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Rote Zahlen - Steigen 2020 die Krankenkassenbeträge?

Bildbeschreibung: Ein Portemonnaie aus dem eine Krankenkassenkarte herausschaut.
Foto: © Michael Schwarzenberger

Die gesetzlichen Krankenkassen haben rote Zahlen geschrieben und stellen sich auf schwierige Zeiten ein. Die Zusatzbeträge für Versicherte könnten sich erhöhen. Die Krankenkassen haben ein Defizit von 741 Millionen Euro in den Kassen. Doris Pfeifer, die Chefin des GKV-Spitzenverbands, warnte "Die hohe Ausgabendynamik der Krankenkassen habe sich noch mal deutlich verstärkt". Im Vorjahreszeitraum waren es zwei Milliarden Euro an Plus gewesen.

Jens Spahn (CDU), Bundesminister im Bundesministerium für Gesundheit, sagte Anfang Dezember: „Tatsächlich haben die gesetzlichen Krankenkassen aber weiterhin sehr hohe Reserven“. Die Beitragsgelder sollten nicht als Sparanlage verwendet werden. So sollen die Krankenkassen, die über große Finanzielle Reserven verfügen, ihre Rücklagen reduzieren. Dieser Forderung sind die gesetzlichen Krankenkassen gefolgt und haben zusätzlich in den ersten drei Quartalen 2019, 741 Millionen Euro an Ausgaben getätigt.

Für Arznei- und Heilmittel, spezialisierte ambulante Palliativversorgung wurden beispielsweise die Ausgaben erhöht.

Spahn, Bundesminister im Bundesministerium für Gesundheit, so sei das aktuelle Minus in den Bilanzen „ein unechtes Defizit“, es würde durch Rücklagen-Abbau entstehen. Spahn argumentiert „Beitragsgelder sind aber keine Sparanlagen“. Die Rücklagen bei Krankenkassen mit hohen Reserven müssten Schritt für Schritt gesenkt werden. „Dadurch profitieren auch die Beitragszahler.“ Dorris Pfeiffer bemängelt dagegen die Verpflichtung, die Reserven “stärker abzubauen, als für eine nachhaltige Finanzplanung geboten wäre“.

Jens Baas der Chef der Techniker Krankenkasse (TK) äußert sich das im nächsten Jahr die Rücklagen die steigenden Ausgaben der Kassen noch abfedern könnten. Doch 2021 könnten die Beitragssätze durch die steigenden Ausgaben steigen. Bereits für 2020 werden die Verbesserungen bei den Arztterminen und der erhöhte Pflegepersonalbedarf, für Mehrkosten sorgen.

Ob im nächsten Jahr die Beiträge steigen ist nicht einfach zu entscheiden. So muss der Allgemeine Satz von 14,6 Prozent für den Gesamtbeitrag mit Berücksichtigt werden. Für die Kassen ist der zweite Bestandteil entscheidend der Zusatzbeitrag darüber können Sie die Kosten festlegen. Jedoch mehr als die Hälfte der Krankenkassen dürfen 2020 den Zusatzbeitrag nicht anheben. Denn Sie haben Reserven von mehr als einer Monatsausgabe. Die Frage ist nun wie viele Kassen den Zusatzbeitrag für den Abbau von Rücklagen senken. Mehrausgaben sind tendenziell jetzt schon ersichtlich. So steigt der Zusatzbeitrag für 2020 von 0,2 Punkte auf 1,1 Prozent Punkte. Somit wird es wohl erst 2021 zu der Erhöhung der Beiträge kommen.

Die Zuzahlungen in Pflegeheimen steigen zudem ständig. Das bedeutet, pflegebedürftige und deren Familie dürfen mit Mehrausgaben rechnen. Der Grund ist das die Pflegeversicherung nur für einen Teil der Kosten aufkommt (Teilkasko Prinzip). So muss für ein Pflegeheim im Durchschnitt knapp 1.900 Euro bezahlt werden, je nach Bundesland fallen die Kosten unterschiedlich aus. Wie diese Entwicklung in 2020 aussehen wird, ist ungewiss, aber aufgrund steigender Kosten wie Heizung und Strom, Erhöhung des Mindestlohns und steigende Tariflöhne, werden auch diese Kosten am Ende auf die pflegebedürftigen Menschen umgelegt werden müssen.

Der Bundesgesundheitsminister hat für 2020 eine Debatte angekündigt, bei der es inhaltlich um eine Finanzreform für die Pflege geht. Diese soll dann, so Spahn, „zu einer Entscheidung zu führen“. In der Debatte soll auch klar werden, wie hoch angestrebte höhere Löhne für akut gesuchte Altenpflege, insgesamt werden. Einige Vorschläge sind schon im Raum wie Bundeszuschüsse für die Pflege bis zu Limitierungen für Eigenanteile. Spahn lehnt jedoch eine Vollversicherung für die Pflegekosten ab.

Autor: dm / © EU-Schwerbehinderung



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