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UPDATE: Schlechte Chance für sozialen Aufstieg in Deutschland

Bildbeschreibung: Auf dem Bild ist eine Figur mit Aktenkoffer als Symbol für sizialen Aufstieg und im Hintergrund ein Statistik- Pfeil der nach oben zeigt.
Foto: © Gerd Altmann

Laut einem Bericht des Weltwirtschaftsforums (WEF) landet Deutschland beim so genannten Social Mobility Index auf Rang 11. Als "Social Mobility" bezeichnet man die die Fähigkeit eines Kindes, ein besseres Leben zu führen als seine Eltern. Führend bei dem Ranking sind laut WEF, die skandinavischen Länder. Das liegt laut WEF unter anderem einen relativ leichten Zugang zu Bildung, eine gerechte Ausbildungssituation und ein gutes soziales Auffangnetz.

Eines der größten Hürden in Deutschland, ist die Ungleichheit bei Bildungschancen, mangelnder Zugang zu Technologie sowie Schwächen in der Lohngerechtigkeit. Das ein Land wie Deutschland so schlecht im Ranking ist, kann viele Gründe haben. Dabei ist es gerade die Wirtschaft, die davon profitiert, wenn ein Land hohe Aufstiegschancen bietet.

Was kann ein Land wie Deutschland tun? Auch hierzu gibt der WEF Bericht konkrete Vorschläge:

  • Schaffung eines neuen Finanzierungsmodells für die soziale Mobilität: Die Verbesserung der Steuerprogression für das persönliche Einkommen, Maßnahmen zur Bekämpfung der Vermögenskonzentration und eine weitgehende Umverteilung der Steuerquellen können die Agenda für die soziale Mobilität unterstützen. Am wichtigsten ist jedoch, dass sich die Mischung aus öffentlichen Ausgaben und politischen Anreizen ändert, um die Faktoren der Sozialausgaben stärker in den Vordergrund zu rücken.

  • Mehr Unterstützung für Bildung und lebenslanges Lernen: Ziel ist die Verbesserung der Verfügbarkeit, Qualität und Verbreitung von Bildungsprogrammen sowie eine neue Agenda zur Förderung der Kompetenzentwicklung während des gesamten Arbeitslebens eines Einzelnen. Dies beinhaltet einen neuen Ansatz zur gemeinsamen Finanzierung solcher Bemühungen zwischen dem öffentlichen und dem privaten Sektor.

  • Entwicklung eines neuen Sozialschutzvertrags: Dies würde allen Arbeitnehmern unabhängig von ihrem Beschäftigungsstatus einen ganzheitlichen Schutz bieten, insbesondere im Kontext des technologischen Wandels und des Branchentransitionsprozesses, der im kommenden Jahrzehnt eine stärkere Unterstützung für den Übergang von Arbeitsplätzen erfordert.

  • Übernimmt die Führung: in erster Linie durch die Förderung einer Kultur der Leistungsbereitschaft bei der Einstellung, durch die Bereitstellung von Berufsausbildung, Umschulung und Weiterbildung sowie durch die Zahlung fairer Löhne. Dies umfasst branchenspezifische und branchenspezifische Pläne zur Beseitigung historischer Ungleichheiten innerhalb und zwischen Branchen.

  • Erstellt branchenspezifische Aktionspläne: Diese sind erforderlich, um Verschiebungen bei der Ungleichheit unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Umstände der jeweiligen Branche zu begegnen.

Gutgemeinte Vorschläge? Vermutlich, denn wie Erfahrungen zeigen, ist die Politik in Deutschland nicht immer gewählt, Vorschläge oder gar Kritiken entsprechend umzusetzen. Das zeigte schon die Kritik der UN an Deutschland, dass die Grundsicherung in Deutschland weit unter dem empfohlenen und Satz liegt, der für die Bürgerinnen und Bürger notwendig wäre. Ministerien, wie das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) geben beispielsweise keine Antwort auf die Frage hinsichtlich der Kritiken seitens der UN.

Das Bildungssystem in Deutschland ist zudem ein System, welches nicht in der Verantwortung der Bundesregierung liegt, sondern reine Ländersache ist. Das zeigt die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention immer wieder, wenn es um die Integration von behinderten Kindern in Schulen geht. Bundesländer wie Bayern, erwecken immer noch den Eindruck, dass die "Förderschule" das bevorzugte Modell der Schulpolitik ist, anstatt Kinder mit Behinderung besser in das Schulsystem zu integrieren. Grundsätzlich ist Bildung in Deutschland ein großes Problem, wenn es um die Umsetzung neuer Lernmethoden geht. Hamburg hat dieses selbst erlebt, als es vor 10 Jahren um das Thema "gemeinsames Lernen" ging. Ein Lernkonzept welches in anderen Ländern erfolgreich gelebt wird, ist am Ende in Hamburg nicht umsetzbar gewesen. Selbst beim individuellem Lernen, scheint es in vielen Bundesländern Umsetzungsprobleme, wenn nicht sogar abweisende Haltungen zu geben, dabei wäre die individuelle Leistungsförderung eines Kindes, die beste Grundvoraussetzung für einen sozialen Aufstieg.

Infografik: Dänemark bietet beste Chance für sozialen Aufstieg | Statista
Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

Wie die Grafik eindeutig zeigt, ist Dänemark jenes Land mit den besten Chancen für einen sozialen Aufstieg. Gefolgt wird Dänemark von Norwegen, Finnland, Schweden. Für Deutschland bleibt es eine riesige Herausforderung, alle Möglichkeiten auszuschöpfen um die Chancen auch in Deutschland zu verbessern.

Dazu erklärt Diakonie-Präsident Ulrich Lilie: "Eine gute Bildungspolitik ist nicht nur wichtig für künftigen Wohlstand, sondern auch die beste Sozialpolitik. Für den Zusammenhalt der Gesellschaft ist entscheidend, dass alle Menschen unabhängig von Alter, Herkunft oder Geschlecht die gleichen Aufstiegschancen haben. Hier hat Deutschland erheblichen Nachholbedarf. Das Einkommen und der Bildungsgrad von Eltern darf nicht länger über die Aufstiegschancen entscheiden. Darum brauchen wir mehr frühkindliche Förderung, besser bezahlte Erzieherinnen und Erzieher und eine flächendeckend digitale Ausstattung an allen Schulen."

Autor: kk / © EU-Schwerbehinderung



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