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Fehlende Kompetenz ist gefährlich

Bildbeschreibung: Pflegeperson hält Hand einer älteren Person. Es sind nur die Hände der Personen zu sehen.

Ein hochbrisante und gefährliche Diskussion in Bayern begleitet der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe als Interessensvertreter beruflich Pflegender derzeit mit Sorge und warnt gleichzeitig vor dramatischen Auswirkungen auf die Versorgung der Bürgerinnen und Bürger.: In einem Positionspapier zum Pflegenotstand schlägt die Landespflegesatzkommission Bayern eine „punktuelle Flexibilisierung der Fachkraftquote“ vor. Gemeint ist damit, die gesetzliche Fachkraftquote zu lockern und stattdessen un- oder angelernte Kräfte einzusetzen. „Wir lehnen eine Absenkung der Fachkraftquote entschieden ab, weil es zulasten der Qualität geht. Die Versorgung der pflegebedürftigen Menschen ist damit akut gefährdet“, sagt Dr. Marliese Biederbeck, Geschäftsführerin des DBfK Südost e.V.



Geht es nach dem Willen der Landespflegesatzkommission, sollen Hilfskräfte statt Fachkräfte eingesetzt werden können. „Für die betroffenen pflegebedürftigen Menschen ist fehlende Fachkompetenz hochgefährlich“, warnt Dr. Biederbeck. Aus einschlägigen Studien ist bekannt, dass die Sterblichkeit mit der Qualifikation der professionellen Pflege in ursächlichem Zusammenhang steht: Eine niedrige Fachkraftquote führt zu höheren Infektionsraten, mehr Komplikationen und zu mehr Todesfällen. „Ältere und hochbetagte Menschen weisen heutzutage in vielen Fällen ein kompliziertes Krankheitsbild auf, eine Absenkung der fachlichen Anforderung an die professionelle Pflege wäre hier fatal“, so Dr. Biederbeck.

Die Signale der professionellen Pflege sind unterdessen bereits in der Bundes- und Landespolitik angekommen: Mit der neuen generalistischen Pflegeausbildung ab 1. Januar 2020 wird auf die künftigen Anforderungen des Berufs reagiert. Eine gemeinsame Grundausbildung in allen pflegerischen Settings sorgt dafür, dass allen Auszubildenden gerontologische und medizinische Kompetenz gleichermaßen vermittelt wird.

Um wieder mehr Menschen für den Pflegeberuf zu begeistern, ist die Aufwertung der Berufsausbildung der folgerichtige Schritt, so der DBfK. Die in den vergangenen Jahren immer wieder geführte Diskussion um die Absenkung der Fachkraftquote hat nicht zum guten Ruf beigetragen, dazu kommen unzumutbare Rahmenbedingungen und eine nicht angemessene Bezahlung. „Wenn wir die Fachkraftquote absenken, werden die letzten gut qualifizierten Pflegefachpersonen das Handtuch werfen und dem Beruf den Rücken kehren“, so Dr. Biederbeck. Aus Forschungsergebnissen weiß man auch, dass viele Pflegende aufgrund von Überforderung den Beruf verlassen, mit einer Absenkung der Quote wird dies noch weiter befeuert, so Dr. Biederbeck.

Quelle: DBfK

Autor: Redaktion / © EU-Schwerbehinderung



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