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Mehr bezahlbare barrierefreie Wohnungen bauen und Quartiere inklusiv gestalten

Bildbeschreibung: Mehrere Wohnhäuser in Berlin.
Foto: © kk I EU-Schwerbehinderung

Bezahlbarer Wohnraum ist vielerorts knapp – barrierefreier bezahlbarer Wohnraum ist noch knapper. Nur zwei Prozent der Wohnungen in Deutschland sind laut Mikrozensus 2019 annähernd barrierefrei. Nur jedes zehnte Gebäude lässt sich stufenlos betreten.

Für Menschen, die durch eine Behinderung, Pflegebedürftigkeit oder aus anderen Gründen auf barrierefreien Wohnraum angewiesen sind, ist die Wohnraumsuche eine enorme Herausforderung. Zum Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung appellieren die Diakonie Deutschland und der Bundesverband evangelische Behindertenhilfe (BeB), mehr barrierefreien Wohnraum zu schaffen und Quartiere inklusiv zu gestalten.

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Maria Loheide, Vorständin Sozialpolitik der Diakonie Deutschland: „Menschen mit Behinderung gehören selbstverständlich in die Mitte unserer Gesellschaft und nicht an den Rand – auch beim Wohnen! Damit Menschen mit und ohne Behinderung inklusiv zusammenleben können, brauchen wir unbedingt so schnell wie möglich mehr barrierefreie Wohnungen. Diese sind im Neubau nur unwesentlich teurer, werden aber in den Planungen viel zu oft vergessen. Auch im öffentlich geförderten Wohnraum wird der Bedarf an barrierefreien und rollstuhlgerechten Angeboten noch längst nicht ausreichend berücksichtigt.

Wenn jetzt endlich der soziale Wohnungsbau anzieht, muss der Wohnraum von Anfang an barrierefrei angelegt sein – und dabei bezahlbar bleiben. Denn gerade Menschen mit Behinderung können sich mit ihrem oft niedrigen Einkommen selten eine teure Wohnung leisten. Dass in der Grundsicherung immer noch Mehrkosten für eine barrierefreie oder rollstuhlgerechte Wohnung als unangemessen abgelehnt werden, ist völlig inakzeptabel.“

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Frank Stefan, Vorsitzender des Bundesverbands evangelische Behindertenhilfe, sieht die Stadtplanung in der Pflicht: „Wohnviertel müssen dringend inklusiv gestaltet werden, so dass sie für alle nutzbar sind. Barrierefreie Wege, Bushaltestellen, Geschäfte und Freizeiteinrichtungen bringen für sehr viele Menschen mehr Lebensqualität. Wichtig ist auch der gemeindenahe Zugang zu Arztpraxen und Gesundheitsdienstleistern. Viele Quartiere in Städten oder Gemeinden werden in den nächsten Jahren neugestaltet. Schon bei der Planung von Sanierungsmaßnahmen muss man ein inklusives und barrierefreies Quartier ansteuern, weil es den größten Nutzen für alle bringt. Dazu müssen in der Städtebauförderung, dem großen Stadtentwicklungsprogramm von Bund und Ländern, entsprechende Vorgaben verankert werden.“

Autor: Diakonie / © EU-Schwerbehinderung

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