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Berufliche Reha erhöht Jobchance für behinderte Menschen

Bildbeschreibung: Ein Mann mit einer Beinprothese der Reha Übungen mit einer Trainerin macht.
Foto: © Kampus Production

Fachkräfte sind Mangelware, überall werden händeringend Mitarbeiter*innen gesucht. Trotzdem tut sich in der Gruppe der Arbeitslosen im Hartz IV-Bezug relativ wenig. Klaus Wicher, Hamburger Landeschef Sozialverband SoVD: „Es ist ganz klar so, dass sich seit langem auf dem Arbeitsmarkt ein fester Sockel von Arbeitslosen gebildet hat. Langzeitarbeitslosigkeit ist ein Stigma, das haften bleibt. Besonders schwer haben es Menschen mit Behinderung. Ohne berufliche Rehamaßnahmen haben sie geringere Chancen auf einen Job.“

An dieser Stelle wünsche ich mir ein deutliches Bekenntnis von unserer Sozialsenatorin, die das Thema Arbeitslose im Hartz IV-Bezug, Teilhabechancengesetz und behinderte Menschen bisher eher stiefmütterlich behandelt. Frau Leonhard muss endlich anerkennen, dass sie an dieser Stelle ihre Arbeit nicht besonders gut gemacht hat.“

Gerade mal 1.500 Langzeitarbeitslose, die durch das Teilhabechancengesetz seit 2019 in Hamburg in Beschäftigung gebracht wurden – das ist aus Wichers Sicht deutlich zu wenig. Die Sozialbehörde interpretiert diese Zahl ganz anders: „Auf ihrer Internetseite kündigt sie für dieses Jahr stolz 112 neue Jobs an, die aller Wahrscheinlichkeit nur bei stadteigenen Betrieben geschaffen werden. Die freie Wirtschaft hinkt hier meilenweit hinterher – und zahlt lieber eine Strafe als einen langzeitarbeitslosen oder behinderten Menschen einzustellen. 112 Jobs bei mehr als 47.000 Arbeitslosen im Hartz IV Bezug – das ist eine Zahl, die man verschämt verschweigen sollte, anstatt sich damit zu brüsten“, stellt Wicher klar.

Besonders perspektivlos ist die Lage für Menschen mit Behinderung. „Sie sollten mehr Nutznießer*innen von Bundes- und Landeshilfen sein, denn Sie brauchen die Unterstützung und das Coaching besonders dringend. Darauf sind unsere erfahrenen Beschäftigungsträger und berufliche Rehaeinrichtungen wie das Berufsförderungswerk (BfW) spezialisiert. Leider hat sich die Stadt vom BfW getrennt – aus meiner Sicht war das ein kapitaler Fehler!“

Um Langzeitarbeitslosigkeit grundsätzlich effektiver zu bekämpfen, fordert der Hamburger SoVD Vorsitzende von der Stadt: „Nutzen sie das Teilhabechancengesetz und bauen Sie einen sozialen Arbeitsmarkt aus Hamburger Mitteln auf, um arbeitslosen Menschen im Hart-IV-Bezug und ihren Familien endlich einen Weg aus dem Hartz IV System zu weisen. Viele brauchen eine berufliche und gesellschaftliche Perspektive!“

Um Potenziale und Fähigkeiten zu fördern und zu nutzen, sei es notwendig, speziell fördern: „Entsprechend dem Alter und den Lebensbedingungen muss es sehr individuelle Förderungen geben, mit Coaching, sozialpädagogischer, psychologischer und medizinischer Unterstützung. Wer lange arbeitslos ist, hat es schwer, wieder in einen Arbeitsalltag zu kommen. Und Menschen mit Behinderung brauchen Jobs, die ihren Fähigkeiten angepasst sind sowie Arbeitgeber, die offen und flexibel dafür sind“.

Autor: dm / © EU-Schwerbehinderung



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