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Kostenpflichtige Tests – für Bedürftige nicht zu stemmen

Bildbeschreibung: Ein Corona Test.
Foto: © Frauke Riether

Die Überlegungen des Hamburger Senats, Coronatests künftig kostenpflichtig zu machen, sieht Klaus Wicher, Hamburger Vorsitzender Sozialverband SoVD, kritisch: „Wie sollen Menschen mit wenig Einkommen sich das leisten können? Tests, die um die 30 Euro kosten sollen, sind nur was für Leute, die über genügend Einkommen verfügen. So wie bei der Maskenpflicht auch, stehen arme Menschen mal wieder nicht im Fokus unseres Senats.“

Für Klaus Wicher ist klar: „Derzeit hat Priorität, dass wir die Menschen davon überzeugen, sich impfen zu lassen. Jetzt mit kostenpflichtigen Tests Druck zu erzeugen, schreckt Unentschlossene eher ab. Ob dies überhaupt ein geeignetes Mittel ist, um möglichst viele zum Impfen zu bewegen, sollte erst entschieden werden, wenn alle anderen Maßnahmen nicht fruchten.“

Kostenpflichtige Coronatests träfen vor allem Menschen, die sowieso schon gebeutelt seien: „Wer dann den Test nicht bezahlen kann, bleibt außen vor. Das bedeutet für Betroffenen: keine Teilhabe, weil ich arm bin. Bei allen bisherigen Ansätzen, die die Stadt bezüglich der Bekämpfung und dem Umgang mit Corona angegangen ist, wurden Menschen, die wenig und kleine Einkommen haben, immer erst nach öffentlicher Aufforderung, auch durch den SoVD, unterstützt und berücksichtigt.

Dies bestätigt sich jetzt wieder durch die angedachten kostenpflichtigen Tests. Insgesamt eine sehr schwache Leistung, die Sozialsenatorin Leonhard an dieser Stelle abliefert: Sollten die Tests in Zukunft selbst bezahlt werden müssen, muss die Stadt armen und bedürftigen Menschen auf jeden Fall unter die Arme greifen!“.

Statt pauschal Druck zu erzeugen, sollte mehr niedrigschwellige Aufklärung und Impfangebote in die Stadtteile kommen, in denen die Armut groß ist: „Impfbusse vor Ort machen meiner Meinung nach dort am meisten Sinn. Dort können mehr Menschen angesprochen und erreicht werden. Dies ist dringend geboten, denn in armen Stadtteilen ist die Ansteckungsgefahr auch besonders groß“.

Autor: dm / © EU-Schwerbehinderung

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