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Frauen engagieren sich seltener freiwillig als Männer

Bildbeschreibung: Eine Frau einen Rollstuhl schiebt in dem jemand sitzt.
Foto: © truthseeker08

Zwischen Mädchen und Jungen im Alter von 14 bis 17 Jahren gibt es kaum Unterschiede, was die Beteiligung am freiwilligen Engagement angeht; allerdings ändert sich das Bild in den folgenden Lebensphasen. Das zeigen Analysen des Deutschen Freiwilligensurveys. Während sich bei den 25- bis 34-Jährigen Männer anteilig häufiger engagieren als Frauen, ist die Engagementbeteiligung im mittleren Lebensalter in etwa jeweils gleich hoch (die in der Tabelle unten dargestellten Unterschiede in diesen Altersgruppen sind nicht statistisch signifikant). Unter den Älteren engagieren sich Männer dann wieder häufiger freiwillig als Frauen. So sind beispielsweise in der Altersgruppe der 70- bis 74-Jährigen 42,7 Prozent der Männer, aber nur 37,4 Prozent der Frauen freiwillig engagiert.

Die allgemeine Wahrnehmung ist aber oft, dass sich Frauen auch in dieser Altersgruppe nicht weniger im Engagement einbringen als Männer. Dieser Effekt lässt sich leicht erklären. Da der Anteil der Frauen an der Bevölkerung in dieser Altersgruppe den der Männer überwiegt, verbergen sich hinter den 42,7 Prozent der Männer genauso wie hinter den 37,4 Prozent der Frauen jeweils ca. 1 Million Engagierter. Rein zahlenmäßig liegen sie also gleich auf (siehe Grafik).

Bildbeschreibung: Die Abbildung zeigt die unterschiedlichen Anteile Engagierter von Frauen und Männern nach Altersgruppen Quelle: Deutscher Freiwilligensurvey 2014

Aber was sind die Gründe, warum sich Frauen - anteilig - seltener engagieren als Männer? Gerade in den älteren Geburtsjahrgängen hatten Frauen oft schlechtere Bildungschancen. Bildung ist aber, sowie das damit verbundene Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten, eine wichtige Voraussetzung, um sich freiwillig zu engagieren. Eine weitere Ursache ist die weiterhin ungleiche Verteilung von Aufgaben in der Familie: Frauen bringen mehr Zeit für die Betreuung von Kindern und für die Pflege und Sorge um Familienangehörige auf - Zeit, die für ehrenamtliche und freiwillige Tätigkeiten nicht mehr zur Verfügung steht.

Um mehr Frauen über den Lebenslauf hinweg für freiwilliges Engagement zu gewinnen, ist es also unter anderem notwendig, stereotype Geschlechterrollen und die traditionelle Arbeitsteilung aufzubrechen.

Die Ergebnisse beruhen auf der vierten Welle des Deutschen Freiwilligensurveys (FWS), einer repräsentativen Befragung zum freiwilligen Engagement in Deutschland, die sich an Personen ab 14 Jahren richtet. Der Survey wird vom Deutschen Zentrum für Altersfragen (DZA) durchgeführt und durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert. Die fünfte Welle des Freiwilligensurveys wurde im Jahr 2019 erhoben; Ende 2020 sollen erste Ergebnisse dazu veröffentlicht werden. Weitere Analysen über das freiwillige Engagement in verschiedenen Altersgruppen und zu Geschlechterunterschieden sind nachzulesen in Kausmann, C., Simonson, J., & Hameister, N. (2017): Freiwilliges Engagement junger Menschen. Sonderauswertungen des Vierten Deutschen Freiwilligensurveys. Berlin: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. http://ots.de/ov1WGY Vogel, C., Kausmann, C., & Hagen, C. (2017): Freiwilliges Engagement älterer Menschen. Sonderauswertungen des Vierten Deutschen Freiwilligensurveys. Berlin: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. http://ots.de/hUP8Hm Kausmann, C., Vogel, C., Hagen, C., & Simonson, J. (2017): Freiwilliges Engagement von Frauen und Männern. Genderspezifische Befunde zur Vereinbarkeit von freiwilligem Engagement, Elternschaft und Erwerbstätigkeit. Berlin: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. http://ots.de/k5yioK

Autor: DZA / © EU-Schwerbehinderung



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