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Werkstätten-Messe beginnt - Ändert nichts am Lohndumping in den Werkstätten für Menschen mit Behinderungen

Bildbeschreibung: Jemand der mit einer Schleifmaschine Holz bearbeitet.
Foto: © Nikita Belokhonov

Heute und Morgen findet die Werkstätten-Messe 2021, digital statt und es klingt gerade für Menschen mit Behinderungen, die in solchen arbeiten, wie ein „Selbstgelöbnis“ wenn daraus dann die lobenden Worte „Die Arbeit in einer Werkstatt für behinderte Menschen bringt den Beschäftigten eine angemessene Ausbildung und Beschäftigung.“ lesen.

Sicherlich erfreuen sich viele Menschen mit Behinderungen, in einer Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) überhaupt eine Chance auf eine Beschäftigung zu erhalten und im Hintergrund schwingt dann auch noch der Gedanke, so irgendwann auf dem ersten Arbeitsmarkt einen Arbeitsplatz zu erhalten.

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Mit der Hoffnung nimmt man dann auch auf sich, obwohl man die gleichen Arbeitszeiten wie auf dem ersten Arbeitsmarkt hat, dass man am Monatsende dann doch nur ein „Gehalt“ erhält, welches ohne Aufstockung das Sozialamt, weit entfernt von einem Betrag ist, welches ein würdiges Leben erfordert.

Das hier dringender Handlungsbedarf besteht, ist unstrittig und wird auch politisch immer wieder thematisiert, nur leider nicht von jenen Parteien, die im politischen Berlin das Sagen haben. Die Corona-Pandemie verdeutlicht das noch viel mehr, macht Bedürfnisse behinderter Menschen immer offensichtlicher, aber leider ohne Resonanz von den regierenden Parteien.


Wozu so eine Messe am Ende wirklich dienen soll, verdeutlich ein wenig die Statistik aus 2019:

  • Informationen über Neuheiten 47% (43%)
  • Weiterbildung/Wissenserweiterung 42% (40%)
  • Erfahrung/Informationsaustausch 38% (38%)
  • Allgemeine Marktorientierung 19% (18%)
  • Rahmenprogramm 14% (*)
  • Geschäftskontakte pflegen 12% (11%)
  • Geschäftskontakte anbahnen 10% (9%)
  • Einfluss auf Produktentwicklung 6% (6%)
  • Konkurrenzbeobachtung 5% (6%)
  • Vorbereitung für Investitions- und Einkaufsentscheidungen 4% (5%)
  • Vertragsabschluss/Kauf 4% (4%)

Für Privatbesucher waren die Themen Interessant:

  • Kauf von Produkten 61% (58%)
  • Produkt- und Leistungsschau 40% (42%)
  • Kennenlernen (anderer) Werkstätten 17% (16%)
  • Interesse am Reha-Angebot der Werkstätten 10% (9%)
  • Besuch des Rahmenprogramms 8% (6%)

Bayern stellt die Werkstatt-Messe als „Deutschlands größte Bildungs- und Austauschplattform für die Teilhabe am Arbeitsleben von Menschen mit Behinderung“ dar.

Sozialministerin Carolina Trautner (Bayern) zeigt sich erfreut: „Nachdem die Werkstätten:Messe im vergangenen Jahr Corona-bedingt leider abgesagt werden musste, freue ich mich nun sehr, dass die Werkstätten:Messe dieses Jahr als kostenfreies, digitales Kongressformat mit ergänzenden Netzwerk-Möglichkeiten an den Start geht. Hier treffen sich die Expertinnen und Experten aus dem gesamten Bundesgebiet und tauschen sich zu den aktuellen Trends aus.“

Im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung der Werkstätten:Messe am 14. April ab 10:00 Uhr werden die „exzellent“-Preise der Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen e. V. verliehen, um besonders innovative Projekte auszuzeichnen. Staatsministerin Trautner hält die Laudatio auf die Preisträger in der Kategorie „exzellent:arbeit“: „Werkstätten für Menschen mit Behinderung gestalten mit viel Innovationskraft neue Projekte rund um die Teilhabe am Arbeitsleben. Es gibt so viele gute Ideen und Projekte in ganz Deutschland. Entscheidend ist aber, sie bekanntzumachen, damit alle davon profitieren können. Die „exzellent“-Preise sind hierfür ein geeignetes Instrument und die Werkstätten:Messe Digital ist die ideale Plattform zur Präsentation!“

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Zum Konzept der Werkstätten sagt die Ministerin: „Werkstätten ermöglichen Menschen mit Behinderung eine an ihren individuellen Stärken und Fähigkeiten orientierte berufliche Bildung und Beschäftigung. Der Mensch steht im Mittelpunkt und wird gefördert.“ Derzeit gibt es in Bayern bereits rund 36.000 Plätze in Werkstätten für Menschen mit Behinderung. Im vergangenen Jahr stellte die Staatsregierung für ganz Bayern insgesamt rund 75 Millionen Euro für die Schaffung von Wohn- und Beschäftigungsplätzen für Menschen mit Behinderung zur Verfügung."

Solche Worte helfen Menschen mit Behinderungen wenig, die eigentlich eher darauf warten, endlich für ihre Arbeitsleistungen auch ein entsprechendes Gehalt zu bekommen, welches sich im Niveau vom Mindestlohn bewegen sollte. Vermutlich scheitert das aber daran, da damit das Geschäftsmodell von Werkstätten zusammen brechen könnte.

Autor: kk / © EU-Schwerbehinderung



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