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ZDFinfo-Doku über die Geschichte von Menschen mit Behinderungen

Bildbeschreibung: Vom Sozialaktivisten Raul Krauthausen (r.) lässt sich Martin Müller (l.) erklären, wie es um die Inklusion in Deutschland steht.
Foto: © ZDF/Oliver Koytek

Am 5. Mai ist der "Europaweite Protesttag für die Gleichstellung und Anti-Diskriminierung Behinderter", der vor 30 Jahren zum ersten Mal stattfand.

ZDFinfo blickt mit der Dokumentation "Geliebt, geduldet, getötet: Die Geschichte von Menschen mit Behinderungen" am Donnerstag, 5. Mai 2022, 18.00 Uhr, zurück. Der Film von Jan Grashof und Oliver Koytek spannt den zeitgeschichtlichen Bogen von den Neandertalern bis in die Gegenwart und zeigt: Inklusion war und ist möglich. In der ZDFmediathek steht die Dokumentation ab Montag, 2. Mai 2022, 5.00 Uhr, zwei Jahre lang zur Verfügung. Der Film wird im Livestream mit Untertiteln und in der ZDFmediathek barrierefrei angeboten.

Durch die Sendung führt Martin Müller. Er ist kleinwüchsig und einer von rund acht Millionen Menschen mit Behinderungen in Deutschland. Die Reise in die Vergangenheit beginnt in der ehemaligen Tötungsanstalt Grafeneck. Insgesamt wurden in der NS-Zeit zwischen 1940 und 1941 mehr als 70.000 Menschen mit körperlichen, geistigen und seelischen Behinderungen ermordet. Aus der menschenverachtenden Sicht der Nationalsozialisten war ihr Leben "unwert", weil sie durch ihre Behinderungen nicht arbeiten konnten und für die Volksgemeinschaft nicht produktiv waren.

Auch in der Hochzeit der antiken Kulturen wurden Menschen mit Behinderungen häufig missachtet. Sogenannte missgestaltete Kinder wurden oft ertränkt, Erwachsene mit Behinderungen auf Narrenmärkten ausgestellt, verkauft und zum Betteln gezwungen.

Im Mittelalter gesellte sich zum Leistungsgedanken noch christlicher Aberglaube. Behinderte Menschen wurden von Martin Luther als "seelenloses Fleisch" oder "vom Teufel vertauschte Wechselbälger" bezeichnet.

In vorchristlicher Zeit war das noch anders. Quellen aus dem alten Ägypten belegen, dass Menschen mit Behinderungen in die Gemeinschaft integriert und sogar mit wichtigen Aufgaben betraut waren.

Seine Reise führt Martin Müller bis ins Neandertal. Es gab auch Urmenschen mit Behinderung, das belegen Knochenfunde. Und sie zeigen noch mehr: Kinder und Erwachsene, die angeborene oder erworbene Behinderungen hatten, wurden nicht sich selbst überlassen, sondern blieben in ihren Gruppen häufig integriert und wurden mitversorgt. Melanie Wunsch, Ausstellungsleiterin im Neanderthal Museum in Mettmann, fasst es so zusammen: "Inklusion ist keine Erfindung der Neuzeit, sondern war vor über 50.000 Jahren der Normalzustand."

Quelle: ots - news aktuell

Autor: Redaktion über ots - news aktuell



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