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Equal Pay Day: Rauf mit den Löhnen!

Bildbeschreibung: Mehrere Frauen in einem Büro.
Foto: © cc0 / EU-Schwerbehinderung

Heute ist in Deutschland der "Equal Pay Day", der „Tag für gleiche Bezahlung“, der seinen Ursprung in den USA hat. Der "Equal Pay Day" soll auf die ungleiche Bezahlung zwischen Mann und Frau aufmerksam machen.

Der VdK Deutschland meint dazu:

In jedem Lebensalter verdienen Männer pro Stunde mehr Geld als Frauen. Diese diskriminierende Lohnlücke liegt im Schnitt in Deutschland bei 20 Prozent. Zum Equal Pay Day 2020 am Dienstag, den 17. März, erklärt die Präsidentin des Sozialverbands VdK Verena Bentele:

„Altersarmut ist weiblich, auch weil die Politik nicht in die Pötte kommt. Eine Frau bezieht im Alter eine durchschnittliche Rente von 711 Euro. Männer erhalten hingegen eine Durchschnittsrente von fast 1200 Euro. Dieser Unterschied geht auch auf die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen im Erwerbsleben zurück. Die Lohnlücke ist absolut inakzeptabel. Um sie zu schließen, müssen Politik, Gesellschaft sowie Unternehmerinnen und Unternehmer endlich gemeinsam handeln. Der einfachste Weg lautet: Rauf mit den Löhnen! Gleiches Geld für die gleiche Arbeit.“
Zur Lohnlücke liegen detaillierte Studien vor. Eine Studie des DIW von 2020 zeigt:

  • Die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern steigt mit dem Lebensalter an.
  • Gründe dafür sind u. a. der hohe Teilzeitanteil bei Frauen ab 30 Jahren.
  • seltener von Frauen besetzte Führungspositionen.


Die Politik hat versucht, gegenzusteuern. Und zwar mit dem „Gesetz zur Förderung der Transparenz von Entgeltstrukturen“. Das Gesetz wurde im vergangenen Jahr auf seine Wirksamkeit überprüft. Das Ergebnis: Es trug wenig bei zu gleichen Löhnen und Entgelten.

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Wir fordern deshalb unter anderem


-Ein echtes Entgeltgleichheitsgesetz für alle Unternehmen
-Höhere Anerkennung sozialer Berufe mit deutlich besserer Vergütung
-Förderung des Zugangs von Mädchen und Frauen zu technischen Berufen
-Kulturwandel in den Unternehmen, der Väter zur Übernahme von Familienarbeit motiviert

Auch Frau Ursula Engelen-Kefer vom Sozialverband hat sich zu dem heutigen "" geäußert:

„Der unabdingbare Kampf gegen die Pandemie darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass weiterhin dringender Handlungsbedarf von Staat und Wirtschaft besteht, die weit klaffende Lohnlücke zu Lasten der Frauen zu schließen“ so die Landesvorsitzende des SoVD Berlin Brandenburg Ursula Engelen-Kefer. Dazu gehört auch das Entgelttransparenzgesetz, das Betriebe über 200 Beschäftigte verpflichtet, die Gehälter von Männern und Frauen offen zu legen. Mit einer MiniInanspruchnahme zwischen 2 und 4 Prozent der Beschäftigten gleicht dies aber bisher eher einem Placebo. Engelen-Kefer fordert vom Senat in Berlin und der Landesregierung von Brandenburg Initiativen im Bundesrat, die Auskunftspflicht der Betriebe über die Gehälter von Männern und Frauen für alle Beschäftigten gelten zu lassen. Dazu gehört auch das bisher von der Politik hartnäckig verweigerte Verbandsklagerecht. Nur wenn betroffenen Frauen nicht selbst gegen ihre Arbeitgeber vor Gericht die ihnen zustehenden höheren Löhne einklagen müssen, werden sie in größerem Ausmaß von diesem Recht Gebrauch machen.

„So verheerend Corona für alle Menschen ist, sind es wieder die Frauen, die mit besonderer Härte getroffen werden, sowohl als Beschäftigte im Gesundheitswesen, wie auch als Pflegekräfte für die eigenen Angehörigen und durch die Betreuung der Kinder, wenn jetzt Kitas und Schulen geschlossen werden“ so die Landesvorsitzende des SoVD Berlin Brandenburg Ursula Engelen-Kefer. Überall haben Frauen dabei den Löwenanteil der Lasten zu tragen mit den bitteren Folgen der Einschränkung bei beruflicher Tätigkeit, Einkommen und dann der späteren Rente. „Armut ist weiblich“ ist keine leere Floskel, sondern für viele Frauen nach wie vor bittere Realität.

Die Erhöhung des Mindestlohnes auf 12,50 Euro sowie die Umwandlung der Minijobs in sozialversicherungspflichtige Arbeit fordert Engelen-Kefer vom Senat in Berlin und der Landesregierung in Brandenburg. Der unabdingbare Kampf gegen die Pandemie darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass weiterhin dringender Handlungsbedarf von Staat und Wirtschaft besteht, die weit klaffende Lohnlücke zu Lasten der Frauen zu schließen. Die Lohnlücke beträgt bundesweit seit Jahren über 20 Prozent, die Rentenlücke sogar über 50 Prozent. Zu alldem trägt die überdurchschnittlich hohe Belastung mit der häuslichen unentgeltlichen Sorge-,Familien und Pflegearbeit der Frauen bei. Dies wird sich mit ausbreitender Coronapandemie noch verschlimmern. In Berlin und Brandenburg sind die Frauen infolge niedriger Löhne und Renten und hoher Gefährdung durch Armut besonders betroffen. Für die steigende Zahl der Alleinerziehenden mit ihren Kindern, vor allem Frauen, ist die Einschränkung des öffentlichen Lebens mit besonderen Härten bis zur Gefährdung durch Armut verbunden.„Nicht Jammern über den Fachkräftemangel, sondern bessere Nutzung und Bezahlung der Qualifikationen von Frauen“ so Engelen-Kefer

Autor: dm / © EU-Schwerbehinderung



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