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Corona-Pandemie gefährdet Inklusion und das Leben vieler Menschen mit Behinderungen

Bildbschreibung: Grafische Koronaviren und darüber ein Symbol für Behinderung
Foto: © Altmann/Dorn/EUS

Die Corona-Pandemie hat besonders Menschen mit Behinderung, sowie deren Betreuer getroffen. Oft wurden sie bei den Corona-Maßnahmen nicht berücksichtigt. Ein gutes Beispiel ist dabei die Impfpriorisierung, wenn es sich um Menschen mit Behinderung handelt, die ein selbst bestimmtes Leben in eigener häuslichen Umgebung führen. Der Verein "Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland e.V." (ILS e.V.) hatte dazu Mitte März zu einer symbolischen Impfaktion vor dem Bundesgesundheitsministerium in Berlin aufgerufen. (wir berichteten)

Neben der Impfpriorisierung, waren es aber auch viele andere Themen die gezeigt haben, dass gerade in Pandemiezeiten, es bei der Inklusion noch viele nicht gelöste Probleme gibt. Dafür durfte die Bundesregierung am Freitag massive Kritik von der Bundestagsabgeordneten Corinna Rüffer,die behindertenpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen (wir berichteten) gefallen lassen.

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Inklusion ist in Europa, insbesondere aber in Deutschland, bis heute ein kritisches Thema, denn "gelungen" sieht anders aus. Besonders wenn sich das Recht auf Inklusion dann doch noch in die Trennung des Sozialstatus des einzelnen behinderten Menschen, aufteilt.

Menschen mit Behinderungen, die noch erwerbstätig im ersten Arbeitsmarkt ihre Position finden, werden aus Sicht der Inklusion anders positioniert, als Menschen die gar nicht mehr erwerbstätig sind oder es nie waren, da ihre Behinderung das nicht zulässt.

Eine Studie hat das Thema unter dem Kontext der Corona-Pandemie betrachtet und befasst sich mit der Fragestellung, ob Corona die Inklusion gefährdet? Die Studie veröffentlicht vom Netzwerk Inklusion:

Corona gefährdet die Inklusion. Das ist das alarmierende Ergebnis einer Studie des Netzwerkes Inklusion im Landkreis Tirschenreuth. Damit werden die Erfahrungen der Lebenshilfe Bayern insgesamt bestätigt, so Landesgeschäftsführer Dr. Jürgen Auer. „Wir fordern deshalb erneut, dass auch in Zeiten einer Pandemie Schutz und Teilhabe von Menschen mit Behinderungen besser abgewogen werden.“

Corona und Teilhabe von Menschen mit Behinderungen

Die Studie zeigt, dass Inklusion in Politik und Gesellschaft noch nicht fest verankert ist. Menschen mit Behinderungen und ihre Familien sind vor allem zu Beginn der Pandemie bei Corona-Maßnahmen oft schlicht vergessen worden. Unterstützung und Entlastung fielen plötzlich weg, Informationen kamen zu spät und waren schwer verständlich.

„Das mussten wir auch auf Landes- und Bundesebene immer wieder feststellen“, erläutert Auer. „Wir appellieren deshalb an die Politik, weiter aus diesen Erfahrungen zu lernen!“ Denn Inklusion könne nur gelingen, wenn bei allen nötigen Maßnahmen ganz selbstverständlich auch die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen und deren besondere Lebenslagen beachtet werden.

Studie in Kooperation mit Lebenshilfe Tirschenreuth

Die Studie wurde vom Netzwerk Inklusion in Kooperation mit der Lebenshilfe Tirschenreuth durchgeführt. Deren Geschäftsführer Berthold Kellner ist oberpfälzischer Bezirkssprecher der Lebenshilfe Bayern. Für die Studie waren zwei Gruppen zu ihren Erfahrungen im ersten Lockdown im Frühjahr 2020 befragt worden: Dazu gehörten Selbst-Vertreter*innen mit Behinderungen, Angehörige und Personen mit öffentlichen Funktionen im Bereich Inklusion sowie soziale Einrichtungen, Vereine und öffentliche Institutionen aus dem Bereich Inklusion. Weitere Informationen, Kontaktdaten und die regionale Studie selbst finden Sie unter https://www.inklusion-tirschenreuth.de/studie-corona.html.

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Lebenshilfe-Landesverband Bayern

Unter dem Motto „Miteinander – Wir gestalten Teilhabe“ setzt sich der Lebenshilfe-Landesverband Bayern seit fast 60 Jahren als Dachorganisation der bayerischen Lebenshilfen insbesondere für Menschen mit geistiger Behinderung und ihre Familien ein. Der Verband hat heute 160 Mitglieds-Organisationen, die über 40.000 Menschen mit Behinderungen unterstützen, fördern und begleiten. Die Lebenshilfe in Bayern hat ein umfassendes Netz kompetenter Hilfe aufgebaut – mit etwa 900 Einrichtungen, Diensten und Beratungsstellen. Vorsitzende der Lebenshilfe Bayern ist seit 2001 Landtagspräsidentin a. D. Barbara Stamm. Die Lebenshilfe ist bundesweit aktiv als Elternverband und Selbsthilfe-Vereinigung, als Fachverband und Trägerin von Einrichtungen der Behindertenhilfe.

Autor: kk / © EU-Schwerbehinderung



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