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Reisen an den Feiertagen

Bildbeschreibung: Das Foto zeigt den Blick in einen Bahnhof in dem sich ein ICE befindet.
Foto: kk | © 2019 EU-Schwerbehinderung

Die Weihnachtszeit steht vor der Tür und schon beginnt das Reisefieber. Weihnachtszeit heißt auch, die Familie treffen. Wo manche die Weihnachtstage in der Ferne verbringen wollen, haben andere ihr Reiseziel irgendwo im Bundesgebiet. Die Deutsche Bahn macht es möglich. Ein Blick in die Bahn-App zeigt aber bereits, dass es nicht ganz einfach wird, überhaupt einen Platz zu bekommen. Steht doch bei den meisten Zügen „Hohe Auslastung“ und am Bahnschalter erwartet einem die Realität. „Leider keine Platzreservierung mehr möglich“ – Für manche mit Reiseabsicht bedeutet das, die Reise abzusagen oder mehr Stress in einem vollen Zug auf sich zu nehmen. Wer da nicht rechtzeitig reserviert hat, muss damit rechnen, die Fahrt irgendwo in einem Gang im Zug zu verbringen. 

Noch komplizierter wird die Reise für Menschen mit Behinderung, denn für diese Menschen bringt die Bahn-App in einigen Fällen nichts. Menschen mit Merkzeichen „B“ können eine Begleitperson kostenlos mitreisen lassen und erhalten für diese ebenfalls eine kostenlose Reservierung. Damit ist die Bahn-App aber überfordert.  Wer an keinem Sprachhandycap oder gar gehörlos ist, kann telefonisch über den Mobility- Service der Deutschen Bahn reservieren. Bahn-Card Inhaber*in können ihr erworbenes Ticket im Anschluss sogar direkt am Automat abholen.

Komplizierter wird es für jene mit Behinderung, die darauf angewiesen sind, die Verkaufsstellen der Deutschen Bahn aufzusuchen. Da heißt es „auf zum Bahnhof“. Für Menschen mit Behinderung, kann das zur Herausforderung werden und zur zusätzlichen Belastung führen. Ganz abgesehen davon, dass die Verkaufsstellen in diesen Tagen meist überfüllt sind und dort mit längeren Wartezeiten zu rechnen ist.

Warum für Menschen mit Behinderung das Buchen immer noch so kompliziert ist und nicht schnell über die App ausgeführt werden kann, obwohl genau dieser Punkt schon häufig kritisiert wurde, weiß niemand so genau. Zumindest hat die Deutsche Bahn uns gegenüber geäußert, dass man bereits an eine neue IT-Infrastruktur arbeitet und mit dieser auch eine App herauskommen soll, die mehr auf die Belange von Menschen mit Behinderung eingehen wird. Ob es dann so passiert und vor allem wann, bleibt wieder einmal offen.

Gerade im Bereich der Barrierefreiheit und beim Mobility- Service gerät die Deutsche Bahn immer wieder in Kritik. Da berichten Menschen mit Behinderung, dass sie ihre Reise nicht antreten können, weil der Mobility- Service ausgelastet ist. Einfache Rampen, die auch von Begleitpersonen bedient werden können, scheint es bei der Deutschen Bahn bis heute nicht zu geben, dabei könnte man damit die Reise für Menschen mit Behinderung wesentlich vereinfachen und sogar den Mobility- Service personell entlasten.

Mal sehen, was die Deutsche Bahn zur nächsten Weihnachtszeit für Überraschungen bringen wird.

Autor: kk / © EU-Schwerbehinderung



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