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In Deutschland erster Fall von Affenpocken bestätigt

Bildbeschreibung: Eine Mikroskop Aufnahme von einem Virus.
Foto: © CDC

In München ist ein Fall von Affenpocken bestätigt worden. Darauf hat Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek am Freitag hingewiesen. Der Patient stammt aus Brasilien und befindet sich bereits isoliert in der München Klinik Schwabing.

Es handelt sich dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge um den ersten Affenpocken-Fall in Deutschland. Das allgemeine Infektionsrisiko für die Bevölkerung in Bayern wird vom RKI und dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) derzeit als gering erachtet.

Holetschek betonte: „Das bayerische Gesundheitsministerium steht in engem Kontakt mit der Klinik und dem RKI. Derzeit werden durch das Gesundheitsreferat der Stadt München weitere enge Kontaktpersonen ermittelt. Diese werden ausführlich aufgeklärt und über mögliche Symptome, Hygienemaßnahmen und Übertragungswege informiert. Auch die Taskforce Infektiologie des LGL ist bereits involviert. Alle Gesundheitsämter Bayerns werden heute noch detailliert informiert.“

Nachdem der Mann erste Symptome bemerkt hatte, begab er sich umgehend selbstständig in medizinische Untersuchung. Die spezifische Diagnostik wurde umgehend eingeleitet und das Gesundheitsreferat aufgrund des Verdachts bei inzwischen typischer Symptomatik informiert. Ein bei der Bundeswehr durchgeführter spezieller PCR-Test bestätigte die Infektion mit dem Virus bei dem Patienten. Ob es sich um den west- oder zentralafrikanischen Virusstamm handelt, wird eine laufende Sequenzierung bis voraussichtlich Mitte nächster Woche ergeben.

Es handelt sich um einen 26-jährigen Mann, der von Portugal über Spanien nach Deutschland eingereist ist und sich seit ca. einer Woche in München aufhält. Vor seiner Ankunft in München war er in Düsseldorf und Frankfurt.

Münchens Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek erläuterte: „Nach Kenntnis des Verdachtsfalls durch die Meldung der Praxis haben wir umgehend Kontakt zu dem Betroffenen und Ermittlungen zu engen Kontaktpersonen aufgenommen sowie weitere Maßnahmen wie die Isolierung des Erkrankten veranlasst. Die weiterführenden Ermittlungen und Maßnahmen des Gesundheitsreferats der Landeshauptstadt München finden in enger Abstimmung mit der München Klinik, dem Tropeninstitut der LMU sowie mit Experten auf Landes- und Bundesebene statt.“

Die Versorgung findet isoliert vom übrigen Klinikbetrieb in der Infektiologie der München Klinik Schwabing statt. Die Erkrankung ist meldepflichtig. Das Virus ist aktuell in mehreren Ländern nachgewiesen und Verdachtsfälle werden geprüft. Meldungen und Verdachtsfälle dazu gibt es bisher auf drei Kontinenten.

Prof. Christian Weidner, Präsident des LGL, betonte: „Grundsätzlich ist eine Ansteckung von Mensch zu Mensch möglich, aber in der Regel nur bei intensivem körperlichen Kontakt wahrscheinlich. Insbesondere medizinisches Personal sollte beim Kontakt mit Verdachtsfällen oder Infizierten dennoch die gängigen Schutzmaßnahmen gegen Tröpfchen- und Schmierinfektionen einhalten.“

Prof. Weidner ergänzte: „Bei einer Ansteckung mit dem Affenpockenvirus kann es 7 bis 21 Tage dauern, bis erste Symptome auftreten. Betroffene leiden dann an Fieber, Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen, zudem können Schwellungen der Lymphknoten und ein großflächiger Hautausschlag dazukommen. Die Hautveränderungen beginnen üblicherweise im Gesicht, ähneln einem Pockenausschlag und breiten sich dann weiter am Körper aus.“

Prof. Clemens Wendtner, Chefarzt der Schwabinger Infektiologie, erläuterte: „Dem jungen Mann geht es gut – er hat mit leichten Schluckstörungen und erhöhter Temperatur geringfügige Symptome. Die für die Erkrankung typischen Pusteln lösen einen entsprechenden Juckreiz aus. Er benötigt aktuell keine spezielle Medikation. Ein Spezialpräparat, das seit Anfang 2022 in der EU für die Behandlung zugelassen ist, wird präventiv von der Krankenhausapotheke der München Klinik beschafft.

Prof. Wendtner fügte hinzu: „Der junge Mann hat sich sehr verantwortungsbewusst direkt nach Symptombeginn in medizinische Betreuung begeben, um andere vor einer Infektion zu schützen. Deshalb ist er auch weiter bei uns untergebracht, da wir von einer drei bis vier Wochen andauernden Infektiösität ausgehen.“

Autor: kk / © EU-Schwerbehinderung



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