeschäftigung nur um 122.000 über dem Vorjahreswert gelegen.

Kurzarbeit

Vor Beginn von Kurzarbeit müssen Betriebe eine Anzeige über den voraussichtlichen Arbeitsausfall erstatten. Nach aktuellen Daten wurde vom 1. bis einschließlich 26. November für 57.000 Personen konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt.

Aktuelle Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme stehen bis September 2023 zur Verfügung. So wurde nach vorläufigen hochgerechneten Daten der BA in diesem Monat für 149.000 Beschäftigte konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt, nach jeweils 111.000 im August und im Juli.

Erwerbstätigkeit und Beschäftigung

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der Erwerbstätigen (nach dem Inlandskonzept) im Oktober 2023 saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat geringfügig um 15.000 gestiegen. Mit 46,26 Millionen Personen fiel sie im Vergleich zum Vorjahr um 272.000 höher aus. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist von August auf September 2023 saisonbereinigt leicht um 5.000 gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr hat sie im September nach Hochrechnungen der BA um 195.000 auf 35,09 Millionen Beschäftigte zugenommen, wobei der Anstieg allein auf Ausländern beruht. 7,6 Millionen Personen hatten im September 2023 eine geringfügig entlohnte Beschäftigung, 201.000 mehr als im Vorjahresmonat. Davon waren 4,19 Millionen ausschließlich und 3,42 Millionen im Nebenjob geringfügig entlohnt beschäftigt.

Arbeitskräftenachfrage

Im November waren 733.000 Arbeitsstellen bei der BA gemeldet, 90.000 weniger als vor einem Jahr. Der BA-Stellenindex (BA-X) - ein Indikator für die Nachfrage nach Personal in Deutschland, der neben dem Bestand an gemeldeten Arbeitsstellen auch den Zugang berücksichtigt - sank im November 2023 um 1 Punkt auf 114 Punkte. Im Vergleich zum Vorjahresmonat verzeichnet der BA-X einen Rückgang von 15 Punkten.

Geldleistungen bei Arbeitslosigkeit und Hilfebedürftigkeit

795.000 Personen erhielten im November 2023 Arbeitslosengeld, 93.000 mehr als vor einem Jahr. Die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten in der Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II) lag im November bei 3.915.000. Gegenüber November 2022 war dies ein Anstieg um 80.000 Personen. 7,1 Prozent der in Deutschland lebenden Personen im erwerbsfähigen Alter waren damit hilfebedürftig.

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