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Behindertenwerkstätte (WfbM) und Inklusionsbetriebe für die Zukunft aufstellen

Bildbeschreibung: Ein Mann der in einer Werkstatt arbeitet.
Foto: © ThisisEngineering RAEng

Am 17 September 2020 hieß es wieder: Schichtwechsel! Menschen mit und ohne Behinderungen tauschen für einen Tag ihren Arbeitsplatz und ermöglichen so einen Perspektivwechsel. Die BAG WfbM teilt dazu mit: Bedingt durch die Coronavirus-Krise wird der Aktionstag in diesem Jahr in kleinerem Rahmen stattfinden.



Arbeit ist für jeden Menschen wichtig. Sie erfüllt dabei viel mehr als die bloße Funktion des Broterwerbs, sondern ist bedeutend für die eigene Identität und unsere sozialen Beziehungen. Dies gilt auch für Menschen mit Behinderungen.

Werkstätten für behinderte Menschen sind ein wichtiger Bestandteil des Systems der beruflichen Teilhabe in Deutschland. Sie bieten Menschen, die aufgrund der Art oder Schwere ihrer Behinderungen nicht auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt tätig sein können, Teilhabe am Arbeitsleben. Werkstätten gestalten Arbeit so, dass Menschen mit Behinderungen an verschiedenen Orten und in vielfältigen Unterstützungs- und Bildungsangeboten am Arbeitsleben teilhaben können.

Die wenigsten Menschen haben jedoch eine Vorstellung von den Leistungen, die hier erbracht werden. Das angestaubte Klischee von Werkstätten, in denen Menschen simple bis stumpfe Tätigkeiten ausüben, ist zu Unrecht noch immer weit verbreitet. Mit dem Aktionstag „Schichtwechsel“ soll damit aufgeräumt werden.

Perspektivwechsel auch während der Coronavirus-Krise
Die Durchführung des Aktionstages während der Coronavirus-Krise ist eine besondere Herausforderung: Im Fokus aller Aktivitäten rund um den Schichtwechsel steht der Gesundheitsschutz der Werkstattbeschäftigten, des Fachpersonals und der Tauschpartner*innen. Der Schichtwechsel 2020 findet daher mit weniger Tauschangeboten und mit verringerter Teilnehmerzahl statt.

Ein Perspektivwechsel ist in diesem Jahr dennoch sinnvoll: Durch den Aktionstag wird auf die Situation der Werkstätten während der Coronavirus-Krise aufmerksam gemacht und gezeigt, wie Werkstätten sowie deren Beschäftigte und Mitarbeitende mit den aktuellen Herausforderungen umgehen.

Zum "Schichtwechsel" in Berlin, bei dem Menschen mit und ohne Behinderungen ihren Arbeitsplatz tauschen, erklärt der Behindertenbeauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Wilfried Oellers:

"Wir freuen uns, dass auch unter den besonderen Bedingungen der Corona-Pandemie der diesjährige ´Schichtwechsel´ stattfinden konnte. Denn ´Schichtwechsel´ bedeutet auch immer ´Perspektivwechsel´: Er führt vor Augen, dass Werkstätten für behinderte Menschen und Inklusionsbetriebe keine Sonderformen sind, sondern fester Bestandteil eines inklusiven Arbeitsmarktes. Daher setzen wir uns dafür ein, diese Einrichtungen auch über die Stabilisierungsmaßnahmen hinaus, die wir in der Corona-Krise ergriffen haben, langfristig zu stärken.

Besonders die Werkstätten für behinderte Menschen stehen vor einer Herausforderung: Sie sollen einerseits die Werkstattbeschäftigten auf den ersten Arbeitsmarkt vorbereiten. Andererseits sollen sie wirtschaftlich verwertbare Arbeitsergebnisse erzielen und mit dem Erlös Arbeitsentgelte auszahlen können.

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Ein besonderes Anliegen ist uns daher die Neugestaltung des Entgeltsystems: Viele Werkstattbeschäftigte haben nichts von der Erhöhung des Ausbildungsgeldes, die wir im letzten Jahr beschlossen haben. Denn der damit erhöhte Werkstattlohn wird auch auf andere Sozialleistungen angerechnet. Und vor allem muss er von den Werkstätten für behinderte Menschen finanziert werden. Daher tritt die CDU/CSU-Bundestagsfraktion dafür ein, zukünftig das Arbeitsförderungsgeld an das Ausbildungsgeld zu koppeln. So motivieren und fördern wir Werkstattbeschäftigte - und wir stellen die Existenz vieler Werkstätten auf eine sichere wirtschaftliche Grundlage."

Autor: md / © EU-Schwerbehinderung



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