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Lieferengpässe bei Medikamenten - Bundestag liefert Zahlen

Bildbeschreibung: Auf dem Bild sind viele Medikamente auf einem Haufen gestapelt.
Foto: © 2019 EU-Schwerbehinderung

Lieferengpässe bei Medikamenten/Arzneimitteln sind mittlerweile bekannt und medial oft thematisiert worden. Heute hat die Bundesregierung Zahlen zu dem Thema geliefert, nachdem die FDP eine entsprechende Anfrage gestellt hatte. Die Bundesregierung hat heute auf die Anfrage der FDP geantwortet. Aus der Antwort sind zwar die faktischen Zahlen zu erkennen, aber inhaltlich nicht die Auswirkungen. Es ist tendenziell also eine deutliche Steigerung der Lieferengpässe zu sehen. Zwar sind in diesem Jahr die Zahlen vom letzten Jahr noch nicht erreicht worden, aber das Jahr ist noch nicht zu Ende. Zwei Tabellen verdeutlichen das Die erste Tabelle stellt dabei die gemeldeten Lieferengpässe dar und die zweite Tabelle bezieht sich auf die "versorgungsrelevanten" eingestufte Wirkstoffe.

 

 

Meldungen

Jahr Anzahl Meldungen
2019 216
2018 268
2017 108
2016 81
2015 40
2014 30
2013 42
2012 keine Erfassung

 

Wirkstoffe

Jahr Anzahl Meldungen
2019 127
2018 139
2017 57
2016 29
2015 18
2014 12
2013 9
2012 keine Erfassung

 

Auf die Frage, wie die Bundesregierung die Lieferengpässe bewertet, antwortete die Bundesregierung wie folgt: "Hinsichtlich der Bedeutung einzelner Lieferengpässe für die Versorgung mit Arzneimitteln ist eine differenzierte Betrachtung erforderlich, da Lieferengpässe bei Arzneimitteln nicht mit medizinisch relevanten Versorgungsengpässen gleichzusetzen sind. Oftmals stehen alternative Arzneimittel zur Verfügung, weshalb ein Lieferengpass nicht zwangsweise zu einem Versorgungsengpass führt."  Als Gründe für die Lieferengpässe gibt die Bundesregierung folgendes an : "Lieferengpässe bei Arzneimitteln haben sehr unterschiedliche Ursachen. Globale Lieferketten mit einer Konzentration auf wenige Herstellungsstätten für Arzneimittel und Wirkstoffe können ein Grund für Lieferengpässe sein, aber z. B. auch Qualitätsmängel bei der Herstellung, Produktions- und Lieferverzögerungen bei Rohstoffen, Entscheidungen der Hersteller wie Produktionseinstellungen oder Marktrücknahmen von Arzneimitteln aus verschiedenen Gründen."

Die bundesregierung verdeutlicht aber auch: "Lieferengpässe bei Arzneimitteln sind aber nicht mit therapeutisch relevanten Versorgungsengpässen für Patientinnen und Patienten gleichzusetzen. Oftmals stehen alternative Arzneimittel zur Verfügung, weshalb ein Lieferengpass nicht unbedingt zum Versorgungsengpass führen muss." 

In den vergangenen Monaten, wurde von dem Thema immer wieder berichtet. Jens Spahn möchte den ganzen mit einem 5 Punkteplan entgegenwirken (wir berichteten)

Auf die Frage hin, wer für die Kosten auf kommt, wenn wegen eines Lieferengpasses statt eines Festbetragsarzneimittels ein Arzneimittel mit einem Preis über dem Festbetrag abgegeben wird? antwortete die Bundesregierung wie folgt: "Die Festbetragsregelung nach § 35 SGB V dient dazu, eine qualitativ hochwertige und gleichzeitig wirtschaftliche Arzneimittelversorgung zu gewährleisten. Sie ist so angelegt, dass therapeutisch gleichwertige Arzneimittel ohne Aufzahlung in Höhe der Differenz zwischen dem Apothekenverkaufspreis und dem Festbetrag für die Versicherten zur Verfügung stehen. Deshalb stehen auch bei Lieferengpässen in der Regel alternative Arzneimittel mit gleichem oder ähnlichem Wirkstoff oder andere Therapieoptionen zur Verfügung, für die keine Aufzahlung zu leisten ist. Sofern in Einzelfällen eine aufzahlungsfreie Alternativversorgung nicht möglich sein sollte, beträfe dies den individuellen Versorgungsanspruch der betroffenen Patientinnen und Patienten gegenüber ihren Krankenkassen."

Laut dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, will die SPD Vertragsstrafen einführen. "Zur Verbesserung der Versorgungslage sei die Einführung von gesetzlichen Vorgaben zu Vertragsstrafen bei Nicht-Einhaltung von Lieferverträgen eine Möglichkeit. Diese kommen zwar bereits heute in der Praxis zur Anwendung, allerdings könnte eine Regelung zur Schärfe der Strafen den Anreiz für die Einhaltung der Verträge erhöhen. Zu prüfen wäre, ob eine Regelung sinnvoll ist, bei der sich die Strafe jeweils individuell am Umsatz des Arzneimittels orientiert."

Die Anfrage ist unter Drucksache 19/13357 und die Antwort der Bundesregierung unter Drucksache 19/13807 erschienen.

Autor: Redaktion / © EU-Schwerbehinderung



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