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Stromkosten steigen - Mit Grundsicherung oder Hartz IV wird es enger

Bildbeschreibung: Das Bild zeigt Stromzähler in einem Keller eines Hauses
Foto: © Gerd Altmann

Immer mehr Energieversorger wollen 2020 ihre Preise erhöhen. Bei einigen Stromanbietern werden, laut Verifox, Erhöhungen von bis zu 15% zu erwarten sein. Der Strom-Report zeigt in seiner Grafik eine durchschnittliche Erhöhung von 5,7%. 5,7% liest sich zwar erst einmal gut, aber jene die in einer Region mit 15% Erhöhung leben und nicht "mal eben" auf einen günstigen Anbieter wechseln können, kann 15% Erhöhung bereits eine spürbare Mehrbelastung bedeuten. Anders werden sich Menschen wie in Berlin und Hamburg, wo es offensichtlich keine Erhöhungen gibt, zur Zeit freuen können.

Strompreiserhöhungen in Deutschland 2020Infografik Strompreiserhöhungen in Deutschland 2020 von STROM-REPORT.de


Die Leidtragenden sind jene Menschen, die mit Grundsicherung oder Hartz IV leben müssen. Besonders hoch belastet, werden Menschen mit Behinderung, die auf elektronische Hilfsmittel angewiesen sind und deren Stromkosten nicht über Pauschalbeträge der Krankenkassen übernommen werden. Da sind die von Hubertus Heil (Bundesminister für Arbeit und Soziales) kommende Erhöhung für die Grundsicherung und Hartz IV, gleich wieder gut angelegt.

Eine weitere Gefahr ist, dass durch die Preiserhöhungen, noch mehr Menschen durch Stromsperren betroffen sein werden, die eben ihre Stromrechnung nicht mehr bezahlen können. Die Gründe dafür können vielschichtig sein und haben meist ihre Ursachen in notwendigen Ausgaben, die seitens des Sozialstaates nicht übernommen werden aber notwendig sind. Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, äußerte sich zu dem Thema Stromsperren: "Die Strompreise in Deutschland sind im europäischen Vergleich sehr hoch und besonders für Haushalte mit kleinen Einkommen eine große finanzielle Belastung. Nicht alle können diese tragen und damit steigt ihr Risiko, dass ihnen der Strom abgesperrt wird. Von den Stromsperren sind Familien, Kinder und Ältere betroffen. Wohnungen ohne Strom sind im Grunde nicht mehr bewohnbar: die Betroffenen können nicht kochen und warme Mahlzeiten zubereiten, sie können weder ihre Wäsche waschen noch Lebensmittel kühlen, die Kinder machen ihre Hausaufgaben bei Kerzenschein. Ohne Strom fehlen betroffenen Menschen die existentiellsten Lebensgrundlagen. Solche Zustände sind eines reichen Landes wie Deutschland unwürdig."

Menschen mit Grundsicherung oder Hartz IV, befinden sich gerade im Bereich des Energieverbrauches, in einem Teufelskreis. Zwar gibt es viele Möglichkeiten in einem Haushalt den Energieverbrauch erheblich zu reduzieren, doch die Regelsätze verhindern solche Investitionen. Alleine durch intelligente Smart-Home Technologien und durch den Austauch entsprechender Leuchtmittel, würden sich in den Haushalten erhebliche Kosten einsparen lassen. Aber schon der Fernseher oder die Waschmaschine, bis hin zum Kühlschrank, sind Geräte mit enormen Energie- Einsparungspotential. Hierzu meint Bentele vom VdK: "Hier ist die Politik gefordert. Grundsicherungsempfängern und anderen einkommensschwachen Gruppen sollten Einmalbeihilfen gezahlt werden, damit sie sich stromsparende Elektro-Großgeräte leisten können. Auch im Wohngeld müssen die Kosten für Warmwasser, Heizung und Strom als Energiekostenpauschale berücksichtigt werden."

Der Standardsatz aller Sozialbehörden und Jobcenter, wenn es um die Kostenübernahme bei der Ersatzbeschaffung von Haushaltsgeräten, Computer oder TV geht, den kennen betroffene nur zu gut: "Das ist im Regelsatz bereits enthalten" - Rechnen scheint also nicht die Stärke vom Gesetzgeber zu sein, wenn es um das Thema Sozialleistungen geht. Da scheint die Bemängelung seitens der UN (hier zum Download des Dokuments in englisch), dass Deutschland zu wenig Sozialhilfe leistet, wohl nicht ganz unbegründet.

Autor: kk / © EU-Schwerbehinderung



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