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Qualifizierung des Berufsbildungspersonals in der beruflichen Bildung behinderter Menschen

Bildbeschreibung: Jemand in einem Rollstuhl.
Foto: © Danny Nee

Eine besondere Bedeutung für die Teilhabe und Inklusion behinderter Menschen hat die Qualifikation derjenigen, die in der Berufsbildung tätig sind. Welche spezifische Expertise benötigen sie, in welchem Umfang und in welcher Tiefe? Hierzu hat das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) ein Impulspapier veröffentlicht.

Es geht um Lehrkräfte und Ausbildende, aber auch um betriebliche und außerbetriebliche Fachkräfte im Bereich Arbeitserziehung, Arbeits- und Berufsförderung sowie Therapeutinnen und Therapeuten, Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen und weitere Berufe. Rund 20 Personengruppen, die unmittelbar an der Qualifizierung behinderter Menschen beteiligt sind – qualifizierend und unterstützend – hat das Impulspapier in einer Übersichtstabelle mit Anmerkungen zu ihren Aufgaben und Qualifikationen aufgenommen. Die Frage der Qualifizierung dieses Personals ist laut BIBB bildungs-, gesellschafts- und arbeitsmarktpolitisch relevant und aktueller als je zuvor.

Die UN-Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderung, der Nationale Aktionsplan der Bundesregierung zu deren Umsetzung, die Inklusionsdiskussion sowie Fachkräftemangel und demografischer Wandel hätten behinderte Menschen mehr denn je auch ins Blickfeld der Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik gerückt. Vor dem Hintergrund weiterer Einflussfaktoren auf die Heterogenität der Gruppe der Auszubildenden wie Globalisierung und Digitalisierung sowie des demografischen Wandels stehe die Berufsbildungspraxis zum Teil vor ungewohnten Herausforderungen, die Berufsbildungsforschung und Berufsbildungspolitik wahrnehmen und beantworten müssten.

Das BIBB möchte mit der Veröffentlichung einen Beitrag zur Fachdiskussion rund um die berufliche Bildung und die Herausforderungen der UN-Behindertenrechtskonvention leisten und zu deren Intensivierung anregen. Das wissenschaftliche Diskussionspapier ist das Ergebnis der Zusammenarbeit einer Projektgruppe des Deutsch-Israelischen Programms zur Berufsbildung. Auch in anderen Ländern habe die Teilhabe und Inklusion behinderter Menschen in Berufsbildung und Arbeitsmarkt in den letzten Jahren erkennbar an Stellenwert gewonnen. Damit wachse auch die Nachfrage nach deutscher Expertise, Erfahrungswissen und Kooperation in diesen Themenfeldern. Zugleich ermögliche der Austausch mit anderen Ländern einen neuen Blick auf das eigene – dies haben die Autorinnen und Autoren erfahren und in ihre Beiträge einfließen lassen.

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Die Publikation beinhaltet Beiträge aus fünf unterschiedlichen Perspektiven relevanter Akteurinnen und Akteure der beruflichen Bildung.

  • Kirsten Vollmer gibt zur Frage der Professionalisierung des Berufsbildungspersonals unter anderem ein Plädoyer für Fachlichkeit und betrachtet das Innovationspotenzial von rehabilitationspädagogischen Zusatzqualifikationen bzw. Qualifiktationsprofilen. Es gelte, „ein atmungsaktives Regelwerk gestaltend fortzuentwickeln“.
  • Julia Laakmann beleuchtet den Einfluss von Unternehmen auf die Auswahl ihrer Mitarbeitenden und damit auf die Gestaltung der Wirtschaft anhand eines Fallbeispiels, bei dem eine Spedition gehörlose Berufskraftfahrer ausgebildet hat.
  • Christoph Metzler befasst sich mit den möglichen Auswirkungen von Digitalisierung und Inklusion auf die berufliche Ausbildung und die Kompetenzanforderungen für Ausbilderinnen und Ausbilder. Diesbezüglich greift er auch Fragen der barrierefreien Gestaltung von betrieblichen Lehr- und Lernumgebungen auf.
  • Harald Schlieck schreibt über die inklusive berufliche Ausbildung im Spannungsfeld zwischen Ökonomie und gesellschaftlicher Verantwortung und geht auf verschiedener Ausbildungsszenarien ein. Für Handwerksbetriebe müsse der Aufwand für Ausbildung kalkulierbar und einschätzbar sein.
  • Manfred Weiser betrachtet die Qualifizierung des Berufsbildungspersonals unter rehabilitationspädagogischer Perspektive und stellt Konzepte wie das pädagogische Arbeitsbündnis und die kollegiale Fallberatung als ein Mittel der professionellen Reflexion und Kommunikation vor. Darüber hinaus sei die Pflege von Netzwerken wichtig.

(Quelle: Bundesinstitut für Berufsbildung)

Autor: DVfR / © EU-Schwerbehinderung



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